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Ostholstein Prozess: Ostholsteiner kassierte Anzahlung, lieferte Ware aber nicht
Lokales Ostholstein Prozess: Ostholsteiner kassierte Anzahlung, lieferte Ware aber nicht
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18:00 13.02.2020
Das Verfahren vor dem Eutiner Amtsgericht gegen einen 33-Jährigen wurden eingestellt. Quelle: Sebastian Rosenkötter
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Eutin

Chaotisches Geschäftsgebaren ist Mike G. (Name geändert) gewiss zur Last zu legen – Betrug aber nicht, hat jetzt das Eutiner Amtsgericht in einem Prozess gegen den 33-jährigen Ostholsteiner entschieden. Zwei Mal hat er je 2000 Euro von arglosen Kunden im Voraus kassiert, die Ware – ein Auto von eher zweifelhafter Qualität sowie Holzmöbel – jedoch bis heute nicht ausgeliefert. „Ich habe das alles nicht bewerkstelligt bekommen“, räumte der Angeklagte ein.

2000 Euro Anzahlung für ein Fahrzeug mit langer Mängel-Liste

„Das alles“ ist unter anderem die Reparatur eines VW Passat, den Mike G. seinen Angaben zufolge von einem Händler erwarb und an einen 59-Jährigen weiterverkaufen wollte. Für 3500 Euro – zunächst sollten jedoch einige Mängel behoben werden: defektes Türschloss, zerkratzte Frontscheibe, abgefahrene Bremsbeläge und Reifen – und Tüv hatte der Wagen auch nicht mehr. Warum der als Zeuge geladene Interessent überhaupt ein solches Fahrzeug kaufen wollte, blieb im Dunkeln. Der Mann rückte jedenfalls 2000 Euro Anzahlung heraus und wartete fortan auf sein „neues“ Auto. Vergebens.

Er habe Ärger mit dem Händler bekommen, berichtete Mike G. und verlor sich dann zeitweise selbst in einer wilden Geschichte um Bedrohungen, Im- und Export, Ratenzahlungen, Anwaltsschreiben und einem Motorschaden. „Sie haben sich heillos verzettelt“, sagte Richterin Anke Erlenstädt zusammenfassend. Der potenzielle Autokäufer schilderte: „Er hat mich hingehalten und mich immer wieder vertröstet.“

Jetzt soll alles wieder gut werden

Ähnlich fühlt sich vermutlich jene Dame, die bei Mike G. schicke Holzmöbel orderte, ebenfalls 2000 Euro anzahlte und auch bis heute nichts bekommen hat außer Ausreden. „Das ist meine Schuld, ich habe das einfach nicht geschafft“, gab der Angeklagte zu. Mittlerweile sei er jedoch mit seinem Handwerksbetrieb im Aufwind und felsenfest entschlossen, den Schaden wiedergutzumachen.

Diese Chance mochte ihm das Gericht nicht verweigern. Das Verfahren gegen Mike G. wurde eingestellt – mit der Auflage, die insgesamt 4000 Euro innerhalb von sechs Monaten an seine enttäuschte Kundschaft zurückzuzahlen. Ist das nicht der Fall, dürfte eine neue Runde vor Gericht auf ihn warten, vermutlich mit einem weniger glimpflichen Ende.

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