Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Immer bereit – die schnellen ASB-Retter
Lokales Ostholstein Immer bereit – die schnellen ASB-Retter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:54 22.12.2018
Die Schnelleinsatzgruppe (SEG) des ASB Regionalverbandes Ostholstein beim Übungsabend. Quelle: HFR/ASB
Heiligenhafen

 Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH), der Malteser Hilfsdienst und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) sorgen in Ostholstein im Auftrag des Kreises für einen flächendeckenden Rettungsdienst – auch an Feiertagen wie Weihnachten und Neujahr. 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag in Bereitschaft bekommt der hauptamtliche Rettungsdienst bei großen Schadensfällen Unterstützung von ehrenamtlichen Kräften, der sogenannten Schnelleinsatzgruppen (SEG).

Eine SEG komme immer dann zum Einsatz, wenn innerhalb kürzester Zeit eine große Anzahl an Helfern und Material benötigt würden, um viele Patienten und Betroffene versorgen zu können, erläutert Jörg Bochnik, Vorsitzender des ASB-Regionalverbandes Ostholstein aus Heiligenhafen. Wie bei den anderen Organisationen auch bestehe die Gruppe aus medizinisch oder technisch ausgebildeten Einsatzkräften.

Beim ASB habe man eine kleine, sehr aktive Gruppe von rund 15 Personen, die sofort mit ausrücken kann, wenn es erforderlich werde, erzählt Bochnik. Wie die Geschäftsführerin des ASB, Elke Sönnichsen, berichtet, wurde die SEG zuletzt bei einem Hausbrand in der Heiligenhafener Hafenstraße benötigt, als man gemeinsam mit der Feuerwehr Bewohner eines Nachbarhauses evakuiert hat. Als ein Fahrzeug der Heiligenhafener Wehr im Sommer verunglückte, war die SEG ebenfalls mit zur Stelle.

Vorsorge für einen Massenanfall

Der Kreis Ostholstein ist in drei Bereiche für Schnell-Einsatz-Gruppen (SEG) aufgeteilt. Es gibt die SEG-Nord, Mitte und Süd.

Die Leitung der SEG-Nord obliegt dem Arbeiter-Samariter-Bund. Der ASB Heiligenhafen hat die SEG-Nord 1988 gegründet. Seit 2002 ist das DRK aus Göhl integriert.

Die SEG-Mitte wird von der Johanniter-Unfall-Hilfe gestellt. Der Malteser Hilfsdienst Timmendorfer Strand (seit 1995) und das DRK Eutin bilden die SEG-Süd.

Weitere Infos unter ostholstein.asb-sh.de, www.johanniter.de, www.malteser-timmendorferstrand.de, drkkvoh.drkcms.de.

Auch als im August ein Brand auf einem Recyclinghof in Lensahn ausbrach und in weiten Teilen der Strom ausfiel, rückten Schnelleinsatzgruppen der Ostholsteiner Rettungsdienste aus, um sich gegenseitig zu unterstützen. „Wir waren vor allem besorgt, ob wir alle Menschen versorgt bekommen, die zu Hause beatmet werden“, beschreibt Elke Sönnichsen die damalige Situation. Gegebenenfalls hätte man Notstrom hinbringen müssen.

Lohn für ihre Arbeit bekommen die Ehrenamtler nicht. „Zum Geldverdienen kommen sie auch nicht zu uns, aber ein Dankeschön ist schon sehr wichtig“, betont Bochnik, der selbst seit 49 Jahren dabei ist und wie der ASB Ostholstein 2019 sein 50-jähriges Jubiläum feiert. Für ihn ist es ein Bedürfnis, für die ehrenamtliche Tätigkeit zu werben: „Die Organisationen brauchen Leute für die verschiedensten Aufgaben – vom Sanitätsdienst bei Großveranstaltung bis hin zur Mitarbeit in der Feldküche.“ Und auch der Vorstand arbeite ehrenamtlich.

Die Schnelleinsatzgruppe (SEG) des ASB Regionalverbandes Ostholstein beim Übungsabend (v. l.): Tim Ruschau, Denise Pieler, Karsten Lafrentz (Übungsopfer) und Joshua Coenen simulieren das Ansprechen einer hilflosen Person mit einer möglichen Herzerkrankung. Quelle: HFR/ASB

Die Helfer werden von ASB, DRK und Co. ausgebildet. Sie simulieren an Übungsabenden diverse Einsatzszenarien, um für den Notfall gerüstet zu sein. Wichtig, damit das Ehrenamt im Bewusstsein bleibt, sei eine gute Jugendarbeit, sagt Elke Sönnichsen. In ihrer Nachwuchsorganisation seien beispielsweise Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 18 Jahren vertreten, die man später für weitere Aufgaben gewinnen könne. Aber auch innovative Ideen sollen einen Beitrag leisten, Laien Berührungsängste zu nehmen und sich als Ersthelfer ausbilden zu lassen.

Das landesweite Projekt „Saving Life“, das gemeinsam mit den dänischen Samaritern von Dansk Folkehjaelp ins Leben gerufen wurde, hat Anfang Dezember sogar den Förderpreis „Helfende Hand“ des Bundesinnenministeriums gewonnen. Die ASB-Geschäftsführerin erläutert: „Es geht darum, ein großes Team von Ersthelfern aufzubauen, die in der Nähe eines Notfalls per App alarmiert werden und Erste Hilfe leisten können, bis der Rettungswagen eintrifft.“

Elke Sönnichsen und Jürgen Bochnik hoffen auf ruhige Feiertage in Ostholstein. Doch falls etwas passiert, sind neben den hauptamtlichen Rettungskräften auch die Schnelleinsatzgruppen zur Stelle, um zu helfen. Wer bei den Hilfsorganisationen mitmachen und die SEG verstärken möchte, ist dort jederzeit willkommen.

Markus Billhardt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Zahlreiche Mädchen und Jungen engagieren sich auf der Insel. Bleiben diese dabei, ist der Brandschutz vor Ort langfristig gesichert. Im Fokus steht die Arbeit als Team.

22.12.2018

Die Bewohner mussten das Haus im Giddendorfer Weg verlassen. Verletzt wurde niemand.

22.12.2018

Mindestens 67 Fachkräfte gehen bald in den Ruhestand. Für neue Gruppen werden Dutzende Mitarbeiter gesucht. Viele Träger fürchten, Stellen bald nicht mehr besetzen zu können.

21.12.2018