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Ostholstein Blutige Schlägerei vor Scharbeutzer Nachtclub hat Nachspiel vor Gericht
Lokales Ostholstein Blutige Schlägerei vor Scharbeutzer Nachtclub hat Nachspiel vor Gericht
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08:05 18.07.2019
Begehrtes Ziel in der Nacht: die Disco-Tanzfläche. Doch dorthin gelangt nicht jeder – was in Scharbeutz zu einer Schlägerei führte. Quelle: Patrick Pleul/dpa
Scharbeutz/Eutin

„Waffen führen fast immer zu einer Eskalation“: Dieser Mahnung von Richterin Anja Farries musste Daniel S. (Name geändert) vor dem Amtsgericht Eutin wohl oder übel zustimmen. Schließlich war es der 26-Jährige gewesen, der bei einer Auseinandersetzung mit den Türstehern eines Scharbeutzer Nachtclubs einen Teleskop-Schlagstock gezückt und sich danach eine Platzwunde am Kopf zugezogen hatte. Gegen den gegen ihn erlassenen Strafbefehl hatte der Ostholsteiner Einspruch eingelegt, zog diesen jetzt aber zurück.

Daniel S. und sein Freund gerieten mit den kräftigen Männern am Club-Eingang im Juni 2018 aus einem klassischen Grund aneinander: Sie wurden nicht hineingelassen. Es war kurz vor 4 Uhr nachts, die Getränke in einer benachbarten Cocktail-Bar waren offenbar bereits im Übermaß geflossen – da gab es dann ein „Nein“ von der Security. Woraufhin Daniel S. mit besagten Schlagstock herumwedelte, während sein Freund ein Taschenmesser hervorholte.

Drohung mit angeblicher Verbindung zum Rockermilieu

Es kam zur Schlägerei, bei der Daniel S. nach Angaben der Türsteher zu Boden ging. Stimmt nicht, erklärte Daniel S. – einer der Security-Leute habe ihm vielmehr einen Schlagstock über den Kopf gezogen. Fotos der erlittenen Platzwunde auf dem Kopf sprächen zwar eher für letztere Version, meinte die Richterin. Dessen ungeachtet könne von einem grundlosen Angriff durch die Club-Mitarbeiter keine Rede sein. Zumal Daniel S. später im Beisein der herbeigerufenen Polizei seinen Kontrahenten bedrohte, und zwar mit den Worten: „In drei Tagen bist du tot. Ich sage nur: 81“ – wobei die berüchtigte Zahlenfolge vermutlich auf die Buchstaben H und A und somit auf den RockerclubHells Angels“ anspielen sollte.

Erschwerend kam hinzu, dass Daniel S. vorbestraft ist und wegen eines Gewaltdeliktes bereits im Gefängnis gesessen hat. Warum er gegen den Strafbefehl – die verhängte Geldstrafe liegt bei 1200 Euro – Einspruch eingelegt hat, wurde vor Gericht nicht eindeutig geklärt. „Ich hätte etwas ganz anderes beantragt“, erklärte Michael Bertram als Vertreter der Staatsanwaltschaft und riet Daniel S., den damaligen „Anflug von Milde“ des betreffenden Strafverfolgers wertzuschätzen. Was der 26-Jährige dann auch tat, indem er seinen Einspruch zurückzog.

Sabine Latzel