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Ostholstein Ostholsteins Bulldozer reisen zum Dart-World-Cup nach Las Vegas
Lokales Ostholstein Ostholsteins Bulldozer reisen zum Dart-World-Cup nach Las Vegas
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18:25 10.08.2019
Oldenburg/Geiselwind

 Sie nennen sich Bulldozer und kommen aus Ostholstein. Ihre Pfeile wiegen nur wenige Gramm und ihre Zielscheibe leuchtet. Die Dart-Spieler um den Oldenburger Kapitän Mario Lens haben zehn Jahre nach ihrer Gründung die Deutsche Liga Mannschafts-Meisterschaft (DLMM) im E-Dart gewonnen. Im bayerischen Geiselwind setzten sie sich gegen mehr als 130 Teams durch. Ihr Preis: Sie dürfen erstmals bei der Weltmeisterschaft in Las Vegas dabei sein.

Das, was die elf Männer machen, hat nur wenig mit Bierchen trinken und ein paar Pfeile werfen zu tun. Ganz im Gegenteil. Mario Lens sagt, dass einige der Dart-Spieler täglich trainieren, er selbst zwei- bis dreimal die Woche seine Pfeile auf die elektronische Scheibe fliegen lasse. „Hinzukommen nicht selten zwei Punktspiele pro Woche“, ergänzt Lens. Die Bulldozer sind Teil der höchsten Liga im Lübecker Raum des Deutschen Sportautomatenbunds und trainieren regelmäßig im Good Darts in der Hansestadt. Lens betont, dass insbesondere Spieler wie Mike Wilhelm, Otto Schütt und die Gosch Brüder viel investieren würden, um das Dartspiel hier voranzutreiben.

Die Bulldozer aus Ostholstein sind Deutscher Meister. Quelle: HFR

Konkurrenten nur während der Punktspiele

Mario Lens entdeckte das Dartspiel im Jahr 2003 für sich. „Damals gab es noch die Burgtorklause, eine Kneipe in Oldenburg. Da stand ein Automat, ich habe es einfach mal probiert und nach ein paar Wochen habe ich gemerkt, dass ich gerne um Punkte spiele würde“, sagt er. Lens beschreibt sich als Wettkampf-Typ. Er mag es, sich mit anderen zu messen. Zugleich betont er, dass sich das Konkurrenzdenken auf Punktspiele beschränke. „Nach dem Spiel verstehen wir uns gut und unterstützen uns gegenseitig“, verdeutlicht er und schiebt einen Dank hinterher: „Mike Wilhelm hat auch vor zehn Jahren die DSAB-Liga in Lübeck ins Leben gerufen, ohne ihn hätten wir gar nicht die Möglichkeit gehabt, so aktiv zu werden.“

2009 gründet der Oldenburger Taxi-Unternehmer schließlich mit seinem Freund Gerrit Franzkowski die Bulldozer. „Wir haben irgendwann gesagt, dass wir mal richtig angreifen und bei der Deutschen Meisterschaft starten wollen“, erläutert er die Motivation. Wichtig sei damals und auch heute noch, dass nur Spieler aufgenommen würden, die menschlich passen. „Wir wollen gut miteinander klar kommen, da geht es nicht nur ums Können“, sagt Mario Lens. Und so spielen mittlerweile Handwerker, Rentner, ein Zauberer, Krankenhausmitarbeiter und ein Taxiunternehmer im Alter von Anfang 20 bis knapp über 60 zusammen.

Erfolgreiche Nord-Teams bei Dart-DM

Nicht nur die Bulldozer Ostholstein schnitten bei der Deutschen Meisterschaft gut ab, sondern auch Mix Max Oldenburg und Untouchables Neumünster gewannen in ihren Klassen. Zudem kamen Fun for you Hamburg, Flying Hürsch Nortorf und Letoon Allstars Lübeck aufs Podium. Die Fischköppe aus Lübeck belegten den vierten Platz.

Zehn deutsche Mannschaften fliegen im April 2020 zum Worldcup nach Las Vegas.

Weitere Infos gibt es unter anderem auf den Facebookseiten der Nord-Ostsee-Liga sowie der des Bulldozer Dart-Team Ostholstein.

Zudem gibt es Infos für Dartspieler auf www.darten.blog.

Große Konkurrenz und eine Bühne

Bei allem Erfolg legt der Kapitän Wert auf Bescheidenheit. Dabei können die Dartspieler durchaus stolz sein. Sie haben sich in den vergangenen Jahren weiterentwickelt und bei der diesjährigen Deutschen Meisterschaft ihre Nerven auch auf der Bühne im Griff gehabt. In Geiselwind (Bayern) wurden Anfang Juli Meisterschaften in sechs Klassen ausgespielt. 477 Mannschaften traten an. 3000 Spieler und Unterstützer waren vor Ort. Während die ersten Runden vor eher kleiner Kulisse stattfanden, mussten die Finalspiele auf einer Bühne bewältigt werden.

„Bis dahin haben wir jedes Bühnenspiel verloren“, sagt Mario Lens und betont, dass er und seine Mitstreiter aufgeregter seien, wenn sie im Fokus stünden. Dennoch lief es in diesem Jahr gut. Gegen das Dream Team Revolution aus Augsburg – immerhin amtierender Europameister – setzen sie sich im Finalspiel mit 3:4 und 2:4 durch. Zuvor hatten sie eine Partie gegen die Augsburger 3:4 verloren. „Das war in diesem Jahr unsere beste Performance bei der Deutschen Meisterschaft. Nach dem ersten Sieg waren wir psychologisch im Vorteil“, sagt Lens.

Die Bulldozer aus Ostholstein treten in Geiselwind an. Quelle: HFR

Der Kopf entscheidet beim Dart

Stellt sich die Frage, worauf es beim Darten ankommt: „80 Prozent ist Kopfsache. Du musst deinen Rhythmus finden. Punktspiele sind wichtig. Da lernt man, mit Druck umzugehen“, erklärt Lens. Zudem benötige man etwas Talent und viel Training. „Es kann nicht jeder Profi werden“, sagt der Oldenburger. Jedoch sei es durchaus möglich, sich zu verbessern. Dabei würden Dinge wie Körpergröße und Wurftechnik keine Rolle spiele. Auch seien die Pfeile unterschiedlich geformt, unterschiedlich schwer und unterschiedlich groß. Jeder Spieler müsse die für sich Passenden finden.

Was gleich ist, ist der Mindestabstand zur Scheibe: Dieser beträgt für alle Werfer 2,37 Meter. Und dann kommt es darauf an, mit möglichst wenigen Pfeilen von 501 oder 301 auf null runterspielen. Eben dies ist den Bulldozern Ostholstein äußerst gut gelungen. „Für uns wird ein Traum wahr“, sagt der Kapitän.

Mit diesem Dartpfeil trainiert Mario Lens. Quelle: Sebastian Rosenkötter

Von Sebastian Rosenkötter

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