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Ostholstein Die Fehmarnsund-Brücke soll künftig beleuchtet werden
Lokales Ostholstein Die Fehmarnsund-Brücke soll künftig beleuchtet werden
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20:13 05.11.2019
Langzeitbelichtung mit erstaunlichem Effekt: So bunt wie die Sundbrücke auf diesem Foto wirkt, darf die Illumination allerdings nicht werden. Quelle: Jonas Geuer (HFR)
Fehmarn

Jeden Tag mit Einbruch der Dunkelheit geht an der Fehmarnsund-Brücke das Licht aus. Lediglich zwei Pfeiler werden mit einem orangefarbenen Licht angestrahlt. Nach den Vorstellungen von Fehmarns Tourismuschef Oliver Behncke soll sich das künftig ändern. Er möchte, dass die Sundbrücke illuminiert wird. Ein großes Abstimmungsgespräch mit beteiligten Behörden hat es bereits gegeben. Die Resonanz war positiv. Damit das Vorhaben realisiert werden kann, müssen die Planer allerdings einiges beachten. Allen voran: Bunt darf die Sundbrücke nicht werden.

Schiffs- und Autoverkehr dürfen nicht irritiert werden

Dabei war eine bunte Beleuchtung genau das, was man anfangs wollte. Unter dem Motto „Der Fehmarnsund wird bunt“ sollte die Idee umgesetzt werden. Die zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung habe der farbenfrohen Illumination aber zügig eine Absage erteilt. Zu groß sei die Gefahr einer Verwechslung mit den Schifffahrtszeichen. Und auch andere Beteiligte wie unter anderem der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV), die Untere Naturschutzbehörde des Kreises, das Landesamt für Denkmalpflege und die Polizei haben bei einem großen Treffen am 29. Oktober Bedenken geäußert, die nun in die Planung einfließen müssen.

Oliver Behncke sagt: „Vorgaben müssen berücksichtigt und Bedenken ernst genommen werden.“ Bei der Erarbeitung eines Konzeptes gelte jetzt besonders, dass Schiffe und Autos durch die Illumination nicht geblendet würden, Natur- und Denkmalschutzbelange berücksichtigt würden sowie dass der Bahnbetrieb nicht beeinträchtigt werde. In Sachen Naturschutz ginge es zum Beispiel um nachts fliegende Vögel, beim Denkmalschutz darum, dass die Beleuchtung nicht vom eigentlichen Objekt ablenke.

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Illumination mit weißem Licht möglich

Die Lösung für all diese Einschränkungen ist weißes Licht – und zwar dezent eingesetzt. „Trotzdem soll natürlich ein ,Wow-Effekt’ da sein“, sagt Behncke. Wie genau das am Ende aussehen wird, steht noch nicht fest. „Verschiedene Spezialisten, unter anderem die Firma Signify, haben sich bereits mit den Vorgaben beschäftigt“, sagt Behncke. Es stünden jetzt noch weitere Abstimmungen mit dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Lübeck sowie dem Umweltministerium an. Wenn das geschafft ist, könnten erste Simulationen entstehen. 2021 könnte die Brücke dann bereits im LED-Licht erstrahlen, wobei Behncke diese Zielsetzung selbst als „sportlich“ bezeichnet. Die Installation benötige vergleichsweise wenig Zeit, sagt Behncke. Langwierig sei eher die Planung. Zudem müsste die Installation in enger Abstimmung mit den Sanierungsarbeiten der Deutschen Bahn an der Brücke erfolgen.

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Trotzdem: Selbst wenn die Sundbrücke nur noch zehn bis zwanzig Jahre bestünde, würde sich das Projekt nach Ansicht der Touristiker lohnen. In Anbetracht der enormen Bauvorhaben auf der Insel (Bau der festen Fehmarnbeltquerung, Ausbau der B 207, Elektrifizierung der Bahnstrecke mit fünfjähriger Nichtnutzbarkeit sowie Bau der neuen Sundquerung), wolle man ein positives Signal setzen und „die Fehmarnsund-Brücke stärker in Szene setzen“.

„Die Bahn als Eigentümerin der Brücke unterstützt das Vorhaben“, sagt der Tourismuschef. Genauso wie die Gemeinde Großenbrode, die Stadt Fehmarn sowie einige Institutionen und Personen aus der Privatwirtschaft.

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Hohe Kosten für Langlebigkeit

Ganz günstig wird das Vorhaben für die Beteiligten allerdings nicht: Allein die Materialkosten für eine Illumination im Bogenbereich der Brücke könnten laut Behncke eine Viertelmillion kosten. Dazu komme die Installation. Ginge man dann auch noch in den Bereich des Geländers, könne man wohl grob von einer Million Euro Kosten ausgehen – weshalb man die Beantragung von Fördermitteln ins Auge fasse. „Es muss ordentliches Material verbaut werden“, sagt der Tourismuschef. Austausch oder Reparaturen wolle man schließlich nicht alle paar Jahre ausführen lassen.

Ist die Beleuchtung dann einmal da, kommen laufende Kosten hinzu. „Da müssen wir uns ebenfalls vor allem mit Großenbrode abstimmen“, sagt Behncke. Die Stromkosten allerdings sollten sich in Grenzen halten. „Die Brücke muss auch nicht unbedingt die ganze Nacht leuchten, sondern vielleicht nur bis 24 Uhr.“ Die Hauptsache sei, dass eines der bekanntesten Wahrzeichen Schleswig-Holsteins nicht wie jetzt mit dem letzten Tageslicht verschwinde.

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