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Ostholstein Dieter Walch bekommt die Bugenhagen-Medaille
Lokales Ostholstein Dieter Walch bekommt die Bugenhagen-Medaille
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16:03 02.11.2019
Er setzt sich bis heute für die Kirchengemeinde Neukirchen und die Menschen ein: Dieter Walch (85) ist jetzt Träger der Bugenhagen-Medaille. Quelle: Nordkirche/hfr
Neukirchen/Oldenburg

Dieter Walch hat eine Menge für die Kirchengemeinde Neukirchen auf die Beine gestellt – und deshalb ehrt die Nordkirche den 85-Jährigen jetzt mit der Bugenhagen-Medaille, ihrer höchsten Auszeichnung, und mit einem Festgottesdienst anlässlich der Übergabe in der Antonius-Kirche.

Nach der Geburt zunächst katholisch getauft

Dieter Walch fackelt nicht lange, wenn Not am Mann ist. Zum Foto-Termin an der Kirche ist er schon ein Weilchen vorher gekommen, hat sich einen Putzeimer und Lappen geholt und sich an die Reinigung einer Informationstafel gemacht, die über die Kirche informiert. „Das ist mir neulich aufgefallen, dass das gemacht werden muss“, sagt der 85-Jährige.

Später beim Kaffee erzählt er ein wenig aus seinem Leben. Geboren wurden er und sein Zwillingsbruder in der Berliner Charité. Weil es zunächst nicht so gut stand um die beiden Brüder und kein evangelischer Geistlicher zugegen war, wurden sie katholisch getauft. „Es musste schnell gehen“, sagt Walch. Erst später wurde er evangelisch eingesegnet und konfirmiert. Drei seiner ehemals sechs Geschwister sind katholisch.

Kurz vor dem Mauerbau zog er nach Westdeutschland

Als die Mauer gebaut wurde, machte Dieter Walch wie sein Zwillingsbruder rüber in die Bundesrepublik. „Acht Tage vor der Mauer bin ich in den Westen gegangen“, erinnert er sich. Sein Bruder, der eine Kinderklinik leitete und zunächst ebenfalls geflohen war, kehrte bald zurück in den Osten, weil er sich um die Kinder sorgte. Dieter Walch indes wurde Landwirt und arbeitete zunächst auf einem Versuchsbetrieb der ehemaligen Landwirtschaftskammer Weser-Ems. Dort sammelte er die nötigen Erfahrungen, um ab 1965 in einem Betrieb der Firma Töpfer im Hamburger Umland zu arbeiten.

1973 zog Walch dann mit seiner Frau Hannah, die er 1963 geheiratet hatte und mit der er zwei Söhne und eine Tochter hat, nach Neukirchen. In Siggen übernahm er die Leitung eines großen landwirtschaftlichen Betriebs der Alfred-Töpfer-Stiftung. „Die Ostküste mit ihren ertragreichen Böden war für einen Landwirt viel interessanter“, erinnert sich Walch, der bei einem Betriebsunfall auf dem Hof einmal fast den Tod fand.

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Verdienste um den „Jugendschuppen“ und die Linden

Dieter Walch wurde 1981 vom damaligen Pastor Ernst-Christoph Frommhagen in den Kirchenvorstand berufen und engagiert sich seither für seine Gemeinde, der er auch treu blieb, als er mit seiner Familie nach Oldenburg zog. Unter anderem sorgte er dafür, dass der Turmraum und der Haupteingang der Antonius-Kirche wiederhergestellt wurden. Außerdem ist ihm der Umbau eines fast 200 Jahre alten Fachwerkhauses an der Kirche zum „Jugendschuppen“ mit zu verdanken. Verdient gemacht hat Walch sich ferner um die Pflege der vielen Linden, die das Kirchengelände umsäumen. „Was habe ich da malocht“, sagt Walch augenzwinkernd. Auch in der Landessynode war er viele Jahre aktiv. Ein Höhepunkt war dabei die Gründung der Nordkirche, deren erste Sitzung Walch als Alterspräsident leitete.

Dieter Walch setze sich unermüdlich für die Menschen in seiner Gemeinde ein, helfe bei Einkaufs- und Besuchsdiensten für Senioren und engagiere sich für die Förderung junger Leute. Wie er über die Bugenhagen-Medaille denkt? „Erwartet hätte ich das nicht.“

Die Bugenhagen-Medaille, die höchste Auszeichnung der Nordkirche, wird seit 1959 an Menschen verliehen, die sich ehrenamtlich in der Kirche engagieren. Sie zeigt ein Bild des Reformators und die Inschrift: „Christus lieb haben ist viel besser als allwissend zu sein.“ In Ostholstein wurde unter anderem im September 2018 die Eutinerin Renate Kastenbauer mit dieser Medaille geehrt.

Von LN

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