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Ostholstein Ehrenpatenschaft des Bundespräsidenten für 7. Kind einer Familie aus Stockelsdorf
Lokales Ostholstein Ehrenpatenschaft des Bundespräsidenten für 7. Kind einer Familie aus Stockelsdorf
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16:59 28.01.2019
Dean Schneiderat ist das 7. Kind der Familie. Dafür gibt es eine  Ehrenpatenschaft vom Bundespräsidenten
Dean Schneiderat ist das 7. Kind der Familie. Dafür gibt es eine  Ehrenpatenschaft vom Bundespräsidenten Quelle: Doreen Dankert
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Stockelsdorf

Alle Kinder seien Wunschkindern, beteuern die Eltern Carsten (46) und Stefanie (34) Schneiderat. Alle sieben: Iven (13), Daisyree Donna (11), Tyson-Jay (9), Amy May (7), Abigail-Emilia (5), Maggie Lu (3) und Dean (ein halbes Jahr alt.) „Wir wollten eine große Familie sein und beide gern viele Kinder haben“, sagt Carsten Schneiderat, der vor wenigen Tagen besonderen Besuch zu Hause empfangen durfte. Bürgermeisterin Julia Samtleben (SPD) und Bürgervorsteher Manfred Beckmann (CDU) waren vorbeigekommen – mit einem großen Geschenk, das aus Berlin stammt. Genauer gesagt vom Schloss Bellevue, dem Sitz des Bundespräsidenten Frank-Walter-Steinmeier, der für das 7. Kind – für Dean – die Ehrenpatenschaft übernimmt. Seit 1949 ist es Tradition in des Bundesrepublik Deutschland, dass der Bundespräsident die Ehrenpatenschaft für das 7. Kind einer Familie übernimmt. Frank-Walter Steinmeier selbst ist zu beschäftigt, um alle Termine wahrnehmen zu können. „Deshalb freuen wir uns, dass wir den Bundespräsidenten vertreten dürfen“, erklärte Manfred Beckmann beim Besuch der Familie Schneiderat, die erst im November vergangenen Jahres von Lübeck-Schlutup nach Stockelsdorf gezogen ist.

Familie Schneiderat aus Stockelsdorf

Hübsch verpackt, so überreichten Manfred Beckmann und Julia Samtleben die Urkunde für die Ehrenpatenschaft von Frank-Walter Steinmeier, ein gerahmtes Foto des Bundespräsidenten sowie 500 Euro. Den großen Holzrahmen, der die Verpackung noch ansprechender machte, steuerte allerdings die Gemeinde Stockelsdorf bei. In was die 500 Euro investiert werden, steht in der Familie Schneiderat auch schon fest. „Dafür werden wir Sachen für das Kinderzimmer kaufen“, sagte der gebürtige Lübecker Carsten Schneiderat, der bei der Bundespolizei arbeitet. Mutter Stefanie, die aus Hamburg stammt, kümmert sich seit Jahren um die immer weiter gewachsene Familie und den Haushalt.

Nach Stockelsdorf sind die Schneiderats gezogen, weil sie hier ein entsprechend großes Haus gefunden haben, das dem Platzbedarf einer neunköpfigen Familie entgegenkommt. Ab jetzt leben die Schneiderats in einer Nebenstraße der Lohstraße in der Nähe des Landgrabens auf 170 Quadratmetern. „Es gefällt uns hier gut“, sagte Carsten Schneiderat, „vieles ist von hier aus fußläufig erreichbar. Und auf jeden Fall ist das hier besser als in Schlutup.“

Das Geschenk in Verbindung mit der Ehrenpatenschaft des Bundespräsidenten „ist eine einmalige Sache“, erklärte Bürgervorsteher Manfred Beckmann, der aber ebenso wie Bürgermeisterin Julia Samtleben der Familie Schneiderat seitens der Gemeinde Hilfe angeboten hat, wenn sie gebraucht wird. „Und das war wirklich ernst gemeint“, betonte Julia Samtleben ihr Angebot für Unterstützung gegenüber Stefanie Schneiderat noch einmal ausdrücklich und übergab ihr eine Visitenkarte mit Kontaktdaten, ebenso wie Manfred Beckmann, der sich als Kommunalpolitiker schon seit Jahrzehnten stark macht für die Familienfreundlichkeit der Großgemeinde Stockelsdorf.

Familien mit sieben Kindern und mehr, so Beckmann, seien eine Seltenheit in Stockelsdorf. Das letzte Mal hat vor knapp 20 Jahren Beckmanns Vorgänger, der heutige Kreispräsident Harald Werner, die Ehre gehabt, den damaligen Bundespräsidenten in Sachen Ehrenpatenschaft für das 7. Kind einer Familie zu vertreten. Die Söhne dieser Familie seien inzwischen alle Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr, weiß der Kreispräsident. Doch bis Dean und seine Brüder und Schwestern einmal dafür in Frage kommen, werden noch ein paar Jahre vergehen.

Deutschlandweit wurden seit 1949 knapp 81 000 Ehrenpatenschaften vom Bundespräsidenten übernommen. Im Jahr 2018 waren es 541. Voraussetzung ist, dass alle Kinder dieselbe Mutter und den selben Vater haben müssen. Adoptivkinder sind gleichgestellt.

Doreen Dankert