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Ostholstein Dialogforum fordert neue Sundquerung
Lokales Ostholstein Dialogforum fordert neue Sundquerung
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02:38 19.01.2013
Fehmarns Wahrzeichen, die 1963 gebaute Sundbrücke, soll entlastet werden. Eine neue Brücke, aber auch ein Tunnel sind im Gespräch.
Oldenburg

Die Bahn arbeitet mit Hochdruck an einem Ersatzbau für die Fehmarnsundbrücke. In der kommenden Woche soll mit dem Bundesverkehrsministerium in Berlin über die Finanzierung des möglichen Großprojektes verhandelt werden. Das gab Bahn-Projektleiter Bernd Homfeldt, zuständig für die Schienenanbindung der Beltquerung, am Donnerstagabend im Dialogforum bekannt.

Was genau dabei finanziert werden muss, sei hingegen noch völlig offen. Klar scheint nur zu sein: Guter Rat wird teuer. „Die Brücke muss auf jeden Fall verstärkt werden“, sagte Homfeldt. Dazu würden derzeit Alternativen untersucht. Eine Variante sei auch ein Neubau, eventuell eine Kombination aus Tunnel und Brücke.

Für die Kieler Landesregierung ist ein Neubau unumgänglich. „Die Ertüchtigung der vorhandenen Brücke kommt für uns nicht in Frage“, sagte Verkehrs-Staatssekretär Frank Nägele (SPD). Das sei allenfalls eine „Notlösung, wenn ein Neubau in relevanter Zeit nicht möglich“ ist. Dass die Brücke seit 50 Jahren nicht grundsaniert worden ist, sei für ihn eine „gespenstische Vorstellung“. Deshalb hätte die Sundbrücke möglicherweise auch unter anderen Bedingungen ersetzt werden müssen.

Die Beltgegner warfen der Bahn hingegen Verzögerungstaktik bei der Vorlage der Ergebnisse vor. „Wenn sie schon drei Jahre brauchen, um die vorhandene Brücke nachzurechnen, wie wollen sie dann bis zur Eröffnung der festen Beltquerung eine neue Querung am Sund gebaut bekommen?“, fragte Allianz-Vertreter Michael Bonne. Bahn-Projektleiter Homfeldt verwies darauf, dass es bereits vor 50 Jahren immerhin mit technisch deutlich beschränkteren Möglichkeiten gelungen sei, in drei Jahren die heutige Sundbrücke zu bauen.

Parallel zu der Sitzung des Dialogforums hat die Kasseedorfer Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn im Berliner Verkehrsministerium einen Fragenkatalog zu dem möglichen Neubau der Sundquerung eingereicht. Darin geht es um Planungskosten, mögliche Zuschüsse seitens der EU und den Zeitplan. Außerdem will Hagedorn wissen, welche anderen Bauprojekte in Schleswig-Holstein für eine neue Querung möglicherweise zurückgestellt werden müssen.

Kurz vor Weihnachten war bekannt geworden, dass das 50 Jahre alte, unter Denkmalschutz stehende Bauwerk den erwarteten Verkehrsbelastungen nach dem Bau der festen Beltquerung nicht mehr standhalten würde. Grundlage für die umfassenden Nachrechnungen der Statik der Sundbrücke war ein im Juni 2010 durchgeführter Belastungstest. „Gegenüber der Ursprungsstatik für die Brücke aus dem Jahr 1963 sind heute höhere Lastansätze zu berücksichtigen“, begründet die Bahn die Ergebnisse. Außerdem habe die Brücke kaum Belastungsreserven, da sie aufgrund der hohen Stahlpreise in den 60er-Jahren sehr „intelligent und optimal“ mit dem Ziel eines geringen Materialeinsatzes geplant worden sei.

Für einen Eklat während der Sitzung sorgten Beltgegner. Eine Vertreterin einer Bürgerinitiative fragte zunächst süffisant, ob später „Touristen mit Güterzügen nach Ostholstein gekarrt werden sollen“. Nachdem sich Staatssekretär Nägele mit Verweis auf die deutsche Geschichte entsprechende Äußerungen verbat, verhöhnten Beltgegner im Publikum Nägele und buhten ihn aus, so dass sogar Forumssprecher Dr. Christoph Jessen einschreiten musste. „Sie sind sich wahrscheinlich gar nicht im Klaren, in welche politische Ecke sie mit ihrem Verhalten abzurutschen drohen“, so der erfahrene Diplomat.

Die Brücke zu verstärken, ist nur eine Notlösung, wenn ein Neubau zeitlich nicht möglich ist.“Frank Nägele (SPD)

Holger Marohn

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