Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Die Sternsinger ziehen los
Lokales Ostholstein Die Sternsinger ziehen los
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:20 04.01.2020
Die Sternsinger der Katholischen Kirchengemeinde in Eutin bereiten sich auf ihre Auftritte zum Jahresbeginn vor. Quelle: Ulrike Benthien
Eutin

Für manche zählt der Segensspruch nur, wenn er mit Kreide an die Haustür geschrieben wird. Die Sternsinger hinterlassen ihren Segen aber inzwischen auch als Aufkleber. Er hält dann zuverlässig bis zum nächsten Jahr. „20*C+M+B *20“ steht für christus mansionem benedicat = Christus segne dieses Haus. Die 20 davor und dahinter steht für die Jahreszahl. Für viele Ostholsteiner ist dieser Segen ein Muss für das neue Jahr. Bei der katholischen Gemeinde St. Marien in Eutin und Malente gibt es lange Listen von Menschen, die einen Besuch der jungen Sternsinger wünschen.

Die jungen Könige absolvieren 20 Termine

Pastoralreferentin Stefanie Mevenkamp koordiniert die Einsätze. Im vergangenen Jahr seien zehn Teams mit drei, auch mal vier kleinen Königen in Eutin, Malente und Ahrensbök im Einsatz gewesen, berichtet sie. Jedes habe etwa 20 Termine wahrgenommen, überwiegend in Privathaushalten, aber auch bei Neujahrsempfängen. Es dürfe aber nicht zu viel werden für die Kinder, darauf achteten auch die erwachsenen Begleiter, die sie zu ihren oft weit verstreuten Einsatzorten fahren, sagt Stefanie Mevenkamp. Barbara Kemkowski, ehrenamtlich in der Katholischen Kirchengemeinde tätig, ergänzt: „Sie sollen ja Spaß daran haben und im nächsten Jahr gern wieder mitmachen.“

Pia (11) ist seit „vier oder fünf Jahren“ als Sternsingerin aktiv. „Es ist schön, Geld zu sammeln und zu helfen“, sagt sie. Die älteren Leute seien immer die nettesten, habe sie festgestellt. „Sie bieten uns meistens etwas zu trinken an.“ Ihre Klassenkameradin Marilena (12) empfindet die Menschen, die sie besucht, generell als sehr freundlich: „Manche bitten uns hinein und zeigen uns die Krippe in ihrer Wohnung.“

Geld für die Spendendose, Süßigkeiten für die Sammler

Im vergangenen Jahr sind Pia, Marilena und ihr Bruder Erik als Königs-Trio unterwegs gewesen. Sie haben nicht nur ihre Spendendose reichlich gefüllt bekommen. „Wir haben auch zwei große Taschen voll mit Süßigkeiten gehabt. Eine davon haben wir bei der Eutiner Tafel abgegeben“, erzählt Pia. Am 12. Januar – der Dreikönigstag wird eigentlich am 6. Januar gefeiert, doch das Sammeln ist wegen der Ferien ein bisschen hinausgeschoben worden – werden die beiden Mädchen erneut mit knapp 40 anderen Kindern im Alter zwischen acht und 14 Jahren an Türen klingeln, ihr Lied vortragen und den Segensspruch überbringen.

Am 12. Januar schwärmen die Könige in Eutin, Malente und Ahrensbök aus, singen ihr Lied, bringen den Segen und sammeln Spenden.

„Beim Spendensammeln gibt es zwischen den einzelnen Teams einen internen Wettbewerb“, sagt Stefanie Mevenkamp. „Im vergangenen Jahr hat eine Gruppe fast 700 Euro in ihrer Dose gehabt.“ Insgesamt seien 2019 in der katholischen Gemeinde St. Marien mehr als 6000 Euro für soziale Projekte zusammengekommen.

Eine Aktion von Kindern für Kinder

„Das Sammeln ist eine Aktion von Kindern für Kinder“, sagt Barbara Kemkowski. „Uns ist wichtig, dass unsere Mädchen und Jungen hier merken, dass es anderen nicht so gut geht.“ Um den Sternsingern zu zeigen, wo und wie das von ihnen gesammelte Geld helfen kann, wird am 10. Januar im Gemeindesaal gemeinsam ein Film geschaut: ein Bericht aus einem Flüchtlingslager im Libanon, gedreht von dem Reporter und Moderator Willy Weitzel. Selbst ehemaliger Sternsinger, liefert Weitzel seit Jahren Filme für die Sternsingeraktionen.

Sternsinger sammelten seit 1959 mehr als eine Milliarde Euro

1959 gab es die Aktion Drei-Königs-Singen zum ersten Mal. In Deutschland wird sie vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend organisiert. Sie hat sich seitdem zur größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Seit Beginn wurde insgesamt über eine Milliarde Euro gesammelt. Allein 2019 kamen über 50 Millionen Euro an Spenden zusammen.

Mehr als 73 000 Projekte und Hilfsprogrammein Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa wurden seitdem unterstützt.

„Frieden! Im Libanon und weltweit“ ist das Motto der Sternsinger-Aktion in diesem Jahr.

Jemand, der sich schon sehr auf den Besuch der Heiligen Drei Könige freut und sich seit vielen Jahren dafür anmeldet, ist Angela Hohenberger (70) aus Eutin. „Uns als gläubigen Christen ist es wichtig, dass unser Haus gesegnet wird. Da geben wir gern Geld als Spende, und für die Kinder und den Fahrer gibt es immer etwas Süßes“, sagt sie. Sie erlebe, dass die Kinder stets mit Spaß dabei seien. „Das ist auch für unsere Gemeinde gut, es hält sie lebendig“, sagt sie.

Mehr Artikel aus Ostholstein

Von Ulrike Benthien

Die Polizei musste die Autobahn zwischen Neustadt und Lensahn sperren, weil der Tankauflieger quer auf der Fahrbahn liegt. Der Fahrer wurde verletzt. Die Aufräumarbeiten werden vermutlich noch bis in den Abend andauern. Die Polizei vermutet, dass der Sturm Ursache für den Unfall war. Auch andernorts kam es zu wetterbedingten Einsätzen.

05.01.2020

In der Auffangstation auf der Kasseedorfer Schießsportanlage werden Greifvögel aufgepäppelt. Doch es gibt ein Problem: Der Stiftung Elisabeth Mierendorff geht das Geld aus. Ans Aufhören denken die Tierschützer aber nicht.

04.01.2020

Es ist knapp eine Woche her, dass am Brodtener Ufer in Lübeck-Travemünde Erdmassen und ein riesiger Baum in die Tiefe stürzten. Dennoch sind unten am Strand wie auch oben an der Abbruchkante viele Spaziergänger unterwegs. Was sie jetzt beachten sollten.

04.01.2020