Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Deutlich mehr Tote auf Ostholsteins Straßen
Lokales Ostholstein Deutlich mehr Tote auf Ostholsteins Straßen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
19:00 27.03.2019
Die Ikea-Kreuzung an der Dänischburger Landstraße/L 181 in Sereetz nimmt mit neun Unfällen wieder den Spitzenplatz bei den Unfallschwerpunkten ein. Quelle: Luisa Jacobsen
Anzeige
Ostholstein

Insgesamt ist die Zahl der Unfälle im Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr ähnlich hoch. Dennoch zeigt sich im Verkehrssicherheitsbericht der Polizeidirektion Lübeck für Ostholstein eine traurige Tendenz: Die Zahl der tödlichen Unfälle ist deutlich gestiegen. Eine starke Zunahme gab es auch bei der Zahl der verletzten Kinder (plus 14,7 Prozent auf 116 Verletzte unter 14 Jahren) und bei den Radfahrerunfällen (plus 15,4 Prozent auf 337 Unfälle). Ebenfalls gestiegen ist die Zahl der Unfälle, bei denen ein Beteiligter getrunken hatte (plus 39,6 Prozent auf 127).

Sieben Autofahrer, drei Radfahrer, zwei Fußgänger, ein Motorradfahrer, ein Fahrer eines Langsam-Autos mit Versicherungskennzeichen und ein Passagier in einem Bus verloren 2018 auf Ostholsteins Straßen ihr Leben. Der getötete Passagier saß in dem Reisebus, der Ende Juni 2018 mit einer Gruppe Jugendlicher auf dem Heimweg von den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg war und in Rüting (Gemeinde Grömitz) mit einem Rettungswagen zusammenstieß. 51 Kinder und Erwachsene wurden verletzt, ein Betreuer starb.

Bei dem schweren Busunfall bei Rüting Ende Juni 2018 starb ein Mann, 51 Insassen wurden verletzt. Quelle: Louis Gäbler

Gefährliche B 207

Die Straße bei Rüting ist bei Weitem kein Unfallschwerpunkt. Es gibt andere Stellen im Kreis, die den Beamten vom Sachbereich Verkehr mehr Sorgen machen. Etwa das Stück der B 207 zwischen dem Ende der A 1 in Heiligenhafen und der Fehmarnsundbrücke. Auf diesem Teil der Bundesstraße starben im vergangenen Jahr drei Menschen bei zwei Unfällen. Und das ist nichts Neues. Polizeihauptkommissar Rainer Dürkop, Leiter des Sachgebiets Verkehr bei der Polizeidirektion Lübeck, berichtete bei der Vorstellung des Verkehrssicherheitsberichts, dass dort zum Beispiel im Bericht 1982/83 vier Tote gezählt wurden.

Immer wieder kommt es auf der B 207 zwischen Heiligenhafen und Fehmarnsundbrücke zu schweren Unfällen. Im Dezember 2018 geriet eine Frau mit ihrem Opel Corsa in den Gegenverkehr und prallte dort gegen einen Lastwagen. Quelle: Arne Jappe

Warum die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten so stark gestiegen ist, lässt sich nicht recht erklären. Ebenso wenig wie die Tatsache, dass diese Zahl im Vorjahr 2017 extrem niedrig war. Die Bewertung des Anstiegs ist aber klar: „Das ist ein trauriger Höchststand, wenn man die letzten zehn Jahre sieht“, sagte Dürkop.

Unfallursache Handy

Die Hauptunfallursache in Ostholstein ist die sogenannte Missachtung des Rechtsfahrgebotes. Darunter fallen all die Verkehrsteilnehmer, die aus unklaren Gründen auf die Gegenfahrbahn und von dort in den Gegenverkehr oder ins Gebüsch oder gegen einen Baum auf der anderen Straßenseite fahren. Gründe könnten auch die Handybenutzung am Steuer sein. „Es gibt eine Reihe von Unfällen, wo wir uns fragen: Wie konnte das passieren?“, sagte Behördenleiter Norbert Trabs. „Und dann wird im Fußraum oder auf dem Beifahrersitz ein Handy gefunden.“ Noch gibt es keine Möglichkeit, solche Handy-Unfälle statistisch zu erfassen. Die soll landesweit unter dem Stichwort „Ablenkung“ im kommenden Jahr eingeführt werden.

Spitzenreiter Ikea-Kreuzung

Am Ende jedes Verkehrssicherheitsberichts listet die Polizei die sogenannten Unfallhäufungsstellen auf. Unangefochtener Spitzenreiter ist mit neun Unfällen wieder die sogenannte Ikea-Kreuzung (Dänischburger Landstraße/L 181/Anschlussstelle der A 226 Richtung Hamburg), die in Sereetz direkt auf der Kreisgrenze zu Lübeck liegt. Laut Dürkop hat es bereits Ortstermine gegeben, es hapere aber an der Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen. So soll die Ampelschaltung geändert werden. Zusätzlich sollen die bisher nur mit Vorfahrt-achten-Schildern ausgestatteten Rechtsabbiegerspuren ebenfalls mit Ampeln versehen werden. „Wir hoffen, dass wir in diesem Jahr technisch etwas geregelt bekommen“, sagte Dürkop.

Weitere Häufungsstellen sind in Niendorf die Kreuzung Strandstraße/Paduaweg (5 Unfälle), die B 76 in Eutin (4, Ursache gefährliches Überholen), in Stockelsdorf die Kreuzung Segeberger Straße/Ahrensböker Straße (4) und mit jeweils drei Unfällen in Bad Schwartau die Anschlussstelle Cleverbrücker Straße zur A 1, in Stockelsdorf die Segeberger Straße 22 und die Kreuzung Segeberger Straße/Schulweg/Ravensbusch, in Eutin die Kreuzung Elisabethstraße/Friedrichstraße sowie Bürgermeister-Steenbock-Straße/Johann-Specht-Straße, auf Fehmarn die Kreisstraße 63, in Großenbrode die B 207, in Malente die Eutiner Straße 56 (Ausfahrt eines Supermarktes), in Neustadt die Kreuzung Sierksdorfer Straße/Neukoppel und in Oldenburg die Holsteiner Straße 2.

Forderung nach mehr Personal

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) nimmt die Ergebnisse des Verkehrssicherheitsberichts zum Anlass, um mehr Personal für die Verkehrsüberwachung zu fordern. „Betrunkene, besonders rücksichtslos fahrende Autofahrer sowie Fahrzeugführer, die durch ein Handy abgelenkt sind, müssen stets und überall damit rechnen, dass ihr gefährliches Fehlverhalten von der Polizei geahndet wird“, sagt der stellvertretende Landesvorsitzende und Vorsitzende des Kreisverbandes Lübeck-Ostholstein der DPolG, Thomas Nommensen. Die DPolG fordere daher umgehende und spürbare Anstrengungen des Innenministeriums, um die Landespolizei weiter zügig zu verstärken.

Susanne Peyronnet

Die Wohnungsbaugesellschaft Ostholstein investiert 5,7 Millionen Euro für drei Wohngebäude in der Seestraße. Die ersten Mieter werden zum 1. Juli 2019 einziehen können.

28.03.2019

Eltern und Schüler in Ostholstein können sich freuen: Vom kommenden Schuljahr an entfallen die Kosten für den Schulbus. Das gilt allerdings nicht für alle. Für Überraschung sorgte zudem der Ameos-Rückzieher beim Kauf der Sana-Klinik.

27.03.2019

Neues Kulturbüro möchte gemeinsam mit der Tourismus-Agentur Lübecker Bucht Kunst- und Kulturschaffende zusammenführen und Erlebnisangebote für die Urlaubsgäste in Ostholstein entwickeln.

27.03.2019