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Ostholstein Bürgerentscheid: Dahmer sagen Ja zum Schwimmbad
Lokales Ostholstein Bürgerentscheid: Dahmer sagen Ja zum Schwimmbad
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17:11 28.10.2019
Die Bürgerinitiative hat den Bürgerentscheid zum Erhalt des Schwimmbads gewonnen. Die Initiatorinnen freuen sich (v. r.): Marion Haeger, Andrea Greifenhagen und Michaela Howitt. Quelle: HFR
Dahme

Mit 369 Ja-Stimmen, das entspricht rund 58,8 Prozent, ist der Bürgerentscheid zum Dahmer Meerwasserschwimmbad angenommen worden. Somit haben sich bei 253 Nein-Stimmen die Dahmer mehrheitlich für die Wiedereröffnung und den ganzjährigen Betrieb des Bades im Strandspa ausgesprochen. Verbunden ist damit auch eine Sanierung, da das große Becken seit knapp 16 Monaten aus baulichen Gründen gesperrt ist. Die Wahlbeteiligung lag bei 54,8 Prozent.

Nicht mit dem Kopf durch die Wand

„Ich bin etwas überwältigt und hätte nicht gedacht, dass es am Ende so klar ausgeht. Wir haben Grund, ein bisschen zu feiern“, sagt Andrea Greifenhagen, CDU-Gemeindevertreterin und Mitbegründerin der Bürgerinitiative (BI). Seit Anfang des Jahres hatte sich die BI für den Erhalt des Schwimmbads eingesetzt und mit einem Bürgerbegehren den jetzigen Bürgerentscheid ins Rollen gebracht. Das Ergebnis ändere nichts an der Einstellung, gemeinsam mit allen Gemeindevertretern eine einvernehmliche Lösung finden zu wollen, sagt Greifenhagen: „Wir wollen nicht mit dem Kopf durch die Wand.“

Wird es jetzt irgendwann wieder Wasser im großen Becken des Dahmer Strandspas geben? Quelle: LN-Archiv

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Selbst gespannt, wie es jetzt weitergeht, ist Bürgermeister Harald Behrens: „Das ist eine neue Herausforderung. Mit einem Bürgerentscheid umzugehen, ist auch für mich als ehrenamtlicher Bürgermeister Neuland.“ Seine Fraktion der „Bürger für Dahme“ hatte sich wie die Dahmer-Wähler-Gemeinschaft (DWG) gegen das Schwimmbad ausgesprochen. „Wir müssen mit dem Votum leben und sind als Gemeinde daran gebunden“, sagt Behrens. Doch er müsse auch die Finanzlage des Ortes berücksichtigen: „Die Wirtschaftlichkeit für den Erhalt der Einrichtung sehe ich nicht. Oberste Priorität hat ein ausgeglichener Haushalt, dies ist für mich unumstößlich.“

DWG erwartet belastbare Zahlen

Sven Rohr, Sprecher der DWG, macht deutlich: „Das Ergebnis des Bürgerentscheids ist nicht nur eine eindeutige Willensbekundung für die Sanierung des ehemaligen Schwimmbades, sondern gleichzeitig auch ein Handlungsauftrag an jene politischen Kräfte, die sich für die Wiederinbetriebnahme engagiert und ausgesprochen haben.“ Nun heiße es, belastbare Fakten zu liefern. Dazu zähle, wie Förderungsmöglichkeiten aussehen könnten, von welcher Budgetplanung auszugehen sei und welche jährliche Belastung inklusive Personalkosten die Gemeinde zu erwarten habe. „Bis jetzt scheint noch nicht einmal der Sanierungsbegriff definiert zu sein“, erklärt Rohr.

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Etwas traurig findet Bürgermeister Behrens mit Blick auf die Wahlbeteiligung, dass 46 Prozent der Einwohner der Ausgang der Abstimmung wohl egal gewesen sei. Schließlich könnte es auch deren Portemonnaie betreffen. „Irgendwo muss das Geld herkommen“, mahnt der Bürgermeister und dies könne am Ende des Tages zu Einsparungen bei freiwilligen Leistungen führen oder gar die Erhöhung von Hebesätzen zur Folge haben. Andrea Greifenhagen: „Es ist ja klar, dass wir die Gemeinde nicht in den Ruin treiben wollen.“ Sven Rohr stellt heraus: „Auf keinen Fall wird die DWG zum Erfüllungsgehilfen auf dem Weg in den Offenbarungseid.“

Arbeiten an einer gemeinsamen Lösung

Er hätte sich sicherlich am Sonntagabend andere Zahlen gewünscht, sagt Behrens. Doch die Entscheidung zwinge hoffentlich alle Gemeindevertreter, ihre Befindlichkeiten wegzulassen und beim Lösen der Problematik aktiv mitzuarbeiten. Marion Haeger von der BI und ebenfalls CDU-Gemeindevertreterin genießt zunächst, dass sich die Mühen der vergangenen Wochen und Monate gelohnt haben, und freut sich, dass die Bevölkerung Stellung bezogen hat. Sie ist aber auch überzeugt, dass das Votum dazu beitrage zu erkennen, dass nur gemeinsam mit gegenseitigem Respekt und Akzeptanz etwas geschaffen werden könne.

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