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Ostholstein Dänische Künstler zeigen ihre Welt
Lokales Ostholstein Dänische Künstler zeigen ihre Welt
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21:10 26.06.2018
Lotte Schlegel arbeitet in „omsorg“ (Acryl auf Leinwand) religiöse Motive nach einem Rom-Aufenthalt auf.
Lotte Schlegel arbeitet in „omsorg“ (Acryl auf Leinwand) religiöse Motive nach einem Rom-Aufenthalt auf.
Burg a. F

Der Danebrog flattert draußen im Wind, mitten im Burger Industriegebiet. Denn oben in den Räumen der Firma Scheel hat sich eine Künstleretage etabliert. Mit den Ateliers von Marion Schmidtke sowie neuerdings der Kunsttherapeutin Angelika Metz, dem Studio des Musikers Chris Mayer – und dem großzügigen „atelier im kamp“. Bereits zum zweiten Male konnte Künstlerin Gabriele Gentz dort eine Ausstellung eröffnen.

Der kulturelle Austausch über den Fehmarnbelt intensiviert sich. Bis Mitte Juli sind die Werke von sechs dänischen Künstlern auf Fehmarn zu sehen. Die Vernissage am Sonntag im „atelier im kamp“ in Burg stieß auf großen Zuspruch. Auch Fehmarn-Künstler nahmen daran teil.

Gezeichnet: LN-Redakteur

Doppelte Aktion auf der Burger Ausstellung: Als LN-Redakteur Gerd-J. Schwennsen die gebürtige Wienerin Brigitte Wager bei ihrer künstlerischen Arbeit fotografierte, porträtierte sie blitzschnell den Fotografen. Wie zeigen hier ihre Zeichnung.

Sie hat eine Vorgeschichte. Es waren die deutsch-dänischen „Kulturbælt“-Künstler, die sich vor sechs Jahren erstmals trafen. Die Initiative ging zunächst von Brigitte Wager (Lolland) sowie Carola Saupper und Gabriele Gentz (beide Fehmarn) aus. Unterstützt wurden sie bald von der damaligen Regionalmanagerin Dr. Johanna Heitmann. Die Betreuung der Gruppe, die inzwischen als „Bælt-Künstler“

auftritt, liegt seit Langem bei Claudia Czellnik. Gemeinsame Ausstellung und gegenseitige Galeriebesuche finden seither regelmäßig statt. Erst im Februar traf man sich in der ehemaligen Schule in Petersdorf (die LN berichteten). Und jetzt folgt bereits die nächste Kunstschau auf Fehmarn. Fünf der sechs Künstler waren anwesend – nur Bjarne Bel musste absagen. Er schickte aber wenigstens ein Bild über den Fehmarnbelt.

Vielfalt prägt das Quintett, das sich selbst dem Publikum vorstellen konnte. Einer stammt ursprünglich aus Deutschland. Peter Pitsch wurde in Herford geboren, lebte in großen Metropolen wie Berlin, Amsterdam, Rom und Kopenhagen. Und inzwischen im beschaulichen Nykøbing mit gerade mal 15000 Einwohnern. „Ich bin ein Teil der dänischen Kultur geworden“, sagt er. Er begibt er sich auf die Spuren der kleinen Gassen, Mühlen oder Wassertürme. „Meine Bilder erzählen eine Geschichte unter Verwendung starker Farben und dynamischer Formen, die oftmals ineinander fließen“, so Pitsch.

Lizzie Røpke malt dagegen abstrakte Bilder in Acrylfarben. Sie sind hauptsächlich inspiriert von der Natur, dem ewigen Wandel der Jahreszeiten und der Ungezähmtheit des Geistes. Nina Blankholm arbeitet seit 50 Jahren auf Lolland, webt aus Wolle unter anderem Tischdecken. Aber auch Flachs ist ein Naturprodukt, das sie gerne verwendet.

Lotte Schlegel, geboren in Nordjütland, lebt seit 2001 dauerhaft auf Lolland. Ihre dortige Galerie ist immer wieder Anlaufpunkt für die Fehmarn-Künstler. Sie arbeitet vorwiegend auf Leinwand und Papier: „Meine Motive entnehme ich der Natur um mich herum.“ Brigitte Wager schließlich stammt aus Wien, lebt aber seit 40 Jahren auf Lolland, Sie ist besonders vielseitig, malt in Öl und schriebt „Rübentroll“-Romane.

Die Ausstellung läuft bis zum 13. Juli im „atelier im kamp“ in Burg: dienstags bis freitags 14 bis 18 Uhr (oder nach Vereinbarung). Eintritt frei.

Gerd-J. Schwennsen