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Ostholstein Bürgerentscheid: Was wird aus dem Hallenbad in Dahme?
Lokales Ostholstein Bürgerentscheid: Was wird aus dem Hallenbad in Dahme?
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06:03 22.10.2019
Der Anbau am Strandspa mit dem großen Schwimmbecken ist seit über 15 Monaten gesperrt. Die weitere Zukunft des Gebäudes soll mit dem Bürgerentscheid abgeklärt werden. Quelle: Billhardt
Dahme

Wie es mit dem Hallenbad in Dahme weitergeht, darüber dürfen die Einwohner am Sonntag, 27. Oktober, bis 18 Uhr bei einem Bürgerentscheid abstimmen. Seit Mitte 2018 ist das Schwimmbad im Strandspa gesperrt. Aufgrund von Sicherheitsmängeln wurde die Einrichtung geschlossen. Seit Anfang des Jahres kämpft eine Bürgerinitiative für das Bad und wehrt sich gegen die Mehrheit der Kommunalpolitiker, die eine andere Nutzung des Bades plant. Geht es nach der Initiative, soll Wasser dort das vorherrschende Element bleiben. Sowohl für die Schließung als auch die Sanierung des Hallenbades gibt es Argumente. Am Ende bleibt jedoch die Frage: Soll das Meerwasserschwimmbad in Dahme saniert, wiedereröffnet und ganzjährig betrieben werden?

Pro: Die Befürworter von der Bürgerinitiative sehen in der Schwimmhalle das Herzstück von Dahme. Es endgültig zu schließen, wäre für Dahme und seine touristische Ausrichtung ein unumkehrbarer Fehler. Mit dem Bad werde, so die Initiatoren der Abstimmung, das Schul-, Vereins- und Sportschwimmen gefördert. Das Bad sei Begegnungsstelle und Treffpunkt für Jung und Alt. Mit dem Hallenbad habe Dahme einen Standort- und Wettbewerbsvorteil an der Ostseeküste.

Kontra: Eine Schwimmbadsanierung würde unabsehbare finanzielle Belastungen bedeuten und die Möglichkeiten der Gemeinde Dahme komplett übersteigen. Sven Rohr von der Dahmer Wähler Gemeinschaft (DWG) warnt deshalb eindringlich: „Investitionen ohne Förderung und Folgekosten in Millionenhöhe wären für unsere Gemeinde der Supergau. Die Konsequenzen für das gemeindliche Leben wären unabsehbar, eine strukturelle Weiterentwicklung unseres Ortes unmöglich und ein Mithalten im touristischen Wettbewerb nicht mehr zu leisten.“

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Pro: Die Bürgerinitiative argumentiert dagegen, dass das vorliegendes Optimierungskonzept für das Schwimmbad zwar Sanierungskosten von 5,5 Millionen Euro aufweise, allerdings würden sich die Sanierungen in den ersten drei Jahren auf 1,5 Millionen Euro belaufen und weitere vier Millionen der Kosten auf weitere zehn Jahre verteilen. Fördergelder von bis zu 70 Prozent würden dabei nicht berücksichtigt. Diese hätten eine Reduzierung des Eigenanteils der Gemeinde zur Folge.

Kontra:Sowohl die Entwicklungsgesellschaft Ostholstein (Egoh) als auch das Wirtschaftsministerium hätten laut DWG jedoch erklärt, dass es für Dahme keine Förderungen geben werde, da die notwendigen Kriterien nicht gegeben seien. Die Abteilung Strukturförderung von der Investitionsbank Schleswig-Holstein hat dies sogar schriftlich bestätigt, sagt Joachim Tappmeyer. Die Richtlinien für die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung touristischer Projekte sowie investiver Maßnahmen zur Inwertsetzung des Natur und Kulturerbes seien mit seinen Schwimmbadplänen nicht erfüllt.

Pro: Eine Sanierung nach energetischen Erkenntnissen senke die Betriebskosten. Aktuell würden energetische Maßnahmen von Land, Bund und EU gefördert. Dies aber brauche politischen Willen, teilt die Initiative in ihrer Stellungnahme mit. Ein Hallenbad sei kein wirtschaftliches Unternehmen, sondern eine Einrichtung des Bildungs-, Gesundheits- und Sozialwesens.

Infoveranstaltung für die Bürger

Die Entscheidung trifft nun der Bürger. Die Bürgerinitiative wird am 25. Oktober um 15 Uhr noch ein Kaffeetrinken im Gemeindehaus veranstalten, um letzte Fragen zu beantworten.

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Von Markus Billhardt

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