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Ostholstein Das 30. Bluesfest in Eutin beginnt
Lokales Ostholstein Das 30. Bluesfest in Eutin beginnt
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12:46 15.05.2019
Volle Zuschauerreihen vor der Bühne (hier Kalle Reuter und Band) wird es auch 2019 an allen vier Tagen geben. Quelle: Susanne Peyronnet
Eutin

Unter dem Motto „30 and still young ’n’crazy“ beginnt heute das 30. Bluesfest auf dem Eutiner Marktplatz. Von den 30 sind sie schon eine Ecke entfernt, aber ein bisschen verrückt im positiven Sinn, das trifft auf Jens Jordan (63), Claus Voß (56) und Helmut „Adde“ Arendt (76) immer noch zu. Das Bluesfest ist für alle drei in jedem Jahr ein Muss. Schon beim ersten Fest, am 1. Juni 1990, haben sie zu Gitarren-, Schlagzeug- und Harp-Klängen gewippt.

Die erste Bühne stand auf einem alten Lastwagen

Er hat nur kurz in seinem Gedächtnis gekramt, dann waren die Namen wieder da. „Die ,Jam Birds’ mit Duffy Deblitz an der Gitarre, Georg Schroeter am Piano und Harp-Spieler Marc Breitfelder haben den Anfang gemacht“, sagt Jens Jordan. „Danach war Michael Jessen mit ,Blues Fun’ dran. Blues war eigentlich nicht unbedingt sein Ding, er ist mehr Rocker. Und dann kamen ,Phonus Balonus’. Mit dem Gitarristen René Raue waren meine Frau und ich lange befreundet. Er ist im vergangenen Jahr leider gestorben“, sagt Jordan. Gabi Jordan (58) erinnert sich ebenfalls gut an die Anfänge des Blues in Eutin. „Die Bühne war auf einem alten Lkw, und um sie zu vergrößern, hatten wir davor eine Bühne montiert, die Helge Nickel und ich mal für ein Kleinkunstfest selbst gebaut hatten“, erzählt Jens Jordan und lacht.

Neuheit für Eutin: Ein Musikfest mitten in der Stadt und kostenfrei

Die Stimmung damals sei famos gewesen. „Das war eine vollkommene Neuheit für Eutin, Open-air-Konzerte auf dem Markt. Und es war schon damals einzigartig, weil es keinen Eintritt gekostet hat“, sagt er und seine Frau nickt zustimmend. „Es hatte einen familiären Charakter und war ein friedliches Fest“, sagt sie. Von einem Veranstaltungstag auf die jetzige Strecke von Donnerstag bis Sonntag – das Festival hat sich kontinuierlich entwickelt. „In guten Jahren hatten wir bis zu 20 000 Besucher an den vier Tagen“, so Jens Jordan. Er ist seit 2006 auch Mitglied im kurz zuvor gegründeten Verein Baltic Blues, der das Bluesfest mitorganisiert. Jordan kümmert sich während des Festes um die Verstärker, Keyboards und Schlagzeuge auf der Bühne, er leitet die Night-Sessions im Brauhaus, besorgt Getränke für die Künstler und holt sie auch schon mal in Hamburg vom Flughafen ab.

Sie sind Besucher von der ersten Stunde an und schätzen die Vielfalt und familiäre Atmosphäre beim Festival.

1990 waren Volker Rätzke von der Musikkneipe „Cocker“ in Eutin und Helge Nickel mit seiner Firma „kreativ + konkret“ die Gründer des Festivals. „Volker wollte damals ein Folk-Festival auf die Beine stellen. Aber um Folk gab es zu der Zeit einen Hype, und die Bands waren zu teuer“, sagt Helge Nickel, der seit 30 Jahren Motor des Bluesfestes ist. Nickel riet Rätzke aus Kostengründen zu einem Bluesfest und organisierte es dann auch gleich mit ihm zusammen. Die Schirmherrschaft hatte der Fremdenverkehrsverein übernommen. „Es lief so gut, dass man das weiter machen konnte. Die Händler waren zufrieden, die anliegenden Gastronomen und Geschäfte auch“, sagt Helge Nickel. 1992 hat er das Fest allein durchgezogen, 1993 stieg die „Alte Mühle“, in der Peter Hübner und Andreas „Desche“ Johannsen hinterm Tresen standen, als Mitveranstalter ein.

War auf dem Markt Schluss, ging es in der Mühle weiter

„Die Mühle war ja unser Wohnzimmer. Da wurde weitergespielt, wenn auf dem Markt Schluss war“, erzählt Claus Voß. Dass 1990 das Bluesfest aus der Taufe gehoben wurde, hat ihn begeistert: „Endlich war mal was los in Eutin. Jahre vorher gab es mal ein Jazz-Fest, dann lange nichts. Auf das Bluesfest hat die Stadt gewartet“, so Voß. „Ja, Helge hat was losgemacht. Ohne ihn und das Bluesfest wäre es hier ein Altersheim wie Malente“, sagt „Adde“ Arendt. Vom 1. Juni 1990 ist ihm vor allem Sängerin Susanne Eisen von „Phonus Balonus“ im Gedächtnis geblieben: „Die hatte eine echt gute Stimme.“

Programm am Donnerstag

17 bis 18.15 Uhr: Lisa Mills (USA), Southern Soul, Americana, Gospel & Blues

 18.45 bis 20.30 Uhr: The Hoopleheads (DK), Blues, Soul, Funk, R’n’B

 21 bis 23 Uhr: Latvian Blues Band (LV), Rhythm’n’ Blues, Soul, Funk

7 bis 18 Uhr: Im Café Klausberger am Markt ist die Foto-Ausstellung „Copenhagen, Eutin & the Blues“ von Leonard Cantor (DK) zu sehen

Über all die Jahre haben die beiden und auch Jens und Gabi Jordan kaum ein Bluesfest ausgelassen. „Es ist ein Treffpunkt. Da begegnet man Leuten wieder, die man lange nicht gesehen hat. Viele alte Eutiner von auswärts reisen zum Bluesfest an“, sagt Claus Voß. „Etliche kommen auch aus Dänemark, Schweden, der Schweiz her. Und sie staunen immer, dass sie hier keinen Eintritt bezahlen müssen“, sagt Helmut Arendt. Er freut sich sich schon auf das Wochenende mit viel Musik – „und auf die After-Show-Partys. Die sind immer am besten!“

Leonard Cantor aus Dänemark zeigt bis August im Café Klausberger die Ausstellung "Copenhagen, Eutin & the Blues". Quelle: Ulrike Benthien

Ulrike Benthien

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