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Ostholstein Der ZVO stellt sich neu auf: Über 200 Mitarbeiter sind betroffen
Lokales Ostholstein Der ZVO stellt sich neu auf: Über 200 Mitarbeiter sind betroffen
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20:00 11.02.2020
Verbandsvorsteherin Gesine Strohmeyer will keine zweite Amtszeit beim Zweckverband Ostholstein. Quelle: Sebastian Rosenkötter
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Sierksdorf

Der Zweckverband Ostholstein (ZVO) ist einer der größten Arbeitgeber im Kreis Ostholstein. Rund 530 Menschen kümmern sich um Müll, Trinkwasser, Gasversorgung und schnelles Internet. Etwas mehr als 200 Angestellte gehören zur Tochtergesellschaft ZVO Entsorgung GmbH.

Sie arbeiten auf Recyclinghöfen, leeren die Mülltonnen und sind im Neustädter Müllheizkraftwerk aktiv. Ab Anfang 2021 sollen sie allesamt zur ZVO Holding – der Muttergesellschaft – wechseln. Hauptziel ist es, Geld einzusparen. Die ZVO Energie GmbH bleibt bestehen.

Vorgestellt wurden die Pläne jetzt von Gesine Strohmeyer. Die Verbandsvorsteherin hat den ZVO seit Anfang 2015 kräftig umstrukturiert und will diesen Kurs fortsetzen – zumindest bis zum nächsten Jahreswechsel. Dann endet ihre sechsjährige Amtszeit. Eine zweite Runde lehnt sie ab und begründet dies damit, sich beruflich neu orientieren und privat mehr Zeit für ihre Familie haben zu wollen.

Die ZVO Entsorgung GmbH soll in Zukunft keine Mitarbeiter mehr haben. Geplant ist, dass diese ab 2021 zur ZVO Holding gehören. Quelle: Sebastian Rosenkötter

Personalberater soll neuen ZVO-Chef finden

Klaus Winter, Vorsitzender der Verbandsversammlung, bedauert den Schritt: „Wir hätten sie gerne behalten. Ich denke, dass sich dieser Verband in ganz ruhigem Fahrwassern befindet, was wir zu einem ganz großen Teil ihr verdanken.“ Ein Nachfolger soll mithilfe eines Personalberaters gefunden werden. Eine Entscheidung könnte dann laut Winter im Juni getroffen werden.

Doch bevor Gesine Strohmeyer aufhört, steht eine der größten organisatorischen Veränderungen der vergangenen Jahre an. Die ZVO Entsorgung GmbH soll zwar auf dem Papier bestehen bleiben, aber zum 1. Januar 2021 kein Personal mehr haben. Strohmeyer begründet dies mit steuerlichen Vorteilen im Umsatzsteuerbereich. „Verluste könnten dann mit Gewinnen anderer Sparten verrechnet werden“, sagt sie. Zudem gehe es darum, an einer Gebührenstabilität für die Kunden zu arbeiten.

Die Verbandsversammlung entscheidet

Die kompletten Pläne sollen bald präsentiert werden. Eine endgültige Entscheidung der Verbandsversammlung (Vertreter von Gemeinden und Städten aus den Kreisen Ostholstein, Plön und Segeberg) steht ebenfalls im Juni an. „Das, was ich bisher zu diesem Thema gehört habe, scheint mir schlüssig“, erklärt Winter. Der Vorsitzende der Verbandsversammlung sagt aber auch, dass noch Informationen für ein endgültiges Meinungsbild fehlen würden.

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Auswirkungen hätte ein positives Votum auch für die etwas mehr als 200 betroffenen Mitarbeiter der ZVO Entsorgung GmbH. Laut Strohmeyer müsse mit dem Arbeitgeberverband und Verdi verhandelt werden. Sämtliche Angestellte sollen in den Tarif des Öffentlichen Dienstes wechseln. Bislang seien diejenigen, die nach 2005 beim ZVO angefangen hätten, im BDE (Verband der deutschen Kreislauf- und Ressourcenwirtschaft). In den kommenden Monaten gehe es unter anderem um die Regelung der Eingruppierung in den Tarif.

Abfall soll vermieden werden

Für das Unternehmen bedeutet die angestrebte Umstrukturierung, sich ab 2021 auf hoheitliche Leistungen zu konzentrieren. Also auf Aufgaben, die Städte und Gemeinden leisten müssen und an den Zweckverband übertragen. Insbesondere im Bereich Abfall gebe es viel zu tun. Asiatische Länder würden kaum noch Papier und Plastik annehmen. „Wir benötigen Alternativen und müssen uns stärker über Vermeidung und Abbaubarkeit Gedanken machen“, erläutert die Verbandsvorsteherin.

Hinzu komme, dass die Zahl der Besucher auf den Recyclinghöfen in den vergangenen zwei Jahren um bis zu 60 Prozent angestiegen sei. „Wir haben die Annahme von Schadstoffen kostenfrei gemacht. Zudem ist das Bewusstsein gestiegen. Das ist positiv“, sagt Strohmeyer. Jedoch habe das hohe Aufkommen auch eine Neueinstellung von Mitarbeitern erforderlich gemacht.

Neuigkeiten im Bereich Digitalisierung

Darüber hinaus sollen im Herbst Neuheiten im Bereich der Digitalisierung vorgestellt werden. Grundlage seien Ideen des Hackathons im vergangenen September. Damals überzeugte unter anderem eine App, mit der Touristenströme gelenkt werden sollen. Details will Strohmeyer erst präsentieren, wenn sie spruchreif sind.

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Von Sebastian Rosenkötter

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