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Ostholstein Brennholz aus dem Wald um die Ecke
Lokales Ostholstein Brennholz aus dem Wald um die Ecke
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17:36 10.01.2019
Jörn Koch, Vorsitzender des Fördervereins für Heimatkunde und Landschaftspflege im Großenbroder Winkel sowie Bürgermeister Jens Reise (v.l.) begutachten das Waldgebiet. Quelle: Markus Billhardt
Großenbrode

„Wann gibt es schon mal die Möglichkeit, vor der Haustür Holz zu schlagen?“, fragt sich Bürgermeister Jens Reise. Der Großenbroder Holz entstand 1998 durch die größte Neuwald-Aufforstung in Schleswig-Holstein. Der rund 40 Hektar große Wald braucht nun aber mehr Struktur und soll daher bearbeitet werden.

Rund 300 000 Bäume wurden damals eingepflanzt, darunter acht verschiedene Arten wie Eiche, Ahorn, Buche oder auch Kirsche sowie zwölf verschiedene Straucharten. Der Großenbroder Holz gehört zu einem ehemaligen Bundeswehrgelände, dass die Gemeinde 1997 für rund 5,6 Millionen D-Mark erworben hatte. Wo jetzt der Wald ist, befanden sich früher ein militärisches Übungsgelände und verpachtete Ackerflächen.

Ausforstung in der „Großenbroder Lunge“

„Die Flächen habe ich Mitte der 1990er Jahre noch selbst beackert“, erzählt Landwirt Jens Reise. An den Bäumen stehend, erinnert sich, dass er dort auch zum Dreschen das erste Mal überhaupt auf dem Feld war. Jetzt sei zwischen Promenade und Neubaugebiet die „Großenbroder Lunge“ mit Waldklima, Windschutz bei westlichen Winden und Naturerlebnispfad – eben ein Naherholungsgebiet.

„Was Besseres hätte uns damals gar nicht passieren können“, betont auch Jörn Koch, Vorsitzender des Fördervereins für Heimatkunde und Landschaftspflege im Großenbroder Winkel, der sich Anfang 1998 im Zuge der Renaturierung gegründet hatte. Für die Zukunft fahre Großenbrode sehr gut damit, so Koch. „Aber so wie sich der Wald derzeit darstellt, ist er keiner. Wir wollen ihn durch die Ausforstung zu einem machen“, ergänzt der Bürgermeister.

Der Großenbroder Holz wird nach 20 Jahren erstmalig durchgeforstet. Quelle: Markus Billhardt

Jörn Koch erklärt: „Bei der Selektion werden vor allem schwache Bäume und Totholz geplentert, das bedeutet, dass einzelne Bäume geschlagen werden.“ Im ersten Schritt sollen etwa 700 Stämme entfernt werden. „Dadurch werden sogenannte Erschließungsgassen angelegt, damit der Wald für spätere Pflegemaßnahmen zugänglicher wird“, erklärt Hubertus Zirkel, Leiter der Forstberatungsgemeinschaft Ostholstein.

Dann könne im nächsten Schritt dafür gesorgt werden, dass qualitativ hochwertige sowie konkurrenzschwächere Baumarten gefördert werden, um dauerhaft einen vitalen Mischwald zu behalten, so Zirkel. So sei die Eiche in der Jugend gegenüber Ahorn oder Linde benachteiligt. Es ginge ein erheblicher Anteil dieser Baumart verloren, wenn man nicht etwas tun würde. Auf zunächst rund fünf Hektar können sich Interessierte, vor allem Großenbroder Bürger, an der Ausforstung beteiligen.

Aktion fördert regionale Akzeptanz

In den kommenden Jahren soll dies weitergeführt werden – einmal komplett durch den Holz. „Wir schauen mal, wie es angenommen wird“, so Reise. Sonst müssten Großgeräte zum Einsatz kommen, um die Gassen freizuschaffen, sagt Koch, und die könnten gegebenenfalls die Wege zerstören. Die Beteiligung der Bevölkerung ist aber nicht unüblich. „Es funktioniert gut. Wir haben es zuletzt auch in Altenkrempe gemacht“, verdeutlicht Zirkel. Es sei eine Frage der regionalen Akzeptanz, alle an dem gemeinschaftlichen Wald teilhaben zu lassen.

Wer einen Motorsägeschein und einen Versicherungsnachweis besitzt, darf nach einer Einweisung durch Hubertus Zirkel mit Sicherheitsausrüstung in den Wald. Anmeldungen nimmt ab sofort Martin Urhammer vom Amt Oldenburg-Land entgegen. Kontakt kann unter Telefon 04361/493731 oder per E-Mail an martin.urhammer@amt-oldenburg-land.de angenommen.

Markus Billhardt

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