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Ostholstein Angst vor dem Coronavirus: So schützen Ostholsteins Hotels ihre Gäste
Lokales Ostholstein Angst vor dem Coronavirus: So schützen Ostholsteins Hotels ihre Gäste
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18:13 11.02.2020
Solche Desinfektionsautomaten für die Hände stehen für Gäste und Mitarbeiter in allen Restaurants im Ferienzentrum Weissenhäuser Strand bereit. Die Nutzung wird nicht erbeten, sondern ist eine selbstverständliche Pflicht. Quelle: Gäbler
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Fehmarn/Oldenburg/Ahrensburg

Grippe, Norovirus, Sars – und jetzt das Coronavirus. Der in der chinesischen Metropole Wuhan grassierende Virustyp hat auch in Deutschland zu ersten Infektionsfällen geführt. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) hat sich deswegen bundesweit an alle Mitgliedsbetriebe gewandt. Hysterie und Panik seien fehl am Platz, heißt es, die Einhaltung der Hygiene-Standards aber zwingend erforderlich. Wie sieht es in Ostholsteins Hotels mit der Vorsorge aus?

Nach derzeitigem Kenntnisstand, so teilt der Dehoga-Bundesverband mit, sei kein einziger Fall einer Infektion mit dem neuen Coronavirus in der Gastronomie oder Hotellerie bekannt. Die Hoteliers zwischen Fehmarn und Scharbeutz wollen, dass das so bleibt. Neben den Hygienemaßnahmen schauen immer mehr Betreiber auch beim Einkauf von Lebensmitteln. Pilze, Knoblauch und Gewürze aus China oder grüner Spargel aus Chile – in vielen Häusern wird das nicht mehr geordert. Stattdessen setzt man auf Produkte aus der Region.

„Vor all unseren Restaurants stehen Desinfektionsspender. Gäste bitten wir nachdrücklich, diese Vorkehrungen auch zu nutzen“, sagt Sven Gerken, stellvertretender Direktor des IFA Hotel- und Ferienzentrums auf Fehmarn. Quelle: Schwennsen

„Vor all unseren Restaurants stehen Desinfektionsspender“, sagt Sven Gerken, stellvertretender Direktor des IFA Hotel- und Ferienzentrums auf Fehmarn. „Gäste bitten wir nachdrücklich, diese Vorkehrungen auch zu nutzen.“ Außerdem seien solche Geräte in diversen öffentlichen Bereichen und in allen Toiletten aufgestellt. Da richtige Desinfektion gar nicht so einfach sei, gebe es Informationsschilder für die erforderliche Handhabung. „Bei rund 200 000 Übernachtungen pro Jahr ist Hygiene natürlich ein ganz wichtiges Thema im Haus“, erklärt Gerken. Diese Schutzmaßnahmen würden aber seit Jahren gepflegt, nicht erst mit dem Auftauchen des Coronavirus, betont er.

Coronavirus: Das müssen Sie wissen

Was sind Coronaviren?

Coronaviren wurden erstmals Mitte der 1960er Jahre identifiziert. Sie können sowohl Menschen als auch verschiedene Tiere infizieren. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) verursachen sie bei Menschen verschiedene Krankheiten, von gewöhnlichen Erkältungen bis hin zu tödlich verlaufenden Krankheiten.

Welche Länder/Regionen sind betroffen?

Betroffen ist insbesondere die Metropole Wuhan in China. Auch andere Länder wie Frankreich und die USA haben inzwischen über Fälle berichtet. In Deutschland wurden erste Fälle Ende Januar bestätigt.

Wie wird das Coronavirus übertragen?

Das Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Unklar ist noch, wie leicht diese Übertragungen passieren.

Wie lange dauert die Inkubationszeit?

Derzeit wird davon ausgegangen, dass die Inkubationszeit bis zu 14 Tagen beträgt.

Wie kann man sich schützen?

Um die Ausbreitung zu vermeiden, sollten gute Händehygiene, Husten- und Nies-Etikette sowie Abstand zu Erkrankten – circa ein bis zwei Meter – eingehalten werden.

Besteht die Gefahr durch importierte Lebensmittel?

Eine Übertragung über unbelebte Oberflächen wie Lebensmittel ist bisher noch nicht dokumentiert.

Gibt es einen Impfstoff gegen das Coronavirus?

Die Entwicklung neuer Impfstoffe hat sich in den letzten Jahren sehr beschleunigt. Fortschritte gibt es bereits bei Impfstoffen gegen Mers-Coronaviren, die aber noch nicht zur Verfügung stehen.

Engmaschiges Netz an Kontrollen in Ostholstein

In Zusammenarbeit mit dem Kreisgesundheitsamt wurde seitens der Hotels und Restaurants in Ostholstein in den vergangenen Jahren bereits ein engmaschiges Netz an Hygiene-Standards und Kontrollen aufgebaut: Temperatur-Messungen bei Lebensmitteln, der Nachweis von lückenlosen Kühlketten, eine permanente und aufwendige Dokumentation in Bereichen, wo Lebensmittel verarbeitet werden. Außerdem gehören dazu auch Gesundheits- und Hygiene-Belehrungen für die Hotelmitarbeiter, die mit den Gästen in direktem Kontakt stehen – viel Arbeit für die Betriebe, die aber nur so auf Nummer sicher gehen können.

„Hygiene-Belehrungen sind für das Personal in Hotels dennoch unerlässlich und werden immer wieder vorgenommen“, sagt Olaf Dose-Miekley, Geschäftsführer des „Strandidyll“ in Grömitz. Quelle: Neelsen

Restrisiko kann nicht ausgeschlossen werden

„Hygiene-Belehrungen sind für das Personal in Hotels unerlässlich und werden immer wieder vorgenommen“, sagt Olaf Dose-Miekley, Geschäftsführer des „Strandidyll“ in Grömitz. „Das gilt nicht erst seit Bekanntwerden des Coronavirus.“ Ein Restrisiko könne aber trotzdem nicht ausgeschlossen werden: Zum Beispiel, wenn ein Gast gerade vom Flughafen Hamburg komme und am Tresen plötzlich hustet.

„Ja, es ist ein Thema, aber es ist kein Problem. Wir haben bereits sehr hohe Hygiene-Standards.“ David Depenau, Chef des Ferienzentrums Weissenhäuser Strand. Quelle: Gäbler

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„Wir haben bereits hohe Hygiene-Standards“

Auch David Depenau, Geschäftsführer des Ferienzentrums Weissenhäuser Strand, hat das Dehoga-Merkblatt bekommen. „Es ist ein Thema, aber es ist kein Problem. Wir haben bereits sehr hohe Hygiene-Standards“, sagt er. „Überall wurden an den Restauranteingängen des Ferienzentrums Desinfektionsautomaten aufgestellt und das Personal wäscht sich andauernd die Hände.“ Depenau sieht die Situation bisher noch ganz entspannt. Er will im kommenden Frühjahr gleich zwei Mal nach China reisen: Im April zu einer Messe, im Mai um chinesische Studenten als Servicekräfte für die deutsche Hotellerie zu begeistern.

„Das ist eine reine Vorsichtsmaßnahme. Das Coronavirus ist zum Glück weit weg. Jede Grippewelle hierzulande ist schlimmer und hat mehr Opfer“, sagt Axel Strehl, Dehoga-Präsident Schleswig-Holstein. Quelle: dpa/ Maja Hitij

Auch der Dehoga-Landespräsident Axel Strehl aus Ahrensburg beruhigt: „Der Bundesverband will ja keine Panik schüren, sondern angesichts der neuen Infektionskrankheit auf die Einhaltung der Hygiene drängen. Das ist eine reine Vorsichtsmaßnahme. Das Coronavirus ist zum Glück weit weg. Jede Grippewelle hierzulande ist schlimmer und hat mehr Opfer gefordert“, erklärt Strehl.

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Von Louis Gäbler

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