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Ostholstein Oldenburg rollt Debatte um Bahnhof wieder auf
Lokales Ostholstein Oldenburg rollt Debatte um Bahnhof wieder auf
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18:04 30.01.2019
Debatte um die Lage des Oldenburger Bahnhofs: Wo halten in Zukunft die Züge?
Debatte um die Lage des Oldenburger Bahnhofs: Wo halten in Zukunft die Züge? Quelle: BINDER
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Oldenburg

Rolle rückwärts in Oldenburg? Der Ausschuss für Umwelt und Bauwesen berät am Donnerstag noch einmal über den zukünftigen Standort des Bahnhofs. Eigentlich ist im Zuge der Schienenanbindung zum Belttunnel ein neuer Haltepunkt im Bruch geplant – so hat es die Stadt beschlossen. Jetzt liegt ein gemeinsamer Antrag von CDU und Grünen auf dem Tisch, nach dem der Bahnhalt stattdessen zwischen Oldenburg und Göhl gebaut werden soll. Bisher waren Vorschläge dieser Art stets abgelehnt worden. Nach der Kommunalwahl 2018 haben CDU und Grüne nun jedoch zusammen die knappe Mehrheit in der Stadtvertretung, der erneute Vorstoß könnte demnach Erfolg haben.

Bürgermeister Martin Voigt (parteilos) reagiert wenig erfreut auf den Antrag. Er bedauere es sehr, dass die Debatte wieder aufgerollt werden soll: Seiner Meinung nach sei der geplante Bahnhalt im Bruch die beste Lösung für die Stadt; er werde den Kommunalpolitikern auf jeden Fall empfehlen, an der bisherigen Entscheidung festzuhalten.

Fraktionen versprechen sich bessere Anbindung

CDU und Grüne plädieren derweil für eine Verlegung des Haltepunkts an die L 59 Richtung Göhl, schräg gegenüber der Biogasanlage (die ursprüngliche Alternative direkt am Göhler Ortseingang ist nicht mehr im Gespräch). Damit läge der neue Bahnhof an einer befahrenen Straße und könne problemlos an das bestehende Verkehrsnetz angeschlossen werden, heißt es im Antrag der Fraktionen zur Begründung. Ein Haltepunkt im Bruch dagegen müsste nicht nur teuer erschlossen werden, sondern könne sich aufgrund seiner abgeschiedenen Lage leicht zu einem „Angstplatz“ entwickeln und sei damit „kein angenehmes Reiseziel“. Ein Standort zwischen Oldenburg und Göhl sei wegen seiner schnellen Erreichbarkeit über die Landesstraße „für Reisende in alle Richtungen interessant“. Auch gebe es die Chance, die Bereiche zwischen den Ortschaften weiter zu entwickeln und die Attraktivität der Lage damit weiter zu steigern.

Bürgermeister hält Lage an der L 59 für schlechter

Bürgermeister Voigt hält dagegen, dass der jetzt geforderte Bahnhof vom Oldenburger Stadtzentrum und von Wohngebieten noch weiter entfernt sei als der bisherige Standort im Bruch. Nachteile wie eine einsame Lage sieht der Verwaltungschef bei einer Verlegung des Haltepunkts Richtung Göhl ebenfalls, Vorteile sehe er derweil keine.

Wie die Chancen stehen, dass die geänderte Beschlussfassung gegebenenfalls noch rechtzeitig in die Planung aufgenommen wird, vermag Voigt nicht zu sagen. Das müsse die Bahn bewerten. Dort will man sich zu dem Thema vorerst nicht äußern; die Planer seien aus Oldenburg bisher nicht über die neue Debatte informiert worden. Voigt: „Am besten wäre es, der Beschluss würde gar nicht erst gefasst.“

Auch Schulen auf der Tagesordnung

Die öffentliche Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Bauwesen beginnt am Donnerstag, 31. Januar, um 19 Uhr in der Mensa des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums. Das zweite große Thema auf der Tagesordnung ist die Zukunft der Oldenburger Schulen. Die Politiker wollen noch einmal darüber beraten, ob die modernisierungsbedürftigen Gebäude saniert oder neu gebaut werden.

Jennifer Binder