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Ostholstein Hier entstehen die Festspiel-Kulissen
Lokales Ostholstein Hier entstehen die Festspiel-Kulissen
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13:09 27.03.2019
Zentrales Element auf der Seebühne wird ein großdimensionierter Bilderrahmen sein. Er symbolisiert – zum Beispiel ausstaffiert mit Porträts des schwedischen Königs Gustav III. – den historischen Hintergrund am Stockholmer Hof für Verdis Oper „Ein Maskenball“. Quelle: Eutiner Festspiele
Eutin

Der Kulissenbau für die Aufführungen der Eutiner Festspiele ist jedes Jahr eine Herausforderung: Das Bühnenbild muss leicht auf- und abzubauen sein, und es muss durch kleine, aber pfiffige Veränderungen sehr verschiedenen Stücken gerecht werden. In diesem Sommer sind das die Oper „Ein Maskenball“ von Giuseppe Verdi und das Musical „Kiss me, Kate“ von Cole Porter. Jörg Brombacher, erfahrener Bühnenbauer aus der Pfalz, hat sich in diesem Jahr erstmals im Auftrag der Festspiele dieser Aufgabe angenommen.

Viel Erfahrung mit Open-Air-Aufführungen

Mit den Verhältnissen einer Freilichtspielstätte kennt Brombacher sich aus: Fast ein Jahrzehnt war er Technischer Leiter und Ausstattungsleiter der Luisenburg Festspiele Wunsiedel in Bayern. Diese haben pro Saison durchschnittlich 140 000 Zuschauer. Zuvor war er an diversen deutschen Theatern als Bühnenbildner tätig, darunter am Prinzregentenheater München und am Staatstheater Braunschweig. Zur Eutiner Seebühne sagt Jörg Brombacher: „Es hat mich noch nie so sehr herausgefordert, ein Bühnenbild zu konzipieren, das zur natürlichen Umgebung und zugleich auch zu den künstlerischen Anforderungen zweier Werke passt.“

Bilderrahmen als wichtigstes Element

Seine Idee für die Gestaltung der Bühne: zwei riesige Bilderrahmen als zentrales Element, dazwischen mehrere Schienen, auf denen Schiebewände hin- und herbewegt werden können. „Noch mehr szenische Möglichkeiten ergeben sich dadurch, dass die Elemente auf den vorderen Schienen um 180 Grad gedreht werden können, also eine Vorder- und Rückseite haben“, sagt Brombacher.

So laufen die Vorbereitungen für die neue Spielzeit

Versehen mit Porträts des schwedischen Königs Gustav III. bildet die Rahmenkonstruktion beispielsweise den historischen Hintergrund am Stockholmer Hof für Verdis Oper „Ein Maskenball“. Für „Kiss me, Kate“ wird der Rahmen mit einem roten Vorhang drapiert und so zum Theatersaal, denn das Musical ist ein Stück im Stück. Links und rechts der Bühnen stehen zwei Türme, die um 180 Grad gedreht werden können und so mal (Musical) eine Hauswand, mal (Oper) Torbögen mit Geländer darstellen.

Bühnenelemente sind mehrere Meter hoch

Die Entwürfe Jörg Brombachers setzt jetzt ein erfahrenes Handwerker-Trio um. Zimmermann Ole Kwiatkowski (47) ist im neunten Jahr bei den Festspielen, gemeinsam mit Jakob Brunken (32), ebenfalls Zimmermann, fertigt er die zum Teil meterhohen Bühnenelemente auf Gut Stendorf – dort ist Festspiele-Geschäftsführer Falk Herzog zu Hause – an. Dietrich Witt (69), ehemals Bootsbauer, jetzt Pensionär und seit vier Jahren „Mädchen für alles“, versieht die Teile im „Kuhstall“ gegenüber der Opernscheune mit Klarlack, damit sie witterungsbeständig sind, und einem ersten Farbanstrich. Ab Mai wird Kulissenmaler Alp Arslan Tokat, der seit 2014 für die Festspiele aktiv ist, die Feinarbeit übernehmen.

Die Vorstellungstermine

Die öffentliche Generalprobe für das Musical „Kiss me, Kate“ findet am Mittwoch, 26. Juni, um 20 Uhr auf der Seebühne statt. Die Premiere folgt am Freitag, 28. Juni, um 20 Uhr. Weitere Termine: 30. Juni; 4., 5., 6., 14., 18., 27., 28. Juli; 1., 2., 10., 11., 16., 23. und 24. August. Die Oper „Ein Maskenball“ feiert am Freitag, 12. Juli, um 20 Uhr auf der Seebühne Premiere. Weitere Vorstellungen: 13., 19., 26. Juli; 3., 9. und 22. August. Das Singspiel „Abu Hassan“ wird drei mal im Torhaus gespielt: am 3., 11. und 17. Juli. Der Gala-Abend unter dem Titel „Viva la Musica“ beschließt am 31. August die Spielzeit.

Karten für alle Vorstellungen unter Telefon 045 21/800 10 oder über www.eutiner-festspiele.de. Sie sind ebenfalls in der Geschäftsstelle der Lübecker Nachrichten, Markt 12 in Eutin, erhältlich.

„Wir haben über die Hälfte der Kulissen fertig. Auch die 5,80 Meter hohen Türme sind fertig, nur noch nicht zusammengebaut“, sagt Ole Kwiatkowski. Die Zimmerleute und Dietrich Witt loben die „anspruchsvollen Bühnenbilder“. In drei Wochen wollen sie die Grundbühne errichtet haben.

Bereits 12 400 Eintrittskarten verkauft

Intendantin Dominique Caron ist mit dem „äußerst kreativen Entwurf“ von Jörg Brombacher sehr zufrieden. Geradezu beglückt sind die Festspiele über den Ticketverkauf. „Wir haben 12 400 Karten abgesetzt. Es läuft unheimlich, vor allem über unseren Web-Shop“, sagt Sprecherin Ulrike Horstmann. Über zwei Drittel der Eintrittskarten würden so verkauft, dabei hielten sich Oper und Musical bei der Nachfrage die Waage.

Ulrike Benthien

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