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Ostholstein Der Rohbau der Schwentinebrücke ist fertig
Lokales Ostholstein Der Rohbau der Schwentinebrücke ist fertig
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13:42 19.08.2019
Unter den Wetterschutzplanen härtet der Stahlbeton der Straßenbrücke über die Schwentine an der Gremsmühle aus. Im Vordergrund werden Schalung und Armierung für die Fußgänger- und Versorgungsbrücke vorbereitet. Quelle: Dirk Schneider
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Malente

Die neue Schwentinebrücke an der Malenter Gremsmühle nimmt buchstäblich Form an. Der erste Teil des Betonbauwerks ist bereits gegossen, die Stahlträger, Armierungen und Schalungen für den zweiten Bauabschnitt sind vorbereitet.

Nach den anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Baugrund und der Zuordnung unbekannter Kanäle seien die Arbeiten in den vergangenen Monaten gut vorangekommen, berichtet Bauleiter Gerrit Niemann über den aktuellen Stand der Dinge. Im nächsten Schritt sollen die Kappen entstehen, auf die später Bürgersteige, Radweg und Fahrbahn aufgesattelt werden. Dieser eigentliche Brückenbau mit der rund 200 Quadratmeter großen Verkehrsfläche werde bis Ende August abgeschlossen, sagt Niemann. „Nach dem Aushärten des Materials können im September die Holzschalen und provisorischen Träger entfernt werden.“ Danach würden die rauen Oberflächen versiegelt und verkleidet.

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Der Neubau der Straßenbrücke über die Schwentine in Malente hat begonnen. Quelle: Dirk Schneider

Ab Oktober beginne die heiße Phase mit dem Aufbau der Fahrbahn einerseits – „hier soll eine acht Zentimeter dicke Asphaltschicht aufgebracht werden“ – und dem Verlegen der Versorgungsleitungen in die sogenannte Rohrbrücke, sagt Niemann mit Blick in die Zukunft. Insgesamt müssen 15 Rohrleitungen und Elektrokabel in eine Zwischenebene eingezogen und möglichst nahtlos an den Übergabepunkten angeschlossen werden. Das sollte eigentlich recht reibungslos funktionieren, da man beim Bestücken der provisorischen Rohrbrücke zum Beginn der Baumaßnahme entsprechende Erfahrungen gesammelt habe, sagt Niemann hoffnungsvoll.

Aus eins mach zwei

Bis zum Abriss diente die 120 Jahre alte Straßenbrücke als Querungshilfe für die Kabel und Leitungen über den Fluss. Die meisten Rohre waren im Laufe der Zeit einfach seitlich an das Bauwerk angehängt worden. Diese unbürokratische Praxis ist seit vielen Jahren allerdings baurechtlich nicht mehr zulässig. Mit dem Neubau durch den Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr müssen die neuen Richtlinien nun umgesetzt werden. Aus diesem Grund werden auch zwei formal voneinander getrennte Brücken errichtet. So stellt die Gemeinde gemeinsam mit den Versorgungsbetrieben parallel zu der Brücke für die Landesstraße 56 eine eigene Fußgänger- und Rohrbrücke her. Beide Bauwerke weisen lediglich einen Abstand von vier Zentimetern aus und bilden eine optische Einheit.

Die Schalung und Armierung für den Aufbau der Fußgänger- und Versorgungsbrücke über die Schwentine werden für den Betonguss vorbereitet. Quelle: Dirk Schneider

Nach der Fertigstellung der Brücken müssen noch die Anbindungen an die Eutiner und Plöner Straße am Südufer und in die Hindenburgallee im nördlichen Bereich erneuert werden. Wann die ersten Fußgänger über die Brücke laufen und die Autos wieder rollen können? „Die Fertigstellung ist für Dezember geplant. Zum Jahreswechsel soll die Strecke freigegeben werden“, sagt Niemann.

Von Dirk Schneider