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Ostholstein Mutig gehandelt: Held von Scharbeutz geehrt
Lokales Ostholstein Mutig gehandelt: Held von Scharbeutz geehrt
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20:18 19.12.2018
Für viele ist er der Held von Scharbeutz: Lino Cimmino in seinem Restaurant. Quelle: Luisa Jacobsen
Scharbeutz/Kiel

Er werde immer noch angesprochen, sagt Lino Cimmino. Vor wenigen Tagen erst hätten Gäste ihn wieder einmal „den Helden von Scharbeutz“ genannt. Ein bedeutungsschwerer Titel, den Cimmino mit Gelassenheit trägt. „Ich habe damals einfach reagiert“, sagt er. „Gehandelt ohne viel abzuwägen.“ Und genau damit hat Lino Cimmino vielleicht viele Menschen vor Schaden bewahrt. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) zeichnete ihn dafür am Mittwoch in Kiel aus.

Seltene Auszeichnung für mutiges Handeln

Damals, das war am 5. Juli dieses Jahres. Ein Mann „in psychischem Ausnahmezustand“ rast an diesem Tag in seinem Auto über die Scharbeutzer Promenade, Menschen springen beiseite und erst drei Poller beenden die gefährliche Fahrt auf Höhe des Bayside-Hotels. Kurze Zeit später überwältigt Lino Cimmino den Mann in der Küche seines Restaurants „Capolino“. Polizisten nehmen den Mann fest, die Ermittlungen zu dem Fall laufen noch immer.

„Sie haben großen Mut und einen kühlen Kopf bewiesen. Die Urkunde ist ein Zeichen der Anerkennung für Ihr Handeln, auf das Sie stolz sein können“, sagte Daniel Günther zu Lino Cimmino. Tatsächlich ist es eine seltene Auszeichnung: In den vergangenen zehn Jahren wurde die sogenannte Anerkennungsurkunde nur drei Mal vergeben. Zuletzt 2013 an zwei junge Menschen, die bei einem schweren Autounfall geholfen hatten.

Ehrung für Lino Cimmino: Ministerpräsident Daniel Günther überreicht dem Restaurant-Besitzer die Urkunde. Quelle: © 2018 Frank Peter

So überwältigte Cimmino den Tobsüchtigen

Helfen anstatt Zusehen – für Lino Cimmino ist das ein fast instinktives Verhalten. „Ich bin einfach so“, sagt er. „Wenn eine Situation eintritt, bin ich voll da.“ An den Ablauf erinnert er sich noch gut: Er habe den Mann kommen sehen, erzählt er. Und auch Polizisten die verfolgten. Es war noch früh am Vormittag. „Normalerweise bin ich um diese Zeit noch nicht hier“, sagt Cimmino. „Doch ich hatte einen Termin mit meinem Techniker.“ Erst habe er gedacht, der Mann liefe hinter seinem Restaurant in Richtung Haffkrug, sagt Cimmino. Er habe irgendwie helfen wollen und spurtet selbst los. Dann aber dringt der Mann plötzlich über einen Hintereingang in die Küche des Restaurants ein.

Eine Kamera über dem Eingang hält das Geschehen fest. Ein Mann mit nacktem Oberkörper stürzt in den schmalen Zugang zur Küche. Ein Koch steht weiter hinten am Herd. Ein Set großer Messer liegt fast in Griffweite des Tobenden. Dann kommt Cimmino hinterher. „Er wollte mich mit einem Glas schlagen“, sagt er. Außerdem habe er gefürchtet, dass der Mann zu den Messern greift. Cimmino, der früher Carabinieri (Polizist) in Italien war, wehrt sich und gemeinsam mit dazukommenden Polizisten gelingt es schließlich, den Mann zu überwältigen. Der Koch indessen – kocht einfach weiter. Er realisiert erst nach einem kurzen Schreck-Moment, was soeben nur wenige Meter von ihm entfernt geschehen ist.

Am 5. Juli bewahrte der Restaurant-Besitzer in Scharbeutz womöglich viele Menschen vor Schaden.

Viele Menschen zeigten Dankbarkeit

„Er hat sich oft bei mir bedankt“, sagt Lino Cimmino. Genau wie so viele andere Menschen in den Tagen und Wochen nach dem Ereignis. „Ich bin froh, dass es so gekommen ist“, sagt Cimmino. Nicht wegen des ganzen Presserummels, sondern weil am Ende alles glimpflich ausgegangen sei. Darüber denken er und seine Mitarbeiter manchmal noch nach. „Was wäre gewesen, wenn Lino nicht hier gewesen wäre“, sagt sein Kellner Denny Pöhl. Dann wäre Lino Cimmino gestern nicht für sein beherztes Eingreifen ausgezeichnet worden. Dann würde sein Restaurant vielleicht mit einer Tragödie in Verbindung gebracht. So aber ist alles gut. Und Denny Pöhl sagt: „Deswegen ist Lino wirklich unser Held.“

Luisa Jacobsen

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