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Ostholstein DRK-Pflegezentrum feiert 50-jähriges Bestehen
Lokales Ostholstein DRK-Pflegezentrum feiert 50-jähriges Bestehen
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18:40 31.08.2019
Für 150 Gäste hatte das Team des DRK im Festzelt eingedeckt.
Für 150 Gäste hatte das Team des DRK im Festzelt eingedeckt. Quelle: Ulrike Benthien
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Eutin

Ihr Motto heißt „Miteinander füreinander“. Unter diesem Leitspruch umsorgen im DRK-Pflegezentrum in der Eutiner Waldstraße 6 rund 75 Mitarbeiter 100 pflegebedürftige Menschen. Die Einrichtung existiert seit mittlerweile 50 Jahren. Das Jubiläum hat der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes mit seinen Bewohnern, Pflegekräften und vielen Gästen mit einem bunten Nachmittag gebührend gefeiert. „50 Jahre – ich bin erst drei schmale Jahre dabei. Aber mir ist die Einrichtung mit allen Bewohnern und Mitarbeitern sehr ans Herz gewachsen“, sagte Leiterin Franziska Schreiber. Sie dankte ihrem Team für „tolle Arbeit, Unterstützung und Einsatz“.

1969: ein Altenheim für 3,5 Millionen Mark

Am 1. Februar 1969 wurde die Betreuungseinrichtung als „DRK-Alten- und Pflegeheim“ eingeweiht. 3,5 Millionen Mark hat der Bau damals gekostet. Er bot 111 alten Menschen ein Zuhause und die Möglichkeit in ihren späten Jahren in einer Gemeinschaft zu wohnen. Die Pflegesätze lagen zwischen 486 und 558 Mark. Als erste Heimleiterin übernahm Irmgard Schön damals die Geschicke des Hauses in die Hand. Aus der Reihe ihrer Nachfolgerinnen sind alten Eutinern sicher noch Namen wie Elly Albert, Helga Kopp, Erika Braun und Gisa Muus geläufig. Letztgenannte leitete das Haus über zwölf Jahre.

Ohne Familie Biedermann-Imhoof gäbe es das Zentrum nicht

Eng verknüpft ist die Geschichte des DRK-Pflegezentrums mit der Vita von Richard Biedermann-Imhoof – ohne ihn und seine Familie hätte es die Einrichtung wohl nicht gegeben. Der Zoologe, auch Darwin von Eutin genannt, ließ im Jahr 1900 an der Waldstraße die „Villa Tanneck“ bauen (heute Sitz des DRK-Kreisverbandes). Auf seinem riesigen Grundstück – rund elf Hektar zwischen Waldstraße, Plöner Straße, der Straße Blaue Lehmkuhle – hielt er etliche, auch exotische Tiere. Biedermann-Imhoof hatte zwei Kinder: den 1895 geborenen Sohn Friedrich Adolph, und Tochter Elisabeth Luise, Jahrgang 1902. Sein stattliches Vermögen verlor der Wissenschaftler im Wirtschaftschaos nach dem 1. Weltkrieg. Sein Bruder in der Schweiz unterstützte seine Familie daraufhin finanziell.

Die „Villa Tanneck“ war die Keimzelle

Biedermann-Imhoff starb 1926, seine Frau 1934. Nach dem 2. Weltkrieg war auch das Vermögen des Schweizer Onkels geschmolzen. Für die beiden gesundheitlich schwächelnden und nicht sehr lebenstüchtigen „Fritz“ und „Luise“ fanden Onkel und die Stadt Eutin eine Lösung: Die Stadt sicherte zu, sich um das Wohl der Biedermann-Imhoof-Nachkommen bis zu ihrem Tod zu kümmern: in der „Villa Tanneck“, die zu einem Pflegeheim werden sollte. Der Schweizer Verwandte übereignete das imposante Gebäude in diesem Zusammenhang der Stadt. Im „Biedermannheim“ leben zunächst 15 Personen, für das Heim wurden allerdings häufig neue Betreiber gesucht.

Das Jubiläum wurde mit Bewohnern, Angehörigen, Mitarbeitern und vielen Gästen begangen.
Das Jubiläum wurde mit Bewohnern, Angehörigen, Mitarbeitern und vielen Gästen begangen.

1964 übernahm der DRK-Kreisverband das Haus von der Stadt. Ende der 1960er Jahre ließ er auf dem Gelände an der Waldstraße sein neues Alten- und Pflegeheim errichten. Bis 1982 lebte auch Lisa Biedermann-Imhoof dort. Die „Villa Tanneck“ wurde bis 1991 als Pflegeheim genutzt. „Diese Geschichte fasziniert mich immer wieder: Ohne diese Kinder, die Betreuung benötigten, wäre unser Zentrum nie entstanden“, sagt Franziska Schreiber.

Umbenennung des Heims erfolgte im Jahr 2008

Das große Alten- und Pflegeheim wurde von 1989 bis 1991 umfassend umgebaut. 2004 wurde noch ein so genannter Mehrzweckraum geschaffen, in dem das DRK Feste und Veranstaltungen ausrichtet. Seit Mai 2008 firmiert das Haus als DRK-Pflegezentrum Waldstraße.

 Bei der Vorbereitung und Organisation der Jubiläumsfeier hatte Heimleiterin Franziska Schreiber Unterstützung von vielen langjährigen Mitarbeitern: beispielsweise von Haustechniker Carsten Jelitzki, der seit 32 Jahren zum DRK gehört. Hauswirtschaftsleiterin Verena Mehrpahl ist seit 31 Jahren dabei, ebenso ihre Kollegin Elfa Selmanovic. Anja Krüger kann auf 26 Jahre verweisen, und Susanne Wäscher bringt es auf 41 Jahre. Alle fünf sagen: „Wir sind ein gutes Team, ein bisschen wie eine Familie. Dazu gehören auch unsere Bewohner.“

 Sie habe für ihre Einrichtung Visionen, betonte Franziska Schreiber in ihrer Ansprache: „Ich möchte sie in eine gute Zukunft steuern. Unsere Bewohner sollen sich wohl und zuhause fühlen.“ Das gelinge aber nur gemeinsam mit allen Mitarbeitern – was den Kreis zum Motto „Miteinander füreinander“ schließt.

 

Von ben/HFR