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Ostholstein Denkmalamt würdigt liebevolle Sanierung einer alten Kate
Lokales Ostholstein Denkmalamt würdigt liebevolle Sanierung einer alten Kate
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18:10 15.04.2016
Seit Ende 2014 vergibt das Landesamt für Denkmalpflege Emailleschilder, die Denkmale kenntlich machen sollen. Landeskonservator Dr. Michael Paarmann (r.) übergab eines an Dorothea und Dieter Klaus. Quelle: Fotos: Rosenkötter
Kassau

Heizung: Fehlanzeige. Strom nur in der Küche. Plumpsklo statt Wasserspülung. Holzbalken, die kaum tragfähig sind. Als Dorothea und Dieter Klaus sich entschließen, die etwa 250 Jahre alte Kate in Kassau (Gemeinde Altenkrempe) zu kaufen, ahnen sie nicht, dass das Gebäude denkmalgeschützt ist. Es ist 1987. Fünf Jahre wird die Sanierung dauern.

Gebäude war Stickschule von Gut Sierhagen — Heute leben hier Dorothea und Dieter Klaus.

„Wir haben uns in

dieses Haus verliebt.“Dieter Klaus, stolzer Besitzer einer Kate

Vieles erledigt das Ehepaar in Eigenregie. Alles andere wäre zu teuer. Vergangenen Donnerstag nun wurde ihr Engagement von Dr. Michael Paarmann gewürdigt. Der Landeskonservator überreichte die Denkmalplakette Schleswig-Holsteins. „Es ist ein Dank, dass die Eigentümer Kulturerbe erhalten“, erläuterte Paarmann.

Kulturerbe? Eine Kate? Klar, das Gebäude ist ein Hingucker. Reetdach, Wände aus Backstein und Eichenbohlen. Auf dem Dach thronen zwei gemauerte Schornsteine. Die Fensterrahmen sind aus Holz. Wer verstehen möchte, warum das Gebäude so bedeutend ist, muss die Geschichte kennen. Wahrscheinlich war es der Kaufmann und Wirtschafter Wulf Heinrich von Thienen, der die Kate errichten ließ. Er hatte das Gut Sierhagen 1765 erworben und 1809 mangels eigener Erben einem Enkel seiner Schwester, Graf Wulf von Scheel-Plessen, vermacht.

„Das Haus ist schätzungsweise 250 Jahre alt. Es wurde wohl für den Reitknecht des Gutes gebaut“, erzählt Dorothea Klaus. Dessen Frau habe ab 1829 Mädchen im Nähen und in der Buchstaben-Stickerei unterrichtet. All dies geht aus einem Dokument hervor, welches Dorothea Klaus im Neustädter Zeittor-Museum entdeckte. Es ist auf Oktober 1840 datiert. Demnach sollten hier „sämtliche Kleidungsstücke für das weibliche Geschlecht“ gefertigt werden. Der Lohn für die Frau des Reitknechts betrug 20 Reichstaler pro Jahr. Aufgrund der großen Nachfrage wurde die Wohnkate 1839 sogar vergrößert. Wer das Haus in den Jahrzehnten danach alles bewohnte und nutzte, ist nicht klar.

1983 wurde es zum Kulturdenkmal. Zuletzt lebte darin eine 85-jährige Dame. Als dann Dorothea Klaus von einer Freundin erfuhr, dass die Kate zu verkaufen sei, ging alles ganz schnell. „Wir haben schon immer so etwas gesucht“, erinnert sie sich. Bis sie, ihr Mann und die drei Kinder einziehen konnten, verging jedoch noch viel Zeit. „Der Zustand war so, dass man nicht einziehen konnte“, betont Dieter Klaus, der ein Jahr lang jeden Tag bis auf sonntags an dem Haus gearbeitet hat. Dank seines Einsatzes und der Zusammenarbeit mit Architekt und Denkmalpflege konnte ein Stück Historie gerettet werden. Auch gibt es jetzt in jedem Raum Strom. Das Plumpsklo ist verschwunden und eine Fußbodenheizung wärmt.

Von Sebastian Rosenkötter

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