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Ostholstein Burgtiefe: „Lebendige Mitte“ soll Spielwiesen-Tristesse ablösen
Lokales Ostholstein Burgtiefe: „Lebendige Mitte“ soll Spielwiesen-Tristesse ablösen
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20:46 07.06.2018
Verwaistes Grundstück in Top-Lage: Seit zehn Jahren ist auf der Spielwiese in Burgtiefe nichts passiert. Die Geduld der Fehmaraner ist jetzt am Ende.
Burgtiefe a. F

Das bestätigte Tourismusdirektor Oliver Behncke, nachdem ein Preisgericht unter 27 an den TSF eingesandten Entwürfen drei Preisträger gekürt hat. Zum Realisierungswettbewerb gehört auch der geplante Aussichtsturm am Yachthafen. Die Jury tagte Anfang Juni hinter verschlossenen Türen.

Zehn Jahre währt die Tristesse rund um die verwaiste Spielwiese in Burgtiefe. Die Geduld der Fehmaraner ist am Ende. Jetzt treibt die Stadt erste Pläne ohne die holländischen Investoren voran. Highlight könnte eine Seebrücke werden. Am 18. Juni sollen die Preisträger vorgestellt werden.

Einen augenfälligen Kontrast zur ernüchternden Realität verspricht bereits der Arbeitstitel. „Lebendige Mitte“ nennt die Stadt ihre Zukunftsvision für diesen Planabschnitt in Burgtiefe. Dreh- und Angelpunkt sind die Spielwiese und das Sportpark-Areal: zwei Sahnegrundstücke, die unter permanentem Stillstand leiden.

Stadt will Festivalort langfristig sichern

Nur dreimal im Jahr pulsiert hier das Leben. Rund um Himmelfahrt sorgten zuletzt 33 000 Wassersportler beim Surf-Festival für einen neuen Rekord. Mehr als 1200 Bullis rollen zum Midsummer Bulli Festival (21. bis 24. Juni) an. Ende August kommen die Kiter: 100 000 Besucher werden beim Kitesurf World Cup (24. August bis 2. September) erwartet. Die Nutzung der Flächen für die Festivals ist in diesem Sommer „problemlos“, sagt Tourismusdirektor Oliver Behncke zufrieden.

Langfristig möchte die Stadt diese Flächen als Festival-Standort sichern. Deshalb hat sie den Holländern den Rückkauf der Spielwiese angeboten. Vor Jahren wäre das undenkbar gewesen. Doch dank der Millionen-Förderung aus dem städtebaulichen Denkmalschutz für die „Arne-Jacobsen-Siedlung“ ist das keine finanzielle Utopie mehr. „Bislang gibt es darauf aber noch keine Antwort aus Rotterdam“, bestätigt Bürgermeister Jörg Weber (SPD).

Beim Sportpark-Areal schätzt er die Chancen nach Ablauf des Erbbaurechtsvertrages günstiger ein. Noch liegt aber kein Vertragsentwurf vor. Weber räumt ein, die genauen Pläne der Holländer nicht zu kennen: „Aber momentan ist da eine ganze Menge Bewegung drin.“

Für die Stadt und den Tourismus-Service wären die beiden Flächen ein Juwel, vor allem wenn sie dort wieder selbst planen kann. Mit einem Zugriff auf die Spielwiese sollen hier dauerhaft professionelle Veranstaltungen angeboten werden. Dazu gehört das denkmalgeschützte, aber baufällige „Haus des Kurgastes“, in dem der TSF Räume für kleinere Veranstaltungen und ein Arne-Jacobsen-Museum für realisierbar hält.

Mandy Cronauge vom Fachbereich Bauen und Häfen, die die Gesamtmaßnahme „Arne-Jacobsen-Siedlung“ federführend begleitet, schwebt ein Szenario vor, „das das durch die Architektur Jacobsens erzeugte Gefühl der Weite und Naturverbundenheit aufgreift“. Zur angedachten Attraktivitätssteigerung in der künftigen „Lebendigen Mitte“ gehören nicht nur ein Marktplatz, Servicegebäude und das Spaßbad „FehMare“ mit dem denkmalgeschützten Meerwasser-Wellen-Hallenbad.

Open-Air-Theater

in der Burgruine?

Die Neuentdeckung der Burgruine Glambeck ist eine weitere Option. Die Idee, sie für Open-Air-Konzerte oder -Theateraufführungen zu öffnen, erlebt jetzt neuen Schwung.

Vieles war in der alten Stadtvertretung umstritten – zuletzt gab es oft nur knappe Mehrheiten für oder wider die neuen Szenarien. Einig sind sich aber alle darin, dass es in Burgtiefe mit seiner Top-Lage viel zu viele ungenutzte Brachflächen gibt. So wird das Sportplatz-Areal als Abladefläche für den TSF-Bauhof genutzt.

Kommt es zu einer Neubewertung, schwebt der Stadt wie dem TSF möglicherweise die Nutzung der heutigen Anlage des Tennisclubs für eine Hotelbebauung vor. Weber: „Wenn das kommt, ist die Stadt in der Pflicht, dem Verein einen adäquaten Ersatz in Burg anzubieten.“

Von Gerd-J. Schwennsen

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