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Ostholstein Blumenwiese statt Ackerbau: Landwirte legen Blühstreifen für Insekten an
Lokales Ostholstein Blumenwiese statt Ackerbau: Landwirte legen Blühstreifen für Insekten an
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15:12 17.05.2019
Lutz Schlünzen vom Kreisbauernverband (l.) und Landwirt Friedrich von Ludowig präsentieren den frisch angelegten Blühstreifen auf Gut Petersdorf.  Quelle: BINDER
Lensahn

Schleswig-Holstein soll bunter werden – diese Ziel hat sich der Landesbauernverband gesetzt. Mit Blühstreifen für Bienen und andere Insekten engagieren sich Landwirte im ganzen Land für den Schutz der Artenvielfalt. Allein in Ostholstein und Lübeck machen nach Angaben von Lutz Schlünzen, Vorsitzender des hiesigen Kreisbauernverbandes, etwa 100 Betriebe bei der Aktion mit – und verzichten damit freiwillig auf insgesamt mehr als 150 000 Euro an Umsatz, weil sie landwirtschaftliche Flächen in Blumenwiesen verwandeln, statt sie zu bewirtschaften.

Einer von ihnen ist Friedrich von Ludowig, der auf dem Gut Petersdorf bei Lensahn Ackerbau betreibt. Rund 2,5 Prozent seiner Felder stellt er für das Naturschutz-Projekt zur Verfügung. Die Sichtweise der Landwirte habe sich verändert, betont er. Es werde längst nicht mehr nur auf ökonomische Faktoren geschaut: „Wir sind uns auch unserer Verantwortung gegenüber der Natur und der Gesellschaft bewusst.“

Ende Juni sollen die ausgesäten Blumen blühen

Noch lassen sich auf dem frisch angelegten Blühstreifen auf Gut Petersdorf nur kleine grüne Pflänzchen erkennen. In etwa acht Wochen soll das anders aussehen: Dann soll hier ein bunter Mix aus Sonnenblumen, verschiedenen Kleesorten, Blauen Bitterlupinen und weiteren Blumen blühen. Genau zur richtigen Zeit, erläutert Lutz Schlünzen. „Jetzt haben die Insekten noch alles, was sie brauchen“, sagt er mit Blick auf die blühenden Rapsfelder, „Ende Juni, Anfang Juli aber wird es knapp.“

Dann sollen die Blühstreifen den summenden Artgenossen eine neue Anlaufstelle bieten. Und das auch noch nach dem Sommer: Die Blumen würden bis zum März kommenden Jahres stehengelassen, kündigt Friedrich von Ludowig an, denn die Insekten würden zum Teil in den Pflanzen überwintern.

Kreis fördert das Projekt jährlich mit 5000 Euro

Ostholsteins Landrat Reinhard Sager (CDU) freut sich, dass die Idee immer größere Kreise zieht. Angeschoben hat die Initiative „Ostholstein blüht auf“ im Jahr 2017 der Kreisbauernverband Ostholstein-Lübeck gemeinsam mit der Kreisverwaltung. Der Kreis fördert das Projekt mit 5000 Euro, von denen Saatgut für die teilnehmenden Landwirte bereitgestellt wird. Die Aktion verschönere die Landschaft, sei gut für Insekten und verbessere gleichzeitig das Image der Landwirtschaft, sagt Sager – „eine absolute Win-Win-Situation“. Er sei „überzeugt, dass sich die Initiative noch weiter ausdehnen lässt“.

Bis zu zwei Hektar Fläche können pro Betrieb mit gesponsorten Samen bepflanzt werden. Das Ziel sei es, das Saatgut möglichst weit zu verteilen, erklärt Joachim Siebrecht vom Fachdienst Naturschutz der Kreisverwaltung. Der positive Effekt sei durch viele kleine Flächen größer als durch wenige große.

Ein Blühstreifen so lang wie von Kiel bis nach Kapstadt

Mittlerweile werden ähnliche Aktionen auch in anderen Teilen Schleswig-Holsteins angeboten. In Nordfriesland etwa sei man dem Beispiel Ostholsteins gefolgt, berichtet Melf Melfsen, Vorsitzender des zuständigen Kreisbauernverbandes. Dort habe der Kreis nun ebenfalls 5000 Euro für Saatgut bereitgestellt. Auf insgesamt 100 Hektar Fläche soll Nordfriesland aufblühen.

Landesweit seien es sogar mehr als 6100 Hektar, berichtet Stephan Gersteuer, Generalsekretär des Bauernverbands Schleswig-Holstein. „Würde man aus dieser Fläche einen fünf Meter breiten Streifen machen, würde der von Kiel bis nach Kapstadt reichen“, rechnet er vor. Er freue sich, dass im ganzen Land verstärkt auf den Artenschutz geachtet werde. „Die Landwirte zeigen, dass sie sich für die Artenvielfalt engagieren wollen und es auch tun.“

Ostholstein blüht auf

Mehr als 6100 von insgesamt 655 800 Hektar Ackerland werden in Schleswig-Holstein aktuell als sogenannte Blühstreifen für Insekten angelegt. In Ostholstein und Lübeck sind es knapp 400 Hektar (von 77 100).

Weitere Infos zum Projekt „Ostholstein blüht auf“ gibt es unter www.kreis-oh.de.

Jennifer Binder

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