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Ostholstein Busunfall mit einem Toten und 30 Verletzten: Fahrer zu Geldstrafe verurteilt
Lokales Ostholstein Busunfall mit einem Toten und 30 Verletzten: Fahrer zu Geldstrafe verurteilt
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17:03 13.08.2019
Ein Unfall mit Folgen: Am frühen Abend des 30. Juni 2018 kollidierte dieser Bus frontal mit einem Rettungswagen. Quelle: Louis Gäbler
Oldenburg/Rüting

 Knapp 13 Monate nach einem der schwersten Busunfälle im Kreis Ostholstein der vergangenen Jahrzehnte steht fest, dass der Busfahrer die Hauptschuld an dem Geschehen trägt. Vor dem Oldenburger Amtsgericht fand am Dienstag der Prozess wegen fahrlässiger Tötung eines 22 Jahre alten Betreuers sowie fahrlässiger Körperverletzung von 30 weiteren Personen – darunter vielen Kinder – statt. Angeklagt war ein 53-jähriger Ostholsteiner.

Richter Thore Böttger verurteilte den Mann zu einer Geldstrafe in Höhe von 150 Tagessätzen à 30 Euro und folgte damit den Anträgen von Staatsanwalt Joachim Eckelt und Verteidiger Rolf-Michael Werth. Die Nebenklage, die die Eltern des Verstorbenen vertrat, hatte zuvor eine einjährige Freiheitsstrafe gefordert. Böttger benannte zwei Fehlverhalten des Fahrers. Demnach habe dieser einen zu geringen Abstand zu dem vor ihm fahrenden Auto eingehalten. Hinzugekommen sei, dass er das Lenk- und Fahrverhalten des Reisebusses nicht ausreichend gekannt habe, da er diesen nur selten gefahren sei. Dies hätte er beim Fahren berücksichtigen müssen.

Zufriedenstellendes Strafmaß kaum möglich

Für den Angeklagten spreche, dass er zuvor nicht straffällig geworden sei, auch nicht durch Fehlverhalten im Straßenverkehr. Zudem habe er versucht, sich zu entschuldigen, und leide bis heute unter den psychischen Folgen des Unfalls. Thore Böttger erkannte keine grobe Fahrlässigkeit. Negativ zu werten seien die Folgen für die Fahrgäste sowie für die Menschen in den ebenfalls an dem Unfall beteiligten Pkw. Insgesamt zwei Autos waren neben dem Rettungswagen involviert. Zusammengefasst sei die Strafe für einen Ersttäter angemessen, führte der Richter aus. „Es geht darum, ein gerechtes Strafmaß zu finden, dass alle Beteiligten zufriedenstellt. Das geht leider in den meisten Fällen nicht“, erläuterte Böttger.

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So sah es an der Unfallstelle aus.

So kam es zu dem Unfall

Der Busfahrer war an dem besagten Tag zwischen Lensahn und Cismar unterwegs. Vor ihm fuhr ein Auto, das in Höhe des Abzweigers nach Riepsdorf bremste. Parallel dazu kam dem Reisebus auf der Gegenfahrbahn ein Rettungswagen entgegen. Der Angeklagte versuchte, einen Zusammenstoß mit dem Auto zu verhindern, doch der Bremsweg war zu kurz, weshalb er das tonnenschwere Fahrzeug mit Platz für mehr als 50 Personen auf die Gegenfahrbahn steuerte. Dort stießen der Bus und der Rettungswagen frontal zusammen.

Der völlig zerfetzte Rettungswagen der Johanniter-Unfallhilfe aus Cismar blieb nach dem Unfall auf der Seite liegen.  Quelle: Gäbler

Ein Unfallsachverständiger führte aus, dass das Bremsmanöver nur Sekundenbruchteile zu spät eingeleitet worden sei. Ein sechs Meter eher eingeleitetes Bremsmanöver hätte einen Zusammenstoß wohl verhindert. Der etwa zwölf Meter lange Bus habe keinerlei technische Mängel aufgewiesen.

Zeugen leiden teilweise bis heute

13 Zeugen schilderten vor Gericht ihre Erinnerungen an das Geschehen am 30. Juni vergangenen Jahres. Fast alle sagten aus, dass ihnen die Fahrweise des Angeklagten zuvor nicht negativ aufgefallen sei. Während der Rückfahrt von einem Besuch der Karl-May-Spiele in Bad Segeberg hätten die meisten Insassen geschlafen und seien erst durch ein ruckartiges Bremsen kurz vor dem Unfall geweckt worden. Die Folgen sind für viele Teilnehmer des Ausflugs noch heute spürbar. Einige belastet das Erlebte psychisch. Es gibt Kinder, die noch heute Albträume haben. Betreuer erzählten vor Gericht, dass sie sich unsicherer im Straßenverkehr fühlten.

Die Todesursache und viele Verletzungen

Ihr 22 Jahre alter Kollege war am 2. Juli 2018 an den Unfallfolgen gestorben. Ein intravitaler Hirntod war als Ursache festgestellt worden. Eine Rechtsmedizinerin sagte, dass das Gehirn keinerlei Signale mehr an den Körper weitergegeben habe. Andere Reisende kamen weitaus glimpflicher davon. Viele erlitten Schnittwunden durch Glassplitter, einige klagten über Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule.

Von Sebastian Rosenkötter

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