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Ostholstein Das Parken in Timmendorfer Strand wird teurer
Lokales Ostholstein Das Parken in Timmendorfer Strand wird teurer
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17:00 27.02.2019
Noch gibt es in der Timmendorfer Bergstraße neben dem Alten Kurpark kostenlose Parkplätze, doch damit hat es bald ein Ende.
Noch gibt es in der Timmendorfer Bergstraße neben dem Alten Kurpark kostenlose Parkplätze, doch damit hat es bald ein Ende. Quelle: Sabine Latzel
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Timmendorfer Strand

 Exakt 107 Parkplätze werden gebührenpflichtig. Geplant worden sei diese Umwandlung schon länger, sagt der Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Energie und Verkehr, Jan Karthäuser (Grüne), in der jüngsten Sitzung erfolgte nun der Beschluss. Nach der Kosten-Nutzen-Analyse hätten sich die Kosten für die Aufstellung der Parkschein-Automaten schon nach einem Jahr amortisiert.

33 kostenlose Stellplätze weniger in Berg- und Wilhelmstraße

Betroffen sind zwei zentrumsnahe Straßen. In der Bergstraße sollen auf etwa 200 Metern neben dem Alten Kurpark elf bislang freie Parkplätze gebührenpflichtig werden, hinzu kommen zwei Stellflächen, die bislang nur für eine halbe Stunde kostenlos sind. Zwei – solarbetriebene – Parkschein-Automaten sowie deren Montage und Beschilderung dort sollen mit 11 000 Euro zu Buche schlagen, die Einnahmen werden auf 15 000 Euro pro Jahr taxiert. In der Wilhelmstraße, die von der Berg- zur Wolburgstraße verläuft, fallen gleich 20 freie Stellplätze auf gut 200 Metern weg. Dort werden die Kosten für drei Automaten auf 16 500 Euro und die Einnahmen im ersten Jahr auf 15 000 Euro geschätzt.

Die Höhe der Parkgebühren steht laut Karthäuser noch nicht fest, sie soll sich aber erwartungsgemäß nach dem Timmendorfer Standard richten. Mitten im Zentrum in der Poststraße kosten beispielsweise täglich von 9 bis 19 Uhr (auch sonntags) die ersten 30 Minuten Parken 50 Cent, für jede weitere halbe Stunde ist ein Euro zu zahlen. Die Höchstparkdauer beträgt vier Stunden, für die dann 7,50 Euro fällig werden. Eine gewisse Großzügigkeit sollten zentrumsorientierte Autofahrer also schon mitbringen – oder ihr Glück auf den kostenfreien Parkplätzen an der Wohldstraße oder am Höppnerweg versuchen.

Muss die Rodenbergstraße wieder aufgerissen werden?

Die dritte Straße liegt in fußläufiger Strandnähe: Auch in der Rodenbergstraße, die auf etwa 800 Metern vom Niendorfer Hafen parallel zur Strandstraße Richtung Timmendorfer Zentrum verläuft, soll es mit dem freien Parken ein Ende haben: Für stolze 74 bislang kostenlose Stellplätze sollen Pkw-Besitzer künftig ins Portemonnaie (oder zum Smartphone fürs praktische „Handyparken“) greifen. Bis zu acht Parkautomaten könnten dafür die Strecke entlang prächtiger Villen und hübscher Einfamilienhäuser säumen. 42 000 Euro Einnahmen wären im ersten Jahr zu erwarten, bei Kosten für die Automaten-Installation von 44 000 Euro – falls es dort bei der Solar-Lösung bleiben kann.

Das aber ist offenbar nicht sicher, da in der Rodenbergstraße zahlreiche alte, hohe Bäume stehen, die bekanntermaßen Schatten werfen. Der Betrieb von Solar-Automaten könnte dadurch „problematisch“ werden, heißt es in der Vorlage. Derzeit gebe es in der Straße nur einen einzigen Absenkpoller mit Stromanschluss, deshalb müssten im Zweifelsfall „die komplette Rodenbergstraße aufgerissen und Stromkabel verlegt werden“.

72 000 Euro Einnahmen pro Jahr

Eine Information, die den Anwohnern nicht schmecken wird, wurde die einstige Schlaglochpiste doch erst von 2017 bis 2018 für mehr als zwei Millionen Euro saniert und präsentiert sich jetzt im schicken Betonsteinpflaster mit Granitbesatz. „Erst einmal wird geprüft, ob die Automaten nicht auf der Seite, auf der die Straßenbeleuchtung steht, aufgestellt werden können“, beruhigt der Ausschuss-Vorsitzende Jan Karthäuser. Die einfachste Lösung wäre es dann, die Automaten an die Laternen anzuschließen. Müssten am Ende doch Kabel verlegt werden, sei das weniger aufwendig als befürchtet, denn das neue Pflaster könne recht leicht aufgenommen werden.

Noch ist das Parken in Berg-, Wilhelm- und Rodenbergstraße frei.

Alles in allem liegen die Kosten laut Analyse für 107 neue gebührenpflichtige Parkplätze bei 71 500 Euro, was also bei geschätzten Einnahmen von 72 000 Euro pro Jahr bereits in den ersten zwölf Monaten ein kleines Plus ergibt.

Sabine Latzel