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Ostholstein Die eiskalte Ostsee einmal für sich allein
Lokales Ostholstein Die eiskalte Ostsee einmal für sich allein
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09:00 23.12.2018
Spinnfischen und Fliegenfischen am Brodauer Steilufer: Kai Rohde aus Neustadt wirft seine Angel in der kalten Ostsee aus . Quelle: Beke Zill
Brodau

Die Wellen plätschern ans Ufer, es weht ein eisiger Nord-West-Wind am Strand von Brodau. Dunkle Wolken kündigen den nächsten Schauer an. Typisches Wetter, um es sich mit einem warmen Getränk in den aufgeheizten vier Wänden gemütlich zu machen. Keine Spaziergänger, keine Hundebesitzer, keine Möwen sind zu entdecken – gähnende Leere an der Steilküste. Fast. Nur einer traut sich raus. Kai Rohde lässt den Blick kurz über das Wasser schweifen, stapft den schmalen Dünenpfad hinunter zum Strand und bleibt erst stehen, als er hüfttief in der eisigen Ostsee steht. Der Neustädter ist an diesem Wintertag wie so oft in dieser Jahreszeit besonders auf Meerforellen aus. „Die fange ich echt gern“, sagt er. Jedes Wetter ist dem Angler recht, Hauptsache er kann seiner liebsten Freizeitbeschäftigung nachgehen. „Es ist halt eine Faszination. Ich brauche das einfach – manchmal auch bei Schietwetter“, sagt der 43-Jährige und macht sich bereit zum Spinnfischen.

Kai Rohde beim Spinn- und Fliegenfischen in der Ostsee

Jede Jahreszeit habe ihre Eigenheiten, sagt der zweifache Familienvater und lässt den Köder, den sogenannten Blinker, mit einem gekonnten Schwung weit draußen ins Wasser sinken. Meerforellen und Dorsche könnten auf die rot-schwarze Fischimitation an der Angelschnur reagieren. Spinnfischen ist abgeleitet vom englischen Wort „spinning“ (drehen). Damit ist der Köder gemeint, der sich im Wasser um die eigene Achse dreht. „Es geht darum, den Fisch neugierig zu machen“, erklärt Kai Rohde das Prinzip. Seine Wollmütze auf dem Kopf hat er so tief wie möglich ins Gesicht gezogen. Mit seinen Händen in Halbfinger-Handschuhen zupft er mithilfe der Angel immer wieder an der Schnur, lässt den Köder wieder an den Grund sinken, um ihn dann mit der Rolle einige Meter einzuholen. Die Forelle sei ein Freiwasserjäger, fresse gerne Asseln, kleine Garnelen. Diese Beute versuche man zu imitieren. Auch Krebse sind gern gesehenes Fressen, besonders bei Dorschen. „Der Dorsch geht gerne an den Grund“, sagt er. Rohde weiß um die Jagdmethoden des Meeresfisches. Beim Angeln ist neben der Technik die Erfahrung das Wichtigste.

Ausrüstung und Erfahrung sind entscheidend

Mittlerweile lässt sich zwischen den Regenwolken kurz die Sonne blicken. An den einstelligen Temperaturen ändert das aber wenig, auch der Wind bläst weiter kräftig durch jede Faser der Klamotten. Kai Rohde stört das nicht. Er geht mit Wathose und dicker Regenjacke bekleidet langsam durch die Brandung, blickt seinem erneuten Wurf hinterher und wartet. Er könnte sich in dem Moment nichts Schöneres vorstellen. Das Fischen ist seine absolute Leidenschaft. „Man ist in der Natur, konzentriert sich voll auf das Gerät und die Umgebung. Und irgendwo sind wir doch alle Jäger“, erklärt er, warum er seit seiner Kindheit das Angeln so faszinierend findet. Kälte und Nässe halten ihn nicht von seinem Hobby ab. „Wenn ich gut ausgerüstet bin, kann ich alles viel mehr genießen“, sagt der Neustädter. Ein milder Februar sei zum Beispiel super zum Fischen. Außerdem sei er beim Spinnfischen immer in Bewegung. Irgendwo warm und trocken zu sitzen und zu warten, bis ein Fisch angebissen hat, ist nichts für ihn. „Sommerangler sind Bootsangler.“

Fischereischein ist Pflicht

Wer in der Ostsee und anderen Gewässern in Schleswig-Holstein angeln möchte, benötigt einen Fischereischein. Angler, die in einem anderen Bundesland ihren Schein erworben haben und in Schleswig-Holstein fischen möchten, müssen zusätzlich eine Fischereiabgabe von zehn Euro entrichten. Urlauber ohne Fischereischein benötigen einen Urlauberfischereischein, der für 28 Tage gültig ist. Abgabemarken und den Urlauberfischereischein sind bei örtlichen Ordnungsbehörden, Hafenämtern und Außenstellen der Fischereiaufsicht erhältlich.

Jetzt im Winter gibt es auch noch weitere Techniken, die zum Erfolg führen können. Kai Rohde watet aus der Ostsee heraus, legt seine Angel in den Sand und schnappt sich ein anderes Gerät. Jetzt ist Fliegenfischen angesagt. Dabei sind Technik und Erfahrung gleichermaßen gefragt. Mit der Angelrute schwingt er die Schnur so lange über seinem Kopf, bis er genug Schwung entwickelt hat, um sie weit ins Wasser fliegen zu lassen. Am Ende der Schnur hängt ein besonders leichter Köder. Der Profi kann sich zwischen zahlreichen Techniken, Routen, Rollen, Ködern und Schnüren entscheiden. Rohdes Fazit zu seinem Hobby: „Angeln ist nicht gleich angeln. Es geht um viel mehr.“

Beke Zill

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