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Ostholstein Das Gedenkkreuz steht wieder an der B 76
Lokales Ostholstein Das Gedenkkreuz steht wieder an der B 76
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20:20 22.05.2019
Ein großes weißes Kreuz mit elf kleinen schwarzen erinnert die Tragödie mit elf Toten an der B 76 im Jahr 2000. Quelle: Susanne Peyronnet
Eutin/Süsel

Dem einen oder anderen Autofahrer dürfte es bereits aufgefallen sein: Das Gedenkkreuz für die elf Toten, die bei einem der schwersten Verkehrsunfälle Deutschlands umgekommen sind, ist zurück an der B 76 zwischen Eutin und Süsel. Nachdem es ein Jahr lang fehlte, steht es jetzt wieder in der Kuhlbuscher Senke.

Das Verschwinden des Kreuzes hatte große Betroffenheit ausgelöst. Anlässlich der Erneuerung der Fahrbahn vor einem Jahr war es auf Wunsch des bis dahin betreuenden Angehörigen abgebaut und nicht wieder aufgestellt worden. Nachdem die Lübecker Nachrichten über das Verschwinden des Kreuzes berichtet hatten, bekundeten etliche Leser, wie wichtig sie die Erinnerung fänden und dass sie sich wünschten, dass das Kreuz wieder aufgestellt werde. Einige erklärten sich sogar bereit, es aufzuarbeiten und neu zu streichen. Zum Beispiel Sebastian Bruns: „Bringt es vorbei, ich streich das Kreuz auf meine Kosten neu“, kommentierte er bei Facebook.

Etliche Angebote, das Kreuz aufzuarbeiten

„Das ist eine wichtige Erinnerung, so etwas sollte man nicht in die Ecke stellen“, erläutert Bruns, was ihn zu diesem Angebot bewogen hat. Eine direkte Verbindung zu dem Unfall habe er nicht. Für alles werde Geld ausgegeben, aber dafür sei keines da, begründet er sein Hilfsangebot. Ähnlich wie er erklärten andere Kommentatoren, sie würden sich am Aufarbeiten des Kreuzes oder an den Kosten dafür beteiligen.

Das war aber gar nicht nötig. Nach Angaben des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr (LBV) hat sich ein anderer Angehöriger gemeldet, um die Pflege des Kreuzes zu übernehmen. Er habe es bei der Autobahnmeisterei in Scharbeutz abgeholt, wo es aufbewahrt wurde, und es neu gestrichen. Dann sei es mithilfe der Mitarbeiter der Autobahnmeisterei an der Unfallstelle in der Kuhlbuscher Senke wieder aufgestellt worden. Der Mann, der es bisher 18 Jahre lang gepflegt hatte, konnte dieser Aufgabe aus Altersgründen nicht mehr nachkommen.

Ein neuer Anstrich war nötig

Als das Kreuz abmontiert wurde, war es in keinem guten Zustand mehr. Jahraus, jahrein hatte es bei Wind und Wetter an der Straße gestanden. Zwar war es immer mal wieder gestrichen worden, aber oft genug war auch sämtliche Farbe abgeblättert, das Holz rissig. Auch jetzt, vor dem Wiederaufstellen, hatte es dringend einen neuen Anstrich nötig.

Das Gedenkkreuz für die elf Toten der Kieler Stadtmission, die bei einem schweren Unfall im Jahr 2000 ums Leben gekommen sind, ist wieder aufgestellt. Quelle: Susanne Peyronnet

All das ist jetzt erledigt. Die elf kleinen Kreuze sind wieder pechschwarz und heben sich deutlich vom neuen, strahlend weißen Untergrund ab. Seinen Platz hat das Kreuz hinter der nach der Erneuerung der Straße montierten Leitplanke gefunden. Bisher stand es ungeschützt vor dem vorbeirauschenden Verkehr am Straßenrand.

Gedenkkreuz wird geduldet

Genehmigt worden ist es nicht. Rein rechtlich ist jede Art von sogenannter Sondernutzung – egal ob Werbung, Hinweistafel oder nicht offizielle Wegweiser – an Bundesfernstraßen, also Autobahnen und Bundesstraßen verboten. Es sei denn, es liegt eine Genehmigung vor. In diesem Fall ist das nicht so. Das Kreuz wird geduldet, heißt es vom Landesbetrieb. So ist es bei Trauerkreuzen allgemein üblich.

Ein anderer Angehöriger hat sich bereit erklärt, es zu pflegen. Nach einem neuen Anstrich wurde das Kreuz wieder aufgestellt

Der Unfall in der Kuhlbuscher Senke ist der folgenschwerste, der sich bisher in Schleswig-Holstein ereignet hat. Am 17. Mai 2000 kam ein schwedischer Sattelzug auf dem Weg Richtung Eutin von der Fahrbahn ab, prallte gegen einen von vier Kleinbussen der Kieler Stadtmission und begrub einen weiteren Kleinbus unter sich. Elf Menschen starben. Die Gruppe, die aus 31 Bewohnern des Wichern-Hauses Kiel für psychisch Kranke bestand, war unterwegs zu einem Tag im Hansa-Park.

Susanne Peyronnet

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