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Ostholstein Woodstock-Feeling beim Bulli-Festival
Lokales Ostholstein Woodstock-Feeling beim Bulli-Festival
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15:03 22.06.2019
Bulli-Festival auf Fehmarn: Günter Teltenkötter und seine Tochter Ina aus Emsdetten bei Münster in ihrem VW Bulli T1. Für die Nacht haben die beiden sogar einen in den Farben passenden Wohnwagen-Anhänger mit dabei. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Fehmarn

Vier Tage feiern und Spaß haben, lässig abhängen und jede Menge fachsimpeln: Der Burger Südstrand ist derzeit fest in Hand der VW-Bulli-Fahrer. Da wird sich ausgetauscht über topmoderne California-Modelle mit allem Schnick und Schnack, über Uralt-T1-Bullis mit knallbunten Flower-Power-Farben oder die neuesten Umbauten am Liebling auf vier Rädern. Dazwischen toben Kinder mit Mittsommer-Blumenkränzen im Haar, Väter brutzeln Schinken und Speck zwischen Vorzelt und Schlafnische. „Midsummer Bulli Festival“, das ist das Woodstock der Bulli-Fahrer.

Impressionen vom Festivalgelände

Zwei Tage lang brauchten Günter Teltenkötter (57) und seine Tochter Ina (21) für ihre Anreise nach Fehmarn. Nicht, dass Emsdetten bei Münster sonderlich weit entfernt ist. Gerade mal 430 Kilometer hatten Vater und Tochter zurückzulegen. Aber der betagte T1 sollte nicht über die Autobahn getrieben werden. Da sie auch einen Wohnwagen mitschleppten, nahmen die beiden lieber die Landstraßen. „Am Mittwoch ging es frühmorgens los, abends waren wir in Grömitz“, erklärt der Bauingenieur. „Dort wurde übernachtet, am Donnerstag ging es weiter auf die Insel.“

„Einfach Hammer, ein cooles Teil!“

Sein Samba-Bus mit den weit nach vorne zu öffnenden Windschutzscheiben stammt ursprünglich aus den USA. Den ersten Teil seines Lebens verbrachte er in Kalifornien, bevor er nach Europa verkauft wurde und irgendwann bei Günter Teltenkötter landete. „Meine Frau und meine ältere Tochter haben keinen Sinn dafür. Aber Ina ist ganz begeistert vom Bulli-Leben“, sagt er. Mit ihr war er auch bereits auf zwei Bulli-Treffen in Wolfsburg. „Einfach Hammer, ein cooles Teil!“, jauchzt die 21-jährige Bauzeichnerin.

„Sir Peter“ – Peter Aufdemkamp – genießt die Atmosphäre auf dem Festivalgelände. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Werksfeuerwehr-Fahrzeug aus Österreich

Auf der anderen Seite des Südstrandgeländes, gute 300 Stellplätze weiter, steht „Sir Peter“. Der T1 von Peter Aufdemkamp und Ehefrau Susanne ist ein altes Werksfeuerwehr-Fahrzeug aus Österreich. 1965 gebaut, kam er vor nunmehr zwölf Jahren nach Bad Oeynhausen, wurde dort bis zur letzten Schraube auseinandergenommen und binnen zwei Jahren komplett und liebevoll neu aufgebaut. „Für uns ist es das erste Mal, dass wir hier beim ,Midsummer Bulli Festival’ auf Fehmarn sind. Aber sicher nicht das letzte Mal!“, sagt der 49-Jährige.

Am kommenden Wochenende geht’s für die beiden schon wieder gen Norden. Sie wollen dann auf die Insel Fünen (Dänemark). „Wir lieben die Ostsee, auch weil hier immer Wasser ist, im Gegensatz zur Nordsee“, sagt Aufdemkamp. Außerdem sei es auch ein Besuch in der alten Heimat: „Während meiner Bundeswehrzeit war ich in Neustadt bei der Marine stationiert.“

Im Bulli ist Platz für eine ganze Familie

Dass so ein VW Bulli durchaus Platz für eine ganze Familie bietet, beweisen André von Salzen (43) und seine Frau Mareike (38) mit ihren Kindern Keno (14) und Milena (11). Sie sind aus Minden und das erste Mal auf Fehmarn dabei. Ihr T1 stammt aus dem Jahr 1959 und ist seit zehn Jahren in Familienhand. Der Kfz-Meister hat ihn eigenhändig restauriert: die komplette Hinterachse ausgetauscht, einen neuen Motor (Zwei-Liter-Maschine vom T4 mit nunmehr 120 PS) eingebaut. Jetzt bringt das 60 Jahre alte Gefährt es nicht mehr nur auf Tempo 80, sondern schafft Tempo 180 „Aber das haben wir nur einmal getestet“, sagt der Umbau-Experte lachend.

Er ist übrigens Mitglied der „Bus Brigade Nord“, einem lockeren Zusammenschluss von Bulli-Fahrern aus ganz Norddeutschland. Auf Fehmarn sind sie nun mit einem guten Dutzend Fahrzeugen angereist, frühstücken in drei aneinander gekoppelten riesigen Kuppelzelten morgens gemeinsam und klönen sich durch den Tag.

Sandra Hoffmann, hier in ihrem bemalten Woodstock-Bulli, kommt aus Berlin. Der T1 war ehemals eine Requisite einer Theatertruppe, die „Hair“ aufführte. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Flower-Power auf dem gesamten Blechkleid

Sandra Hoffmann (43) hat den wohl farbenprächtigsten Bus des gesamten Festivalgeländes: Ihren T2 hat die Berlinerin 2010 bei Ebay ersteigert. Das Fahrzeug war früher mal ein Theaterbus und stand im Mittelpunkt des Musicals „Hair“, mit dem die Truppe unterwegs war. Flower-Power-Farben ziehen sich von der Windschutzscheibe bis zum Heck über das gesamte Blechkleid. „Das war einfach Liebe auf den ersten Blick“, sagt sie lachend und blinzelt rüber zu ihrem Freund Matthias (44), der mit seinen Kindern Jarno (4) und Thilo (8) in Stockelsdorf lebt.

Das Programm am Sonntag

Um 10 Uhr starten diverse Do-it-Yourself-Aktionen und Aktivspiele für die ganze Familie im „Smaland“-Bereich. Ebenfalls um 10 Uhr tritt Extremsportler und Bulli-Fahrer Joey Kelly zum „Wake up“ auf. Der 45-Jährige will Ende Juni mit seinem Sohn Luke Kelly (18) mit seinem VW-Bulli von Deutschland in die chinesische Hauptstadt Peking fahren. RTL begleitet das große Abenteuer. Ab 11 Uhr gibt Kelly eine Autogrammstunde am Stand von Auto Wichert. Für die musikalische Unterhaltung auf der „Midsummer“-Bühne sorgt ab 13.45 Uhr die Oberstufenband „Offshore“ der Inselschule Fehmarn.

Bulli-Festival auf Fehmarn – das ist ein großes friedliches Fest. Vier Tage lang. Mit einem Bulli als Eis-, Lösch- oder Rennwagen und vielen anderen pfiffigen Ideen. Und die meisten wissen schon jetzt: Wir kommen 2020 wieder. Vorausgesetzt das Camp-Areal, auf dem vielleicht irgendwann doch noch mal eine große Hotel-Anlage gebaut werden soll, ist dann noch frei.

Louis Gäbler

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