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Ostholstein Blick in die Arbeitswelt: Berufswahl Bestatter
Lokales Ostholstein Blick in die Arbeitswelt: Berufswahl Bestatter
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21:10 28.02.2018
Eutin

Die Auszubildenden der jeweiligen Betriebe kümmerten sich nicht nur in den Unternehmen um die Schüler, sondern halfen auch bei der Präsentation im Musikraum. Die Neuntklässler, die ihren ersten Allgemeinbildenden Schulabschluss und den Mittleren Schulabschluss vor sich haben, hörten aufmerksam zu, als die Azubis und Praktikanten berichteten. So erfuhren die Schüler mehr über die Sparkasse Holstein, das Autohaus Süverkrüp & Ahrendt, die Sana-Klinik und den Softwareentwickler TimberTec. Auch die Stadtverwaltung Eutin, die Polizei, der Technologie-Zulieferer Kendrion-Kuhnke aus Malente und Schröder-Bestattungen standen im Fokus. „Es ist ein Konzept der Berufsorientierung“, sagte Bente Jensen, Koordinatorin für Berufsorientierung.

Azubi Tobias Horstmann und Gesine Roever zeigen eine Urne. Quelle: Foto: Zill

Seit 20 Jahren gibt es bereits die Zusammenarbeit zwischen Azubis und Wisser-Schülern. „Es ist ein großartiges Projekt“, sagte Jensen mit Blick auf die vergangenen Jahre, in denen die Betriebe Werbung für ihr Berufsfeld machen und Schüler in ein Berufsfeld schnuppern konnten.

So erlernen die ehemaligen Wisser-Schüler Kevin Lau und Jonas Strunk nun den Beruf des Verwaltungsfachangestellten bei der Stadt Eutin. Gestern erzählten die Lehrlinge über Ausbildungsinhalte, Verdienst und beantworteten Fragen der Neuntklässler. „Der Beruf ist sehr abwechslungsreich“, berichtete Kevin Lau.

Während die Stadt schon lange am Projekt teilnimmt, hat das Unternehmen Schröder-Bestattungen erstmals in diesem Jahr einen Praktikanten der Wisser-Schule bei sich aufgenommen. Chef Sven Schröder hat sich aktiv an die Schule gewandt, um auch aus der Region Auszubildende als Bestattungsfachkraft zu gewinnen und sie danach weiter zu beschäftigen. Meist kommen die Lehrlinge von weit her. „Wir haben Auszubildende aus ganz Deutschland“, erzählte Schröder, der gestern Azubi Tobias Horstmann und Praktikantin Gesine Roever (15) bei der Betriebspräsentation zuhörte. „Hier haben wir die Möglichkeit, der Schülerschaft unseren Beruf näher zu bringen“, sagte Schröder.

Gesine Roever möchte später im Bereich Landwirtschaft Geld verdienen. Die drei Tage im Bestattungsinstitut waren jedoch sehr lehrreich. „Es hat mir sehr gut gefallen und es war sehr interessant. Ich konnte auch immer selbst entscheiden, wie weit ich gehen wollte“, sagte sie. Die Schülerin durfte sogar helfen, einen Toten anzuziehen. „Zuerst hatte ich ein mulmiges Gefühl. Ich hatte zuvor noch nie einen Toten gesehen. Aber am Ende ging’s“, erzählte die 15-Jährige. Tobias Horstmann ist mit seiner Berufswahl jedenfalls zufrieden: „Man kann Trost spenden und den Angehörigen eine Last abnehmen.“

Von Beke Zill