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Ostholstein Crash auf Ärzteparkplatz hat Nachspiel vor Gericht
Lokales Ostholstein Crash auf Ärzteparkplatz hat Nachspiel vor Gericht
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16:36 26.09.2019
Auch Kleinigkeiten können vor Gericht landen – wie jetzt der Fall einer vermeintlichen Fahrerflucht in Eutin. Quelle: Sabine Latzel
Eutin

Ob es mächtig gescheppert hat an jenem Donnerstagvormittag auf dem Parkplatz mehrerer Praxen in Eutin, konnte nicht mehr geklärt werden. Fest steht hingegen, dass Marianne B. (Name geändert) auf diesen Parkplatz fuhr und dort mit ihrem Mini gegen einen Renault stieß, was an dessen Heck einen Schaden von 2700 Euro anrichtete. Weil sich die 59-jährige Ostholsteinerin danach rasch entfernte, musste sie sich jetzt wegen Fahrerflucht vor dem Eutiner Amtsgericht verantworten.

Große Aufregung wegen der Angst vor dem Zahnarzt

Sie habe lediglich „ein streifendes Geräusch“ wahrgenommen, ließ Marianne B. über ihre Anwältin erklären. An der Seite des Renaults sei kein Schaden zu sehen gewesen. Sie habe ihr eigenes Auto nur deshalb in 30 Meter Entfernung geparkt, weil sie die Stellfläche derjenigen Praxis nutzen wollte, bei sie auch einen Termin hatte – beim Zahnarzt, und aufgrund ihrer Dentalphobie sei sie recht aufgewühlt gewesen. Wegen einer spezifischen Erkrankung habe sie dann schnell eine Toilette aufsuchen und dort einige Zeit verbringen müssen. „Als ich zum Parkplatz zurückkehrte, war die Polizei schon da“, berichtete sie.

Das Zusammentreffen mit den Beamten sei anscheinend „vom Tonfall her nicht gut gelaufen“, schilderte die Verteidigerin den sich anschließenden Disput. Marianne B. habe erklärt, sehr in Eile gewesen zu sein und laut Musik gehört zu haben, hatte ein Polizist protokolliert. Auf den Schaden am Renault hingewiesen, habe sie emotionslos reagiert. Nach Erkenntnis des Schadens an ihrem eigenen Mini sei sie jedoch regelrecht „aufgelöst“ gewesen.

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Dentalphobie und jene spezifische Erkrankung konnte Marianne B. per Attest nachweisen. Sie wolle sich auf jeden Fall bei der Renault-Fahrerin entschuldigen, erklärte sie und willigte ein, 300 Euro an die Eutiner Hospizinitiative zu zahlen. Das Verfahren wegen Fahrerflucht wurde eingestellt, und Marianne B. erhielt noch im Gerichtssaal ihren Führerschein zurück.

Von Sabine Latzel

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