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Ostholstein CDU-Kreisparteitag stimmt sich auf Europa ein
Lokales Ostholstein CDU-Kreisparteitag stimmt sich auf Europa ein
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14:09 11.05.2019
Der schleswig-holsteinische Spitzenkandidat der CDU für die Europawahl Niclas Herbst warb auf dem Kreisparteitag für eine hohe Wahlbeteiligung. Quelle: Dirk Schneider
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Der CDU-Kreisverband Ostholstein hat die heiße Phase des Europawahlkampfes eingeleitet. Der schleswig-holsteinische Spitzenkandidat der Union Niclas Herbst betonte vor den Delegierten des Kreisparteitags die wachsende Bedeutung des EU-Parlaments für die Menschen und für die Region.

Europa wächst zusammen. Wir haben den größten Binnenmarkt der Welt, das ist die Trumpfkarte, die wir ausspielen müssen“, erklärte Herbst mit Blick auf Verhandlungen mit den USA, China und Russland, deren derzeitige politische Führungen ganz eigene Ziele verfolgen würden. Vor allem aber gelte es, den rechts- und linksextremen Populisten, die Europa aus ideologischen Gründen zerstören wollten, etwas entgegen zu setzen. „Wir müssen den Menschen sagen, wie gut es ihnen geht – gerade dank und durch Europa“, so Herbst. „Europa taugt nicht als Sündenbock.“

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Ein kleines Beispiel, von dem viele Menschen direkt profitieren, sei die Abschaffung der Roaming-Gebühren beim Telefonieren, ein großes die Freizügigkeit. „Es ist nicht selbstverständlich, die Grenzen ohne Zollkontrollen passieren zu können, in anderen EU-Staaten nicht nur Urlaub machen, sondern auch arbeiten zu können“, stellte Herbst auch mit Blick auf den kleinen Grenzverkehr zwischen Schleswig-Holstein und Dänemark fest. „Und unsere Kinder studieren in Italien, Frankreich oder im Baltikum.“

Eine Sekunde Krieg ist teurer, als alle Rettungspakete zusammen

Noch wichtiger: „Europa ist und bleibt das größte Friedensprojekt.“ Schwelende Konflikte wie in Nordirland oder auf den Balkan unterstrichen diese Bedeutung. „Welche große Aufgabe ist denn noch ohne Europa lösbar?“, fragte Herbst.

Dies gelte auch für große und kleinere Infrastrukturmaßnahmen, nahm der Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens den Ball auf. So werde es eine Herkulesaufgabe, die Hinterlandanbindung der festen Fehmarnbeltquerung finanziell zu stemmen. Allein für den Lärmschutz müssten nach aktueller Schätzung 500 bis 600 Millionen Euro zusätzlich nach Ostholstein fließen. Angesichts eines mit drei Milliarden Euro unterfinanzierten Etats des Bundesverkehrsministeriums hoffe er hier auch auf EU-Mittel.

Langjährige CDU-Mitglieder ausgezeichnet

Losgelöst von den Berichten aus Brüssel und Berlin nutzte Gädechens die Gelegenheit, Ostholsteins Landrat Reinhard Sager (60) für dessen 40-jährige Parteimitgliedschaft auszuzeichnen. Ebenfalls geehrt wurde der ehemalige Justizminister Heiko Hoffmann (83) aus Bad Schwartau, der vor 65 Jahren in die CDU eintrat.

Dirk Schneider