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Ostholstein Brexit: Ostholsteiner Briten besorgt
Lokales Ostholstein Brexit: Ostholsteiner Briten besorgt
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10:51 23.01.2019
Auch der Schotte Calum Donald (48), der mit seiner Frau in Dänschendorf auf Fehmarn lebt, ist sauer über den Brexit. Quelle: privat/hfr
Ostholstein

Welche Auswirkungen hätte der Brexit für sie persönlich? Dürfen Briten weiterhin in Ostholstein leben? Hier auch künftig arbeiten oder die Ausbildung beenden? Fragen über Fragen, die sich viele Briten, die zwischen Fehmarn und Bad Schwartau leben, in diesen Tagen stellen. Das Chaos rund um den angestrebten Austritt Großbritanniens aus der EU – kurz „Brexit“ genannt – ist bei ihnen Dauerthema.

Briten sagen ihre Meinung

So wie für Charlotte Reynolds, die in Grömitz eine Ausbildung zur Hotelfachfrau macht. Die 25-Jährige informiert sich täglich über Internet und Zeitung, was auf der Insel los ist. Ihre Mutter ist Deutsch-Französin, ihr Vater Engländer. Die Familie lebt inzwischen in Stuttgart. Charlotte Reynolds hält über Telefon Kontakt zu den Verwandten: zu Oma, Onkel, Tanten, die alle 80 Kilometer südlich von London in Brighton leben. Mit ihren Cousins und Cousinen tauscht sie sich kurzerhand über Whatsapp aus. „Das bereitet uns große Sorge“, sagt Charlotte Reynolds. Sie ist im zweiten Lehrjahr und hofft, ihre Ausbildung auch in Grömitz beenden zu können. Nachvollziehbar sei das Hin und Her um die Austrittspläne nicht mehr. Sie findet die englische Mitgliedschaft in der EU gut. „Gerade für uns junge Leute könnte alles wesentlich schwieriger werden“, sagt sie und meint damit die Möglichkeit, als EU-Bürger den Wohn- und Arbeitsort europaweit frei wählen zu können.

„Ich bin komplett gegen den Brexit

So wie auch der Schotte Calum Donald, der auf Fehmarn lebt und im Norden Englands geboren wurde. Den 48-Jährigen treiben die Sorgen um seine Heimat um. „Das ist eine Katastrophe, was in England passiert“, sagt der Disponent einer Spedition. Donald hat seit 2015 eine Ferienwohnung auf Fehmarn, seit 2017 lebt er mit seiner Frau im Haus in Dänschendorf. „Ich bin komplett gegen den Brexit. Das war ein Riesenfehler von Ex-Premier David Cameron.“ In der deutschen und britischen Presse informiert er sich täglich, wie Theresa May nun weiter verfahren will. Ob das alles noch ein glückliches Ende haben wird . . . Calum Donald weiß es nicht.

„Wir alle hoffen auf eine zweite Abstimmung“

Der Brite Gregor McDermott aus Bosau hofft für seine Verwandten in England auf ein zweites Referendum zum Brexit. Der 33-Jährige, der mit seinem Cousin das Gasthaus „Zum Frohsinn“ in Bosau führt, lebte bis zu seinem 20. Lebensjahr in Welwyn Garden City. Dort ging er zur Schule, machte Abitur, kam dann nach Deutschland, wurde in Lübeck Hotel- und Gaststätten-Betriebswirt. Seine Mutter, zwei Brüder, drei Tanten, zwei Onkel und die Oma leben noch in dem Städtchen gut 50 Kilometer nördlich von London. „Der Brexit ist immer ein Thema bei uns, in allen Gesprächen“, sagt McDermott. Damals hätte seine Mutter noch dafür gestimmt, heute nicht mehr. „Mein Bruder war von Anfang an strikt gegen einen Austritt, meine Mutter ist es inzwischen auch.“ Wir alle hoffen auf eine zweite Abstimmung, denn wir wollen in der EU bleiben.

Einbürgerungen im Kreis

Zu Beginn der Brexit-Verhandlungen 2016 wurden im Kreis Ostholstein 17 Briten eingebürgert. Im Jahr 2017 waren es 128 Personen, die eingebürgert wurden, davon stammte die größte Gruppe aus Großbritannien (17 Personen). 2018 wurden 113 Personen eingebürgert, die größte Gruppe stammte aus Polen (12), gefolgt von Großbritannien (11).

Louis Gäbler

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