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Ostholstein Großer Aufmarsch in Eutin: Erstmals wird ein Soldat zum Oberst befördert
Lokales Ostholstein Großer Aufmarsch in Eutin: Erstmals wird ein Soldat zum Oberst befördert
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13:00 30.09.2019
Der Lübecker Strafverteidiger und Oberstleutnant d. R. Frank-Eckhard Brand (Mitte) wurde von Brigadegeneral Andreas Durst (l.) und Brigadegeneral d. D. Fritz von Korff zum Oberst der Reserve befördert. Quelle: Susanne Peyronnet
Eutin

Das Showprogramm der Bundeswehr war diesmal von hohem Niveau: Beim Quartalsappell in der Eutiner Rettberg-Kaserne fuhr die Bundeswehr Fahrzeuge auf, die sonst selten oder gar nicht dort zu sehen sind. Außerdem gab es eine Premiere: Zum ersten Mal seit Bestehen des Bataillons – früher Panzeraufklärungsbataillon, heute Aufklärungsbataillon 6 „Holstein“ – haben die Soldaten einen Oberst in ihren Reihen.

Höhepunkt des Appells war die Beförderung des bisherigen Oberstleutnants der Reserve und Lübecker Strafverteidigers Frank-Eckhard Brand (55) in diesen hohen militärischen Rang. Der ist so hoch, dass nicht einmal der Kommandeur der Aufklärer, Oberstleutnant Tobias Aust, die Beförderung vornehmen konnte. Schließlich ist sein Rang eine Stufe niedriger als der von Brand. Also war Brigadegeneral Andreas Durst, Kommandeur der Panzergrenadierbrigade 41, extra aus Neubrandenburg angereist.

Standesgemäß wurde Oberstabsfeldwebel Andreas Taschner, der jahrelang für die Fahrzeuginstandsetzung zuständig war, in den Ruhestand verabschiedet. Seine Ehrenrunde drehte er auf einem Bergepanzer Standard, der extra nach Eutin gebracht worden war. Quelle: Susanne Peyronnet

Langer Aufstieg als Reservist

Brand hat sich seinen neuen Rang als Reservist erarbeitet. Seit mehr als zehn Jahren hat er immer dann den Eutiner Kommandeur vertreten, wenn es nötig war – und wenn er es mit seinem Zivilberuf als Strafverteidiger in Lübeck verbinden konnte. Gerade vertritt er die Mutter aus Lensahn, der die Misshandlung und Körperverletzung ihrer Kinder vorgeworfen wird.

Seine militärische Laufbahn begann der gebürtige Lübecker als Wehrpflichtiger in Eutin und Zeitsoldat mit zwei Jahren Verpflichtung. Danach schied er als Fähnrich aus der Bundeswehr aus und arbeitete sich während der Semesterferien und später als Anwalt im Urlaub als Reservist Rang um Rang bis hin zum Oberst hoch. Seine Frau Stephanie nimmt das Engagement ihres Mannes mit Humor: „Ich ertrage es seit 35 Jahren, die Sommerurlaube fielen immer flach. Aber wenn es ihn glücklich macht.“

Abschied nach mehr als 30 Jahren bei der Truppe

An die bundeswehrfreie Zeit müssen sich zwei Soldaten jetzt erst einmal gewöhnen: Oberstabsfeldwebel Andreas Taschner geht nach 34 Jahren und fünf Auslandseinsätzen in den Ruhestand, Oberstabsfeldwebel Klaus Behring, Spieß der 3. Kompanie, nach mehr als 32 Jahren. Oberstleutnant Aust würdigte Taschner als hervorragenden Kämpfer und Instandsetzer. Der Soldat war dafür zuständig, dass der Fuhrpark in Ordnung ist. Was lag da näher, als ihn mit einem besonderen Fahrzeug die Ehrenrunde vor dem Bataillon drehen zu lassen? Extra dafür war ein Bergepanzer Standard auf der Basis eines Leopard I nach Eutin geholt worden. Kettenfahrzeuge gibt es dort seit Jahren nicht mehr.

Großes Showprogramm mit Verabschiedungen und Beförderungen in der Eutiner Rettbergkaserne.

Mit etlichen PS weniger drehte Behring seine Ehrenrunde. Er und seine Ehefrau Corinna nahmen auf einem Jagdwagen der Holsteiner Kutschfahrten Platz. Gezogen von den Pferden „Dolaron“ und „Lukas“ fuhr das Paar an den aufmarschierten Kompanien entlang. Nachfolger von Behring als Spieß ist Michael Gendig, der gleichzeitig zum Stabsfeldwebel befördert wurde.

Neuer Mann an der Spitze der Kameradschaft

Und noch ein Abschied: Manfred Rath, seit 21 Jahren 1. Sprecher der Kameradschaft der Aufklärer, gab sein Amt an Oberstleutnant a. D. Walter Hertz ab. Aust würdigte die viele Arbeit und Zeit, die Rath in die Kameradschaftsarbeit gesteckt habe. Sie unterstützt die Soldaten, nicht nur mit den „legendären goldgelben Handtüchern“, die sie ihnen immer wieder schenkt. Die Kameradschaft hat auch eine Spiegelreflexkamera bezahlt, damit das Bataillon solche optisch ansehnlichen Appelle wie den vom Freitag zur Erinnerung richtig ins Bild setzen kann.

Zum Abschluss knallte es noch einmal richtig. Die Eutiner Schützengilde schoss Böller. Damit wurde der offizielle Startschuss für das Husarenbiwak gegeben. Das ist ein traditionelles Fest für die Soldaten, deren Angehörige, die Freunde und Förderer des Bataillons.

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Von Susanne Peyronnet

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