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Ostholstein EU-Wahl: Der lange Weg bis zur Ergebnis-Präsentation
Lokales Ostholstein EU-Wahl: Der lange Weg bis zur Ergebnis-Präsentation
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15:13 23.05.2019
Gabriele Hebel (hinten), Fachbereichsleiterin Sicherheit und Gesundheit bei der Kreisverwaltung Ostholstein, bespricht mit ihrer Kollegin Sigrid Rathert, Leiterin der Stabsstelle Kommunalaufsicht, letzte Details für die bevorstehende Europawahl. Quelle: Gäbler
Eutin

Wenn am Wahlsonntag die Zeiger der Uhren auf 18 Uhr springen, heißt es in den 218 Wahllokalen des Kreises Ostholstein: „Rien ne va plus“ (franz. = nichts geht mehr). Dann ist die EU-Wahl gelaufen. Gleich danach beginnt der eigentliche Stress für 1300 ehrenamtliche und knapp 100 hauptamtliche Wahlhelfer zwischen Fehmarn und Bad Schwartau: das Auszählen der Stimmen, die Veröffentlichung im Internet und die mitternächtliche Übermittlung des vorläufigen Endergebnisses an den Landeswahlleiter.

„Los geht es an so einem Wahltag für die diensthabenden Kollegen der Kreisverwaltung um 8 Uhr früh. Vor 24 Uhr kommt keiner der Verantwortlichen nach Hause“, erklärt Sigrid Rathert. Sie ist die Leiterin der Stabsstelle Kommunalaufsicht beim Kreis Ostholstein und beschreibt den langen und arbeitsreichen Weg von der Stimmenauszählung in den 36 Städten und Gemeinden bis hin zur Veröffentlichung des Ostholstein-Ergebnisses.

Das Auszählen der Stimmen ist öffentlich

Sechs bis acht Mitarbeiter bilden vor Ort die Wahlvorstände. Sie alle machen die Arbeit ehrenamtlich, bekommen in Ausnahmefällen auch mal ein Trinkgeld oder einen anerkennenden Händedruck. „Jeder Bürger, der Interesse hat, das anschließende Auszählen zu beobachten, der kann gerne dabei sein“, sagt Gabriele Hebel, Fachbereichsleiterin Sicherheit und Gesundheit bei der Kreisverwaltung. „Die Stimmenauszählung ist öffentlich.“

Nehmen wir das Beispiel Grömitz: Hier gibt es vier Wahllokale – gewählt werden kann in der Regionalschule, im Rathaus, in Brenkenhagen und in Cismar. Sind dort die Stimmen gezählt, teilen die jeweiligen Wahlvorstände ihre Ergebnisse den hauptamtlichen Mitarbeitern im Grömitzer Rathaus mit. Erst wenn dort alle vier Wahllokale eingegangen sind, teilt das Ostseebad sein Ergebnis dem Eutiner Kreishaus mit.

2014 gab es 20 Parteien, jetzt sind es 40

„Meistens sind die kleinen Gemeinden wie Kabelhorst die Ersten, die uns ihre Ergebnisse liefern. Städte wie Bad Schwartau, Neustadt, Fehmarn oder Eutin brauchen natürlich länger“, sagt Sigrid Rathert. Dass es dieses Mal nicht so schnell wie bei den vorangegangenen Wahlen gehen wird, da ist sich die Leiterin der Kommunalaufsicht ziemlich sicher. „2014 standen 20 Parteien zur Wahl, jetzt sind es 40.“

So sind deutlich mehr Parteien und deren Ergebnisse zu übermitteln und im Kreishaus zu erfassen. „Vier Mitarbeiter sind am Wahlabend nur damit beschäftigt, die Anrufe aus den Gemeinden anzunehmen. Ein Telefonsystem verteilt die Anrufe gleichmäßig, sodass nicht einzelne Kollegen überlastet werden“, sagt Gabriele Hebel.

Doppelt hält besser und gibt Sicherheit

Erfasst werden sämtliche Ergebnisse aus den Wahllokalen übrigens in einer gewaltigen Exel-Tabelle – und quasi zur Sicherheit – ebenfalls noch in der Wahlsoftware „PC-Wahl“. Wenn alle Daten nach der Eingabe auf Plausibilität geprüft worden sind, gehen sie online. In zweiminütigem Rhythmus aktualisiert der Rechner des Kreishauses die Ergebnistabellen – und der Bürger kann sie auf seinem Smartphone über die Kreisseite abrufen.

Ab 18.30 Uhr, wenn im Kreishaus in Eutin die ersten Ergebnisse der 36 Städte und Gemeinden im Kreis Ostholstein auflaufen, glühen die Drähte der Rechner. Quelle: Matthias Balk/dpa

„Erst jetzt, wenn alle Ergebnisse aus sämtlichen Städten und Gemeinden erfasst und überprüft worden sind, geben wir zwischen 23 und 24 Uhr das ,vorläufige Endergebnis’ an die Geschäftsstelle des Landeswahlleiters durch“, sagt Sigrid Rathert. Der sammelt alle Kreisergebnisse aus Schleswig-Holstein, und gibt das Landesergebnis an den Bundeswahlleiter weiter. Von dort übermittelt man sie nach Brüssel – so kommt es letztendlich zu einem gesamt-europäischen Wahlergebnis.

„Das hat schon etwas besonders Spannendes“, sagt Gabriele Hebel mit Blick auf den Weg der einzelnen Stimme aus Grömitz bis nach Brüssel. Verpflegt werden die Kreishaus-Mitarbeiter an solchen Abenden übrigens auch vom Kreiswahlleiter, Landrat Reinhard Sager (CDU). Er bestellt dann für seine Kollegen schon mal Pizza oder bringt Süßigkeiten als Nervennahrung mit.

Nach der Wahl geht die Arbeit weiter

Auch wenn die Wahlnacht aller Voraussicht nach gegen 24 Uhr beendet sein wird, die Arbeit geht in den Folgetagen weiter. Sämtliche Protokolle – also insgesamt 218 Niederschriften – aus den Wahllokalen müssen noch überprüft werden. Keine leichte Arbeit, denn die Protokolle haben jeweils acht Seiten Umfang. Erst wenn auch diese Arbeit getan ist, kann der Kreiswahlausschuss am Dienstag, 4. Juni, grünes Licht geben für das abschließende „amtliche Endergebnis“ von Ostholstein bei der EU-Wahl.

LN-Online berichtet Sonntag live

Die Lübecker Nachrichtenberichten am Wahlsonntag live von der Europawahl in Ostholstein sowie von der Bürgermeisterwahl in Oldenburg.

Ab 16 Uhrwerden Neuigkeiten aus den Wahlbüros im Kreis und Reaktionen zu Hochrechnungen im Live-Ticker bei LN-Online veröffentlicht. Ebenfalls dabei sind die Ergebnisse von weiteren Entscheiden auf kommunaler Ebene wie dem Bürgerentscheid zum Schulstandort in Eutin (mehr dazu lesen Sie hier) und die Entscheidung, wie es mit dem Eissport- und Tenniscentrum in Timmendorfer Strand weitergehen soll (mehr dazu lesen Sie hier).

Demokratie ist manchmal kompliziert. Was man in Zusammenhang mit der EU-Wahl für Sonntag, 26. Mai, alles wissen sollte, das erklärt der Kreis Ostholstein auf seiner Internetseite. Wer darf bei einer EU-Wahl wählen? Wann können Sie wählen? Wie können Sie wählen? Wann ist eine Stimme ungültig und wie funktioniert die Wahlauswertung? Alles wird in einfacher Sprache erklärt. Auf der Seite gibt es ebenfalls einen Link zu Informationen in Gebärdensprache.

Louis Gäbler

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