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Ostholstein Fangquoten: Küstenfischer sorgen sich um die Zukunft
Lokales Ostholstein Fangquoten: Küstenfischer sorgen sich um die Zukunft
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15:17 09.09.2019
Politik und Fischerei im Gespräch (v. l.): Benjamin Schmöde und Kai Arne Schmidt, die Geschäftsführer der Küstenfischer Nord- und Ostsee GmbH, Ulrich Elsner, Geschäftsführer der Küstenfischer Nord Heiligenhafen, der Europaabgeordnete Niclas Herbst, der Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens und Dr. Michael von Abercron, der fischereipolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Quelle: Hfr
Heiligenhafen

80 bis 90 Prozent der Fischer in Ostholstein sind als Nebenerwerbsfischer tätig. Die Zahl der hauptberuflichen Berufsfischer nimmt hingegen ab. Dieses Argument liefert die Fischergenossenschaft Fehmarn, um die aus ihrer Sicht besorgniserregende Lage der Küstenfischerei zu verdeutlichen. Ein Bild dazu verschafften sich Bundes- und Europaabgeordnete der CDU im Gespräch mit den Fischereigenossenschaften Ostholstein in Heiligenhafen.

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Fischerei ist ein uralter traditioneller Wirtschaftszweig der Ostseeküstenregion. Ihre Relevanz geht aber weit über die bloße Gewinnung und Verarbeitung der Fischerzeugnisse hinaus. Die Ostseefischerei trägt ganz nebenbei zur touristischen Attraktivität der Häfen bei“, hebt der CDU-Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens die Bedeutung der Fischerei hervor.

Schwieriges Umfeld für die Fischerei

Die Fischereibetriebe sehen sich zunehmend einem immer schwierigeren Umfeld ausgesetzt: Überbordende Bürokratie, Auflagen und strenge Umweltvorgaben stellten Herausforderungen für die Fischereibetriebe dar, die sie nach und nach an den Rand der Existenz gebracht und bei vielen Resignation ausgelöst hätten.

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Der Geschäftsführer der Küstenfischer Nord aus Heiligenhafen, Ulrich Elsner, betont, dass die massiven Senkungen der Fangquoten in den Vorjahren und auch gegenwärtig zu einem starken Abbau der Küstenfischerei-Flotte führe. Viele Fischereibetriebe hätten bereits aufgegeben. Es bestehe die Gefahr, dass weitere Betriebe folgen.

„Aber nicht nur die berufliche Fischerei und das Hochseeangeln an sich sind betroffen“, ergänzt der Bundestagsabgeordnete für Ostholstein. „Durch die schwierige Perspektive fehlt auch der Nachwuchs – denn die ausgebildeten Fischer mit nautischem Patent weichen verstärkt in andere Berufe aus und verdienen lieber ihr Geld auf Lotsenversetz- oder Behördenbooten.“

CDU-Politiker befürchtet Niedergang der Häfen

Um den verbliebenen Fischern an der Ostsee zu helfen, erörterten die Gesprächsteilnehmer mögliche Maßnahmen: Der Abbau von Kapazitäten in der Fischerei soll nach der Zahlung von Abwrackprämien auch weiterhin sozial verträglich gestaltet werden, den älteren Fischern ein solider Ausstieg gewährleistet werden. Darüber hinaus gelte es, die bestehende Infrastruktur zu sichern. Denn wenn die Infrastruktur in den Häfen verloren gehe, funktioniere auch die Nebenerwerbsfischerei nicht mehr. „Dann sind unsere Häfen tot“, sagt Gädechens. Weiterhin sei die bereits praktizierte Übertragung von Quoten möglich.

„So oder so, den Fischern aber auch den Angelkutterbetrieben fehlt zunehmend die Luft zum Atmen, wenn nicht endlich ein vernünftiger Spagat zwischen dem Schutz der Fischarten und der praxisbezogenen Fangerlaubnis durchgeführt wird“, betont Gädechens. Der Politiker wolle weiterhin für den Erhalt der Fischerei an der Ostseeküste kämpfen.

Von Markus Billhardt

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