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Ostholstein Bundespolizei stoppt illegale Einwanderer in Puttgarden
Lokales Ostholstein Bundespolizei stoppt illegale Einwanderer in Puttgarden
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12:07 23.11.2018
Schwerpunktkontrolle Migration am Fährbahnhof Puttgarden: Rund 70 Beamte waren acht Stunden lang im Einsatz. Quelle: GERD-J. SCHWENNSEN
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Puttgarden a. F

Die Vogelfluglinie bleibt für die Bundespolizei eine Hauptroute für die grenzüberschreitende Kriminalität und vor allem illegale Migration. Bis Ende Oktober wurden bereits deutlich über 1000 Personen bei der unerlaubten Einreise aufgegriffen. Bei einer achtstündigen Schwerpunktkontrolle wurden bis Donnerstagabend fünf Personen ohne Einreisepapiere erwischt – drei aus Afghanistan und zwei aus Somalia.

Fast 70 Beamten, davon alleine 50 von der Bundespolizei, inspizierten die Reisenden, die mit den Fähren aus Dänemark kamen. Außerdem beteiligten sich die Landespolizei, der Zoll und zwei dänische Kollegen an diesem vorher nicht angekündigten Einsatz gegen grenzüberschreitende Kriminalität mit Schwerpunkt Migration. Kontrolliert wurden die einreisenden Fahrzeuge, Busse und Lkw, ferner die internationalen Züge auf der Route Puttgarden-Lübeck-Hamburg.

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Fast 70 Beamte sind am Donnerstagabend am Fährhafen in Puttgarden im Einsatz gewesen. Die Bundespolizei führte eine Schwerpunktkontrolle durch.

Asylanträge in Skandinavien abgelehnt

Für Gerhard Stelke kommt die große Zahl der illegalen Einreiseversuche nicht überraschend. Ohne Papiere aufgegriffen, werden überwiegend Menschen, die mit der großen Flüchtlingswelle 2015/16 nach Skandinavien gelangt sind und deren Asylanträge dort inzwischen ablehnend beschieden wurden. „Sie müssen jetzt Dänemark oder Schweden innerhalb einer festgesetzten Frist verlassen. Viele machen sich auf den Rückweg und landen wieder in Deutschland“, erklärt Stelke. Die meisten Migranten hätten aber nicht die erforderlichen Papiere, sofern sie überhaupt Identitätspapiere bei sich führten.

 Zehn bis 15 Großkontrollen gibt es laut Stelke jährlich im Inspektionsbereich. Insgesamt geht er aber von einer großen Dunkelziffer bei der illegalen Migration aus. Im Schnitt würden täglich drei bis fünf Personen aufgegriffen. Außerdem hatten die Beamten an der eigens aufgebauten Kontrollstelle in Puttgarden hochwertige Fahrzeuge und mögliche Verstöße gegen das Zollrecht im Visier. In Kleintransportern wurde nach Diebesgut gefahndet.

Bilanz der achtstündigen Kontrollen

Die Bilanz des Einsatzes bei eisigen Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt: Es gab 232 Identitätsüberprüfungen, kontrolliert wurden 55 Lkw, 18 Kleintransporter, drei Reisebusse und vier Eurocity-Züge. Neben den fünf unerlaubten Einreisen sowie drei Verstößen gegen das Freizügigkeitsgesetz (Grenzübertritt ohne Papiere) stellten die Beamten eine unerlaubte Arbeitsaufnahme sowie einen Fall von Kennzeichenmissbrauch fest.

Außerdem gab es fünf Anzeigen im Bereich Straßenverkehrsordnung, in einem Fall wurde mit Tempo 180 die erlaubten 80 km/h deutlich überschritten. Zollrechtliche Verstöße gab es dagegen keine.

Gerd-J. Schwennsen

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