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Ostholstein Coronavirus: Polizei schließt Stationen und bittet um Online-Anzeigen
Lokales Ostholstein Coronavirus: Polizei schließt Stationen und bittet um Online-Anzeigen
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17:01 23.03.2020
Die Polizisten in Lensahn informieren über ihre Abwesenheit.
Die Polizisten in Lensahn informieren über ihre Abwesenheit. Quelle: Sebastian Rosenkötter
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Lensahn

Die Polizei hat mehrere Wachen wegen der Ausbreitung des Coronavirus geschlossen. Bürger sollen die geöffneten Stationen nur im Notfall aufsuchen und Anzeigen – wenn möglich – online aufgeben. Zudem sollen Bürger bei persönlichen Begegnungen ausreichend Abstand zu den Beamten halten. An dieser Stelle gibt es Fragen und Antworten rund um die veränderte Situation:

Welche Polizeistationen sind aktuell geschlossen?

Am 19. März wurde die Wache in Lensahn im Kreis Ostholstein für den Publikumsverkehr gesperrt. Bereits zwei Tage zuvor traf es die Räumlichkeiten der Polizeistation Blankensee sowie der Station Hüxtertor in Lübeck. Außerdem gelten für die Polizeistationen in Moisling und St. Jürgen verkürzte Öffnungszeiten. Details gibt es hier.

Werden weitere Wachen geschlossen?

Polizeisprecher Stefan Muhtz teilt mit, dass dies derzeit nicht vorgesehen ist.

Ostholsteins Polizeistationen auf einer Karte

Warum wurde der Zugang eingeschränkt?

Polizisten haben häufig mit vielen unterschiedlichen Menschen zu tun und sind somit gefährdet, sich mit dem Coronavirus anzustecken. Dies soll unbedingt verhindert werden, da die Beamten derzeit besonders benötigt werden. „Zur weiteren Reduzierung von Infektionsrisiken beschränken wir den Publikumsverkehr auf den Dienststellen auf das unbedingt erforderliche Maß, dazu gehört auch die Möglichkeit, bestimmte Stationen für den Publikumsverkehr ganz zu schließen“, erklärt Muhtz.

Auf welcher Internetseite können Bürger Anzeige erstatten?

Die Online-Wache der Landespolizei gibt es seit rund 15 Jahren. Auf www.schleswig-holstein.de/Onlinewache können Bürger Schritt für Schritt eine Anzeige aufgeben. Zugleich wird darauf hingewiesen, sich in Notfälle über die Nummer 110 an die Ermittler zu wenden.

Kann jegliche Art von Straftat online gemeldet werden?

Ja. Laut Polizeisprecher Stefan Muhtz gibt es keinerlei Einschränkungen. Gleich zu Beginn können Nutzer unter anderem zwischen Fahrrad-Diebstahl, Internet-Betrug, Strafanzeige allgemein und weitere Delikten wählen. Teilweise werden PDF-Dokumente zur Verfügung gestellt, die ausgefüllt und anschließend verschickt werden müssen. Bürger, die sich von der Online-Variante überfordert fühlen, sollen telefonisch Kontakt mit der nächsten örtlichen Dienststelle aufnehmen.

Wie viele Anzeigen werden online aufgenommen?

Eine genaue Zahl liefert die Polizei nicht. „Diese Zahlen sind dynamisch ansteigend“, sagt Polizeisprecher Muhtz lediglich.

Werden Bürger, die online eine Anzeige aufgeben, anschließend auf eine Wache geladen?

Nicht unbedingt: Der jeweilige Sachbearbeiter kann offene Fragen per Telefon klären und sendet – falls erforderlich – eine schriftliche Anhörung zu. Auch kann eine Vernehmung terminiert werden. „Dieses liegt im Ermessen der Sachbearbeitung und ist individuell zum entsprechenden Sachverhalt zu betrachten. Dieses waren schon immer praktizierte Handlungsweisen“, betont Muhtz.

Die Polizeistation Lensahn ist derzeit nicht besetzt. Quelle: Sebastian Rosenkötter

Wurden Polizisten aufgrund von Covid-19 aufgefordert, mehr Abstand zu Menschen zu halten?

Nein. „Hierzu bedarf es keiner Aufforderung. Die allgemeinen Verhaltensgrundsätze hierzu sind den Beamtinnen und Beamten bekannt und werden, sofern möglich, auch eingehalten“, sagt Muhtz.

Werden Polizisten bald dauerhaft Mundschutz und Handschuhe tragen, sobald sie auf andere Menschen treffen?

Die Landespolizei hat in allen Fahrzeugen eine Standardausstattung mit einem sogenannten Infekt-Set. Diese Ausstattung dient dem Infektionsschutz eingesetzter Kräfte, falls es zu erforderlichen Amtshandlungen bei infizierten oder vermeintlich infizierten Personen kommt. Das gilt auch unabhängig vom Coronavirus bei anderen Infektionskrankheiten. „Die Schutzausstattung wird nicht pauschal im Rahmen der Dienstausübung getragen“, erklärt der Polizeisprecher.

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Von Sebastian Rosenkötter