Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Busausfälle: Inhaber der RVG wehrt sich gegen Vorwürfe
Lokales Ostholstein Busausfälle: Inhaber der RVG wehrt sich gegen Vorwürfe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:59 27.09.2019
Stefanie Brügmann hat lange für Detlev Köppen gearbeitet. Sie weiß, was die Busfahrer leisten. Quelle: Maike Wegner
Ratekau/Eutin

In der vergangenen Woche machte der Kreis Ostholstein in einer Pressemitteilung Verspätungen und mögliche Ausfälle im Busverkehr öffentlich. Darin hieß es: „Bei der Autokraft kommt es derzeit offenbar zu ganz erheblichen Problemen im Busverkehr. Grund dafür sei ein krankheitsbedingter Fahrermangel bei einem Subunternehmer der Autokraft. Ganz besonders betroffen sei der Raum Stockelsdorf, Bad Schwartau, Ratekau, Timmendorfer Strand, Scharbeutz und Ahrensbök. Einige Fahrten können überhaupt nicht oder nur teilweise gefahren werden.“

„Das stimmt so gar nicht“

Wer der Subunternehmer ist, wollten Kreis und Deutsche Bahn, zu der die Autokraft gehört, nicht sagen. Jetzt aber meldet sich Detlev Köppen selbst zu Wort. Er ist sich sicher, dass er in der Mitteilung gemeint ist. Als Geschäftsführer der Ratekauer Verkehrs GmbH (RVG) bedient er im Auftrag der Autokraft den Linienverkehr im genannten Raum. Deshalb will er sich erklären. Denn: „Das stimmt so gar nicht“, sagt der 56-Jährige. „Wir haben einen einzigen Krankheitsfall und den schon seit Mai. Das führt nicht zu Problemen.“ Auch seien keine Busse ausgefallen. „Was Verspätungen angeht, ist eine Linie betroffen gewesen. Da kam der Bus fünf bis zehn Minuten zu spät zur Cesar-Klein-Schule“, sagt Köppen.

Warum der Kreis nach Rücksprache mit der Bahn die Meldung veröffentlichte, erschließt sich ihm nicht. „Die Informationen kommen gefiltert an“, glaubt Köppen. Kreissprecherin Carina Leonhardt dagegen sagt: „In den vergangenen Wochen sind beim Kreis vermehrt Informationen über Ausfälle und Verspätungen in der genannten Region eingegangen, vonseiten betroffener Eltern, Schulen und Gemeinden. Diese Hinweise werden an die Autokraft als Vertragspartner des Kreises im ÖPNV weitergegeben.“ Von dort seien als Gründe für die Beeinträchtigungen krankheitsbedingte Ausfälle und fehlende Kapazitäten genannt worden.

Mittlerweile soll die Bahn Maßnahmen getroffen haben. „Den betroffenen Auftragnehmer haben wir mittels Verlagerung zu einem anderen Auftragnehmer entlasten können. Die Verlagerung findet bis zu den Herbstferien statt, danach sollte sich die Lage bei dem eigentlichen Auftragnehmer entspannen. Momentan läuft alles glatt“, sagt eine Sprecherin. Die Linie zur Cesar-Klein-Schule soll zumindest für eine gewisse Zeit von der Autokraft selbst bedient werden.

Fahrermangel ist ein allgemeines Problem

Detlev Köppen dagegen sieht das Ganze anders. „Wir können alle Fahrten bedienen. Wir sind sogar für andere Betriebe eingesprungen, bei denen Bedarf war“, sagt er. „Grundsätzlich haben wir einfach einen Fahrermangel auf dem Markt.“ Denn allein der Busschein, der zwingend notwendig ist, kostet 13 000 Euro. „Der Bewerbermarkt ist zusammengebrochen. Die Arbeitsagentur hat nicht einmal Vermittlungsvorschläge“, sagt Köppen. Auch eine Sprecherin der Bahn bestätigt: „Das Problem des Fahrermangels gibt es bei fast allen Verkehrsunternehmen. Bei kurzfristigen Krankmeldungen fällt es auch uns zusehends schwerer, alle Leistungen planmäßig auf die Straße zu bringen.“

Dabei sind die Verdienstmöglichkeiten nicht schlecht. „Wir zahlen 16 Euro die Stunde. Die Arbeitszeiten sind moderat. Aber selbst damit ist niemand mehr zu bekommen“, klagt Köppen. Aktuell sind 14 Busfahrer im Team der RVG. „Das sind ganz tolle Leute, alle sehr engagiert und zuverlässig“, lobt Köppen sein Team. „Unsere Fahrer haben eine hohe Verantwortung, müssen gut mit anderen Menschen und dem Fahrzeug umgehen können.“

3,4 Bewerber auf eine Stelle

Bei der Arbeitsagentur ist der Fahrermangel bekannt. In der Berufsgruppe „Führende von Fahrzeugen und Transportgeräten“, unter die auch Busfahrer fallen, hat sich das Verhältnis längst geändert. „In Ostholstein kommen auf eine Stelle rechnerisch nur noch 3,4 Bewerber. Vor fünf Jahren waren es noch 7,3. Die Dauer bis zur Besetzung der Stellen liegt aktuell bei 168 Tagen. Vor fünf Jahren lag die Vakanzzeit bei 63 Tagen“, sagt Olga Nommensen, Sprecherin der Arbeitsagentur.

Auf dem Ausbildungsmarkt stehen auf dem Papier zudem im Berufsbereich Fahrzeugführung im Straßenverkehr sechs Bewerber sechs Ausbildungsstellen gegenüber. Trotzdem sind in der Realität noch fünf Stellen offen. Insbesondere die Schichtdienste, der sehr frühe Arbeitsbeginn und die Wochenendarbeit mache es den Verkehrsunternehmen laut Nommensen schwer. „Die Arbeitsagenturen und Jobcenter unterstützen die Fachkräftegewinnung mit der Förderung von Weiterbildungsmaßnahmen“, betont die Sprecherin.

Von mwe

Der Verein Kinderklinikkonzerte brachte die Künstlerin ins Kinderzentrum. Lea gab vier Konzerte, schwärmte von der besonderen Atmosphäre und erzählte, welche Rolle Max Giesinger im Vorfeld spielte.

27.09.2019

Isa und John Burke wollen in Süsel das Schwimmen mit Seelöwen ermöglichen. Nach ersten Schwierigkeiten soll es mit dem Bau nun schnell losgehen. Die Gemeindevertreter gaben jetzt grünes Licht. Die künftigen Betreiber sind erleichtert.

27.09.2019

Auf eine schicke, neue Unterkunft können sich die Frauen und Männer von der DLRG ab der nächsten Saison in Niendorf freuen: An ihrer neuen Unterkunft am Rethwarder wurde Richtfest gefeiert.

27.09.2019