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Ostholstein Malenter kritisieren schnelle Baugenehmigung
Lokales Ostholstein Malenter kritisieren schnelle Baugenehmigung
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11:20 24.07.2019
Anwohner der Malenter Drei Eichen demonstrieren gegen den geplanten Bau eines Gebäudekomplexes am Ende der verkehrsberuhigten Wohnstraße. Quelle: Dirk Schneider
Malente

Die Anwohner der Spielstraße Drei Eichen in Malente fühlen sich von der Entwicklung eines Bauvorhabens überrollt. Statt kleiner Stadtvillen soll ein zwölf Meter hoher und 31,5 Meter breiter Wohnblock am Ende der verkehrsberuhigten Zone zwischen dem Wendehammer und der Kellerseestraße errichtet werden. Die Anlieger kritisieren, dass der Kreis bereits eine Baugenehmigung erteilt hat, obwohl die Gemeinde eine Änderung des Bebauungsplans noch nicht abgeschlossen hat.

Neben der schieren Größe des Bauwerks, das sich nach Ansicht von Thomas Langhans nicht in die kleinteilige Bebauung mit Einzel- und Doppelhäusern einfügt, stört die Anlieger vor allem die Zahl von 14 Wohneinheiten, die in dem Gebäudekomplex geschaffen werden sollen. „Bislang sind wir davon ausgegangen, dass an dieser Stelle zwei Stadtvillen mit je zwei Wohnungen geschaffen werden sollten“, sagt Langhans. Es gehe also nicht darum, irgendeine, sondern diese spezielle Bebauung des Areals zu verhindern, stellt Langhans fest.

Anwohner sehen Problemen bei den Parkplätzen

Durch das Bauvorhaben in dieser Dimension verdopple sich nicht nur die Zahl der Bewohner des kleinen Wohngebiets, sondern auch die Zahl der Fahrzeuge, die durch die Berliner Straße und Drei Eichen fahren würden, moniert Sonja Lange. Da in der geplanten Tiefgarage unter dem Haus nur ein Stellplatz pro Wohnung vorgesehen sei, befürchte sie große Parkplatzprobleme in der sehr engen, meist nur einspurig ausgebauten Sackgasse. „Die Erfahrung zeigt doch, dass die meisten Haushalte zwei Autos haben“, sagt Lange. Während dieser Raumbedarf für den Zweitwagen bei den vorhandenen Eigenheimen auf den Grundstücken nachgewiesen werde, sei diese Lösung bei dem Neubau laut Planskizzen nicht vorgesehen und wegen der Hanglage auch kaum möglich, sagt Lange.

Der Hang zwischen Kellerseestraße und Drei Eichen soll mit einem großen Gebäudekomplex bebaut werden. Quelle: Dirk Schneider

Sven Sodeik wundert sich, dass die Baugenehmigung seitens des Kreises Ostholstein bereits erteilt worden sei, obwohl die Gemeinde Malente gerade erst das Verfahren für die Änderung des Bebauungsplans eingeleitet habe. Bislang sei nämlich unklar, ob auf dem 2179 Quadratmeter großen Grundstück diese vergleichsweise hohe Anzahl von Wohneinheiten zulässig sei. „Ich befürchte, das jetzt mit dem Bagger schon einmal Fakten geschaffen werden, bevor wir unsere Einsprüche geltend machen können“, sagt Sodeik.

Bauamt sieht keinen Widerspruch

Für den Malenter Bauamtsleiter Fred Knaack ist dieser Umstand kein Widerspruch. „Die vorgesehene Änderung dient lediglich der Klarstellung einer missverständlichen Festsetzung in einem einzelnen Baufenster.“ Diese Konkretisierung habe der Kreis gefordert, um zu prüfen, „ob der vorgestellte Plan der Planungsabsicht der Gemeinde“ entspreche. Der entsprechend protokollierte Beschluss des Malenter Bauausschusses, der dieser Planung in der Juni-Sitzung zustimmte, habe offensichtlich ausgereicht, die Baugenehmigung zu erteilen, sagt Knaack.

Diese Meinung vertritt auch der Bauausschussvorsitzende Uwe Potz. „Der Entwurf, den der Investor uns vorgelegt hat, ist schlüssig und wertig.“ Und da sich das Bauvorhaben im Rahmen der Bauvorgaben bewege, sehe er auch keine Versagensgründe.

Monika und Gerhard Amberg sehen einige Mängel in der Planung eines Mehrfamilienhauses am Ende der Sackgasse Drei Eichen, das in Malente errichtet werden soll. Quelle: Dirk Schneider

Forderung nach mehr Transparenz

Diese erkennen Gerhard und Monika Amberg allerdings in der schriftlichen Festsetzung des noch gültigen Bebauungsplans. Dieser schließe die Schaffung von „Kleinstwohnungen“ aus „besonderen städtebaulichen Gründen“ aus, betont Monika Amberg. Mittels dieser Regelung versuche die Gemeinde, Ferien- und Zweitwohnungen zu vermeiden. Genau diese Struktur sei aber neben einigen 100 Quadratmeter großen mit mehreren nur rund 40 Quadratmeter kleinen Wohnungen vorgesehen, kritisiert Monika Amberg die Baupläne.

Aufgrund dieser aus ihrer Sicht in vielen Bereichen widersprüchlichen und mangelhaften Planung werde sie gegen eine Realisierung des Projekt in dieser Form Einspruch erheben, kündigte Amberg an. Zugleich hofft sie, dass Bauausschuss und Gemeindevertretung zunächst die eingeleitete Änderung des Bebauungsplans mit der entsprechenden Bürgerbeteiligung abarbeiten und dass der Investor dieses Ergebnis abwartet. „Das würde auf jeden Fall mehr Transparenz und vielleicht sogar Akzeptanz in das Verfahren bringen“, sagt Amberg.

Dirk Schneider

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