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Ostholstein Deutlich höher als die alte Sundbrücke: Bahn stellt Varianten für Querung vor
Lokales Ostholstein Deutlich höher als die alte Sundbrücke: Bahn stellt Varianten für Querung vor
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19:43 13.11.2019
Seit 1963 verbindet die Fehmarnsundbrücke die Insel Fehmarn mit dem Festland. Bald soll es Klarheit über die neue Querung geben Quelle: GJS (LN-Archiv)
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Oldenburg/Fehmarn

Die Deutsche Bahn hat am Mittwoch in einer informellen Sitzung des Dialogforums zur Festen Fehmarnbeltquerung die verbleibenden acht Varianten zur neuen Fehmarnsundquerung vorgestellt. Deutlich wurde: Die möglichen Brückenbauwerke werden wesentlich höher sein als die Bestandsbrücke. Die Entscheidung, ob die Bestandsbrücke bleiben wird oder nicht, steht zudem kurz bevor.

Je nach Variante vier bis elf Jahre Bauzeit

Im Rennen für die neue Querung sind eine getrennte Brücke für Straße und Schiene, eine kombinierte Brücke, sowie ein Absenk- und ein Bohrtunnel – je mit Erhalt oder Abriss der Bestandsbrücke, sodass am Ende noch acht Varianten möglich sind. Die Bohrtunnel-Bauwerke wurden allerdings schon im Vorwege aus Kosten- und Bauzeitgründen als „nicht auf den vordersten Plätzen“ liegend bezeichnet. Denn: Nach älteren Berechnungen der Bahn würde ein Bohrtunnel mindestens 1,5 Milliarden Euro kosten, die anderen Varianten 800 Millionen.

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Mit welchen Kosten die einzelnen Varianten allerdings wirklich zu Buche schlagen werden, dazu wurden am Mittwoch keine Angaben gemacht. „Wir befinden uns in der Phase der Vorplanung“, erklärte Bernd Homfeldt, Projektleiter bei der Bahn auf wiederholte Nachfrage der Beteiligten. Die Bauzeiten bewegten sich je nach Variante in einem Rahmen von vier bis elf Jahren.

In einer informellen Sitzung wurden die verbleibenden Varianten für die Sundquerung vorgestellt. Quelle: Luisa Jacobsen

So hoch müssen die Brückenbauwerke sein

Klarheit herrscht in Sachen Lage sowie Höhe beziehungsweise – im Fall eines Tunnels – Tiefe der möglichen Bauwerke. Eine kombinierte Brücke ohne Erhalt der Bestandsbrücke würde beispielsweise eine Pylonhöhe (Bauteil, über das die Schrägseile gehalten werden) von 180 Metern aufweisen. Bei Erhalt der Sundbrücke wäre der Pylon 165 Meter hoch. Zum Vergleich: Bei der Sundbrücke beträgt die höchste Stelle 75 Meter (gemessen jeweils vom Meeresboden). Ähnlich hoch wie die kombinierten Brücken sind auch die getrennten Bauwerke. Grund dafür ist laut den Planern, der Umstand, dass die Brücken weiter westlich als die Bestandsbrücke errichtet würden. Dort ist der Sund breiter, die Bauwerke werden entsprechend länger. Ein Absenktunnel (mit oder ohne Bestandsbrücke) würde rund 20 Meter tief sein. Die Bohrtunnel mit rund 30 Metern wesentlich tiefer.

Entscheidung über Bestandsbrücke noch im November

Die Öffentlichkeit soll über die Varianten voraussichtlich noch einmal ausführlich in einer Infoveranstaltung nach einer offiziellen Sitzung des Dialogforums informiert werden. Der Termin wird voraussichtlich Ende November sein. Weitere Informationen sollen rechtzeitig bekannt gegeben werden. Ebenfalls bis Ende dieses Monats soll auch die Entscheidung für oder gegen den Erhalt der Bestandsbrücke gefallen sein.

Die endgültige Vorzugsvariante möchte die Bahn bis zum Ende des Jahres gefunden haben. In die Entscheidung einbezogen werden soll ein Runder Tisch mit Akteuren aus dem betroffenen Bereich. Dieser wurde ebenfalls am Mittwoch während der Sitzung gebildet und soll sich nun eine Meinung bilden, diese wiederum soll dem Dialogforum als Meinungsstütze dienen. Angesichts des kurzen Zeitfensters bis zur Entscheidungsfindung wurde die Möglichkeit der Einflussnahme allerdings von mehreren Teilnehmern angezweifelt.

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Von Luisa Jacobsen