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Ostholstein Wenn das Kloster wieder zur Pilgerstätte wird
Lokales Ostholstein Wenn das Kloster wieder zur Pilgerstätte wird
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17:37 06.08.2019
Rund um das Kloster erstreckt sich der beliebte Kunsthandwerkermarkt. Quelle: Förderkreis Kloster Cismar (HFR)
Cismar

Es ist jetzt genau 781 Jahre her: 1238 gründete Graf Adolf IV. von Holstein ein einsam gelegenes Kloster nahe der Ostsee. Dieser abgelegene Außenposten zwischen Feldern und Sümpfen in Cismar war dringend notwendig, denn in Lübeck lebten bis dato Mönche und Nonnen gemeinsam unter einem Dach. Es gab jede Menge Ärger, Unzucht und Fehlverhalten – zumindest nach den damaligen Klosterregeln. Da kam die Idee mit Cismar vielen Beteiligten gerade recht und bot in mancher Hinsicht die Lösung der Lübecker Keuschheits-Probleme.

Ein Teil der Lübecker Mönche siedelte in die damalige Einöde über, während in Lübeck der Kampf um die Modernisierung der Benediktinerregel weiterging. Unter dem Druck der Zisterzienser musste schließlich auch der harte Kern nach Cismar umziehen (1246). Doch die Benediktiner machten aus der Not eine Tugend: eine heilige Reliquie (ein Blutstropfen von Jesus Christus) machte das Kloster weit über die damaligen Grenzen hinaus populär.

Zweifel an Echtheit des Blutstropfens

Zudem gab es eine Quelle, die Heilkraft versprach. Und es gab milde Gaben, die an Arme verteilt wurden. Die Pilgerströme nach Cismar hielten lange Zeit an. Erst Mitte des 15. Jahrhunderts versiegte der Zulauf allmählich. Der Grund: Nach einer Untersuchung des „Heiligen Blutes Christi“ kamen Zweifel an der Echtheit auf.

Heute gibt es ganz andere Pilgerströme nach Cismar. Rund Zehntausend Besucher besuchen alljährlich – immer am zweiten Wochenende im August – das Kloster Cismar anlässlich des „Klosterfestes“. Die 40. Auflage findet vom 9. bis 11. August jeweils von 10 bis 23 Uhr statt. Weit mehr als 100 Stände erwarten auf die Besucher. Kunsthandwerker und Künstler aus ganz Deutschland werden an allen drei Tagen ihre Arbeiten nicht nur präsentieren, sondern auch zeigen, wie sie entstehen.

Großer Trubel: Das Klosterfest Cismar lockt immer viele Besucher an. Quelle: Rosenkötter

Viele Handwerker arbeiten in nostalgischen Kostümen

Das macht das besondere Flair des Klosterfestes aus: Da arbeiten Keramiker, Silberschmiede, Glasbrenner und Weber neben Korbflechtern, Hutmachern, Textilkünstlern, Bürstenmachern, Drechslern, Papierkünstlern und Holzspielzeugmachern – und die meisten in nostalgischen Kostümen. Gürtler und Täschner, Bildhauer und Maler bearbeiten ihr Material, Edelsteine glänzen in der Sonne und Radierungen, Grafiken und Bilder, Seidenmalereien entstehen vor den Augen der Besucher.

Das Programm in Cismar

Freitag, 9. August: 12 bis 14 Uhr Uli-Rath-Trio (Die jazzige Oldie-Band), 15 bis 16.30 Uhr Mayck – (Gitarre und Gesang), 17 bis 18.30 Uhr Blasorchester Lensahn, 19 bis 20.15 Uhr Festkonzert in der Klosterkirche, 20.15 bis 23 Uhr Second Take (Best of Live Music).

Sonnabend, 10. August: 12 bis 14.30 Uhr Riverside Jazz Connexion, 15.30 bis 17.30 Uhr Ferrymen (Irish Folk), 20 bis 23.00 Uhr Erik and the Dominos (Best of Oldies).

Sonntag, 11. August: 11 bis 14 Uhr Frühschoppen mit Timmerhorst, 15 bis 16.30 Uhr Shantychor Grömitz, 17 bis 18.30 Uhr Feuerwehrmusikzug Grömitz, 20 bis 22.45 Uhr Joe Green & Michael Jessen, 22.45 Uhr Feuerwerk zum Abschluss.

Förderkreis ist Organisator des Festes

Organisiert wird das Klosterfest vom Förderkreis Kloster Cismar e.V.. Er wurde 1976 aus der Taufe gehoben mit dem Ziel, das Kloster Cismar wieder zu einem Kulturzentrum in Ostholstein zu machen. Die Klosteranlagen sollen der Bevölkerung und dem Fremdenverkehr, auch über die Grenzen der Gemeinde Grömitz und des Kreises Ostholstein hinaus, dienen. Der Förderkreis veranstaltet neben vielen weiteren kulturellen Ereignissen seit 1980 das jährlich stattfindende Klosterfest, seit 1989 auch Konzerte in Räumen des Klosters. 553 Mitglieder gehören dem Verein an (Stand Dezember 2018). Vorsitzender ist Bernd Picker.

Von Louis Gäbler

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