Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Bürgerbegehren erfolgreich: Grömitz baut weitere Wohnungen
Lokales Ostholstein Bürgerbegehren erfolgreich: Grömitz baut weitere Wohnungen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:49 26.04.2019
Die neuen Wohnungen im Bereich Mühlenstraße/Oldenburger Straße sollen bald vermietet werden.
Die neuen Wohnungen im Bereich Mühlenstraße/Oldenburger Straße sollen bald vermietet werden. Quelle: Jennifer Binder
Anzeige
Grömitz

Erfolg für das Bürgerbegehren für bezahlbaren Wohnraum: Grömitz hat sich gegen den Verkauf der neuen Gebäude in der Mühlenstraße entschieden und will in Eigenregie insgesamt 60 weitere günstige Wohnungen bauen. Das hat die Gemeindevertretung jetzt einstimmig beschlossen. CDU und FDP nahmen damit Abstand von ihrer bisherigen Forderung, den sozialen Wohnungsbau privaten Unternehmen zu überlassen. Die Initiatoren des Bürgerbegehrens sehen ihr Anliegen mit dem Beschluss voll erfüllt.

1122 Unterschriften wurden gesammelt

„Das hier ist kein fauler Kompromiss – das Ziel ist erreicht“, sagte Mit-Initiator und Gemeindevertreter Sebastian Rieke (FWV). 1122 Unterschriften hatten er und seine Mitstreiter gesammelt, um einen Bürgerentscheid zum Thema anzuschieben (die LN berichteten). Ihre Befürchtung: Würde die Gemeinde die Wohnungen beziehungsweise Baugrundstücke an Wohnungsbaugesellschaften verkaufen, wären die Mieten am Ende für viele Einwohner zu hoch. Die Initiatoren des Bürgerbegehrens haben dafür plädiert, dass die Gemeinde die fertigen Wohnungen selbst vermietet, und auch die weiteren Bauprojekte in eigener Hand behält.

1122 Unterschriften hatten die Initiatoren des Bürgerbegehrens in Grömitz und ihre Mitstreiter gesammelt – und sie hatten Erfolg. Quelle: HFR

Dass bezahlbarer Wohnraum in Grömitz dringend benötigt wird, darin waren sich die Gemeindevertreter von vornherein einig. CDU und FDP hatten sich mit Blick auf die Kosten – auf Grömitz kommen durch das Vorhaben voraussichtlich 13 Millionen Euro neue Schulden zu – jedoch zunächst für einen Verkauf von Wohnungen und Baugrundstücken ausgesprochen. Jetzt erklärte Henning Faasel (CDU): „Wir mussten leider feststellen, dass das Ziel auf dem von uns präferierten Weg nicht zu realisieren ist.“ Will heißen: Die Mieten, mit denen private Anbieter kalkulieren, sind höher als seitens der Gemeinde gewünscht. In einem aktuellen Angebot etwa ist (für die nicht geförderten Wohnungen) von Anfangsmieten zwischen 10,75 und 11,30 Euro pro Quadratmeter die Rede.

Gemeinde will 60 weitere Mietwohnungen bauen

„Wir versperren uns nicht den Tatsachen“, sagte Faasel. CDU und FDP sprachen sich nun ebenfalls gegen den Verkauf von Wohnungen und Baugrundstücken aus. Letztendlich einigten sich alle Fraktionen auf einen gemeinsamen Beschluss, der sich an den Forderungen des Bürgerbegehrens orientiert. Geschlossen stimmten sie dafür, dass die Gemeinde die 18 neuen Wohnungen in der Mühlenstraße behält und schnellstmöglich vermietet. Um die Rahmenbedingungen festzulegen, soll zeitnah eine Hauptausschuss-Sitzung anberaumt werden.

Zusätzlich sollen 20 Wohnungen in der Trift errichtet werden, die dann auf dem zweiten Förderweg für 7,30 Euro pro Quadratmeter vermietet werden. Im zweiten Schritt sollen weitere 40 Wohnungen in der Oldenburger Straße entstehen. Wie hoch hier die Mieten sein werden, soll zu gegebener Zeit festgelegt werden. Das Bürgerbegehren soll nun nicht weiter verfolgt werden: Die Initiatoren sehen ihr Ziel als erreicht an; ein Bürgerentscheid würde das Projekt in ihren Augen jetzt nur verzögern.

Jennifer Binder