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Ostholstein Chaos in der Kneipe: „Dwarslöper“ mit neuem Stück
Lokales Ostholstein Chaos in der Kneipe: „Dwarslöper“ mit neuem Stück
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19:13 31.01.2017
Krisensitzung in der Eckkneipe: Isabell Wiebe (Regine Wroblewski), Hardy Röhling (Thorsten Kobarg) und Gastwirt Joost Peters (Kai Stark, v. l.). Quelle: Fotos: Binder
Oldenburg/Gremersdorf

Der Wirt kommt mit einem Tablett hinter der Theke hervor, bietet Getränke an. Kurz herrscht Verwirrung, ein Gast greift zögernd zu, ein anderer fragt „Jetzt schon?“ – dann bricht die gesamte Kneipe in Gelächter aus. „Ich war gar nicht zu früh – ihr wart nur zu langsam“, scherzt Gastwirt Joost Peters alias Schauspieler Kai Stark, während er die Gläser schmunzelnd wieder einsammelt. Das richtige Timing ist für die „Oldenburger Dwarslöper“ bei ihrem neuen Stück die wohl größte Herausforderung. Die plattdeutsche Theater-Crew studiert für die aktuelle Saison „Bargstraat 46“ ein, eine Komödie, die Regisseurin Regine Wroblewski selbst für das Ensemble geschrieben hat. Die Uraufführung ist am 16. März – wegen der nach wie vor gesperrten Aula diesmal in Gremersdorf (Infotext).

Oldenburgs Plattdeutsche Theatergruppe spielt in Gremersdorf.

Mit zwölf Mitspielern gebe es so viele Rollen wie nie zuvor, erzählt Regisseurin Wroblewski. Das bedeutet für den Einzelnen zwar weniger Text – dafür jedoch mehr Charaktere, die es auf der Bühne zu koordinieren gilt. Viele Darsteller bleiben zudem auch dann in der „Hamburger Kneipe“, die den Schauplatz des Geschehens bildet, wenn ihre Rolle gerade nichts zu sagen hat. „Das ist ein ganz schöner Mist“, schimpft Thomas Wroblewski lachend. Als Stammgast Hein sitzt er die meiste Zeit „betrunken“ irgendwo herum – „dann seinen Einsatz nicht zu verpassen, ist gar nicht so einfach“, gibt der Hobby-Schauspieler zu.

Während er es sich kurz darauf wieder mit einer Flasche Bier an der Theke gemütlich macht und in überzeugender Stammgast-Manier den Kopf auf die Arme sinken lässt, wird es um ihn herum laut. Die sechs Parteien des Mietshauses, in dessen Erdgeschoss sich das Lokal befindet, haben sich getroffen, weil sie um ihr Zuhause fürchten: Der Vermieter will das Haus verkaufen. Doch statt gemeinsam nach einer Lösung zu suchen, kommen schnell allerlei Vorwürfe und Vorurteile auf den Tisch. . .

Auch Regine Wroblewski steht wegen eines Ausfalls selbst mit auf der Bühne. Während sie als Esoterikerin Isabell Wiebe durch die Kneipe tänzelt, muss sie als Regisseurin gleichzeitig das gesamte Geschehen im Blick behalten. Ab und zu unterbricht sie die jeweilige Szene, bittet mal um eine andere Betonung, mal um einen anderen Gesichtsausdruck. „Du musst lauter lallen – das ist dir doch sonst auch nicht peinlich“, fordert sie ihren Ehemann auf und erntet schallendes Gelächter des Ensembles.

Kurz darauf hat sie Jochen Pries am Wickel. In Walter Koslowski mimt der einen extrem konservativen Hausbewohner, der nicht nur die Lebensart des schwulen Ehepaars Eddie und Manfred Frohsinn (Hauke Callsen und Andreas Schöning) verurteilt, sondern auch regelmäßig die Hausverwaltung über vermeintliche Vergehen seiner Nachbarn informiert. Nur der Abgang von der Bühne funktioniert noch nicht ganz so, wie die Regisseurin es sich wünscht. Nach dem dritten fröhlichen „Und gleich nochmal“ macht der Schauspieler sich mit einem gespielten Tobsuchtsanfall Luft. Die Folge sind erneutes Gelächter – und ein Beruhigungsküsschen auf die Wange von Uschi Liebe, die Walter Koslowskis Ehefrau Uschi spielt.

Bis zur Aufführung soll alles perfekt sein. Immerhin hat sich die Premiere wegen der Aula-Sperrung ein Jahr verzögert; immer wieder war der Termin verschoben worden (LN berichteten). „Wir freuen uns, dass es endlich losgeht“, sagt Regine Wroblewski. Jetzt hoffe sie nur noch, dass die Zuschauer dem Ensemble auch bei den Aufführungen in Gremersdorf treu blieben.

Die Termine

Die Uraufführung von „Bargstraat 46“ ist am Donnerstag, 16. März, um 19.30 Uhr. Weitere Vorstellungen sind am 17. März (19.30 Uhr) sowie am 18. und 19. März (jeweils 16 Uhr).

Gespielt wird in der Sporthalle Gremersdorf, weil die Oldenburger Schul- und Theater-Aula nach wie vor gesperrt ist. Für Notfälle wird ein Fahrdienst organisiert (Anmeldung: 04361/18243

14). Karten kosten sieben Euro. Am Wochenende gibt es vor den Vorstellungen ab 14 Uhr Kaffee und Kuchen im benachbarten Sportlerheim. Anmeldung (erforderlich) unter Telefon 043 61/1824314.

Jennifer Binder

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