Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Heiligenhafen: Pläne für Schwimmbad mit Wellness und Hotel
Lokales Ostholstein Heiligenhafen: Pläne für Schwimmbad mit Wellness und Hotel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:51 14.02.2019
Die Vision vom „Badedeck Heiligenhafen“ aus der Vogelperspektive. So könnte ein Schwimmbad auf dem Steinwarder später einmal aussehen.
Die Vision vom „Badedeck Heiligenhafen“ aus der Vogelperspektive. So könnte ein Schwimmbad auf dem Steinwarder später einmal aussehen. Quelle: Michelmann (HFR)
Anzeige
Heiligenhafen

 Vor mehr als 14 Jahren wurde die alte Schwimmhalle in Heiligenhafen endgültig geschlossen. Seit 2006 befindet sich an dessen Stelle im Ferienpark das „Aktiv-Hus“. Doch die Idee von einem neuen Schwimmbad auf dem Steinwarder lebt gerade wieder auf. Ein mögliches Modell, das „Badedeck Heiligenhafen“, wurde jetzt präsentiert.

Führten durch die Einwohnerversammlung (v. l.): Der stellvertretende Bürgervorsteher Gottfried Grönwald, Touristikleiter Manfred Wohnrade und Architekt Torsten Michelmann. Quelle: Markus Billhardt

„Es geht darum, dass sich die Bürger ein Bild machen können, wie es aussehen könnte“, sagte Touristikleiter Manfred Wohnrade im Veranstaltungspavillon im Freizeitpark vor rund 250 interessierten Bürgern der Stadt. Die Politik habe die Aufgabe, darüber zu beraten und gegebenenfalls zu beschließen, ob das Projekt weiterverfolgt werden solle. Eine Potenzialfläche von 18 000 Quadratmetern hinter dem Sandparkplatz am Steinwarder, die bereits vor elf Jahren in einem Master- und Flächennutzungsplan Berücksichtigung fand, stünde zur Verfügung.

Blick auf Ostsee und Binnensee

Seit Anfang Januar hat sich die Michelmann-Architekt GmbH aus Hannover mit dem Thema Schwimmhalle auseinandergesetzt. „Wir haben eine Vision erstellt, die sicherlich polarisiert. Aber es ist auch wichtig, einen Diskurs anzustoßen“, betont Geschäftsführer Torsten Michelmann. Den Standort finde er „absolut gut und toll“. Es gebe in zwei Richtungen einen Blick aufs Wasser – auf die Ostsee und auf den Binnensee. Seine Idee beinhaltet ein Gebäude mit mehreren Ebenen, das die unterschiedlichen Anforderungen von Einheimischen und Urlaubern unter ein Dach bringen soll.

Im „Badedeck Heiligenhafen“, so der Arbeitstitel, könnte ein Sportbecken mit sechs 25-Meter-Bahnen und Sprunganlage integriert werden. Abgegrenzt davon gebe es die Möglichkeit für ein Freizeitbad mit diversen Stationen für Spiel und Spaß. Wie Michelmann weiter erläutert, käme man über eine Zwischenempore zum Dachgeschoss mit einer Saunalandschaft und begrünter Terrasse. Auch Gastronomie- und Wellnessbereiche beinhalte das Konzept. Wichtig sei die Sichtbarkeit des Objekts. Es müsse ein Blickfang sein, sagt der Planer.

100 000 Gäste werden erwartet

Die Berechnungen des Architekten gehen von rund 100 000 Gästen im Jahr aus: 70 000 öffentliche Besucher, 6000 von Schulen und Sportvereinen, 25 000 Nutzer der Sauna und 5000 von Wellness-Anwendungen. Das Parkplatz-Problem soll durch die Befestigung und eine Erweiterung der bestehenden Parkfläche um eine weitere Ebene gelöst werden.

So könnte der Zugang zum „Badedeck Heiligenhafen“ vom Parkplatz aussehen. Quelle: Michelmann (HFR)

Das Investitionsvolumen für das Schwimmbad würde laut Wohnrade bei rund 15 Millionen Euro liegen. Er ergänzt: „Wir brauchen aber auch Fördermittel von bis zu 70 Prozent. Und nur mit einem angegliederten Hotelbetrieb ist die Schwimmhalle zu finanzieren.“ Zwei Investoren mit unterschiedlichen Vorschlägen hätten ihr Interesse bekundet, ein Feriendomizil mit 200 bis 220 Betten direkt nebenan zu errichten. Zu den Bewerbern zählen Jens Sroka („Beach Motel“, „Bretterbude“) und eine Hoteliersfamilie aus dem Sauerland.

Die Betriebskosten der Schwimmhalle von geschätzten 1,4 Millionen Euro pro Jahr könnten dann später gedrittelt werden. „Mit einem Zuschuss der Stadt, des Hotelbetreibers und mit den Eintrittsgeldern könnten wir es schaffen“, sagt der Touristikleiter. Alles Weitere liege ab sofort in den Händen der Politik.

Markus Billhardt