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Ostholstein Coronavirus: Quarantäne für Neustädter Kita-Kind und drei Erzieher
Lokales Ostholstein Coronavirus: Quarantäne für Neustädter Kita-Kind und drei Erzieher
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17:19 16.03.2020
Neustadts Kita Kaiserholz steht derzeit besonders im Fokus. Grund ist eine nachgewiesene Corona-Infektion. Quelle: Sebastian Rosenkötter
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Neustadt

Das Coronavirus hat die Stadt Neustadt erreicht. Bei einem Erwachsenen wurde eine Corona-Infektion nachgewiesen. Da die erkrankte Person ein Kind hat, welches in die Kindertagesstätte Kaiserholz geht, wurden Sonntagabend die Eltern von etwa 100 Mädchen und Jungen informiert und gebeten, doch lieber Zuhause zu bleiben.

Im Laufe des Montags folgten korrigierte Anweisungen. Nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt des Kreises teilte Bürgermeister Mirko Spieckermann (parteilos) mit, dass lediglich eine betroffene Familie sowie drei Erzieher unter Quarantäne gestellt worden seien.

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Betroffene Mitarbeiter pendeln zwischen Einrichtungen

Alle anderen Kinder, Eltern und Mitarbeiter mussten sich nicht in Quarantäne begeben. Zu der Kita gehören drei Elementargruppen und zwei Krippengruppen. Hinzu kommen zwei weitere Krippengruppen von der Außenstelle Am Kiebitzberg. „Da die Mitarbeiter zwischen beiden Einrichtungen pendeln, wurden auch die Eltern benachrichtigt, die ihre Kinder in der Außenstelle betreuen lassen“, sagte Klaas Raloff, Leiter des Amtes für gesellschaftliche Angelegenheiten.

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Laut Raloff habe es zunächst widersprüchliche Aussagen gegeben, welche zu Wochenbeginn korrigiert worden seien. Am Sonntag hatte die Einrichtungsleitung eine Extraschicht eingelegt, um die Eltern der Krippen- und Kitakinder zu informieren. Dafür war es notwendig, die Kita am Kaiserholz aufzusuchen und mithilfe der hinterlegten Kontaktdaten sämtliche Eltern anzurufen und zu informieren.

Menschen nicht großflächig in Quarantäne schicken

Um das Risiko einer möglichen Ansteckung zu minimieren, wurde in der Kita am Montag auf eine Notversorgung der Kinder verzichtet – im Gegensatz zu anderen Einrichtungen. Klaas Raloff betont, dass aktuell keine weiteren Fälle bekannt seien und erklärt, dass es nicht darum gehe, Menschen großflächig in Quarantäne zu schicken. „Lediglich die unmittelbaren Kontaktpersonen müssen in ihren Wohnungen bleiben“, sagt er.

Neben dem aktuellen Fall beschäftigt viele Eltern auch die Frage, ob die Stadt Neustadt die Kita-Gebühren für die nun angeordnete Schließzeit erstatten wird. „Die Stadt bittet um Verständnis, dass diese Frage derzeit noch nicht beantwortet werden kann. Die Prioritäten liegen jetzt vorrangig in der Bewältigung der Corona-Pandemie. Eine mögliche Erstattung von Kita-Beiträgen wird zu einem späteren Zeitpunkt beraten und entschieden“, führt Mirko Spieckermann aus. Das Ergebnis werde den Eltern dann mitgeteilt.

Hände waschen und Sozialkontakte einschränken

Darüber hinaus appelliert Bürgermeister Spieckermann erneut an alle Bürger, Hygieneregeln einzuhalten und persönliche Kontakte möglichst umfassend einzuschränken. „Dies schützt auch vor der zur Zeit sehr viel stärker verbreiteten Influenza“, sagt er.

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Von Sebastian Rosenkötter