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Ostholstein Ein Catwalk für den Fischotter
Lokales Ostholstein Ein Catwalk für den Fischotter
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15:59 19.02.2019
Hanna Kirschnick-Schmidt und ihre Unterstützer Roland Holstein (Wasser- und Bodenverband Schwartau) und Elke Bögelsack (Kreis Ostholstein) sowie Jens Rethwisch, Luca Dettmers und Victor Reinhold (v. l.) präsentieren den neuen Laufsteg für den Fischotter bei Groß Meinsdorf.
Hanna Kirschnick-Schmidt und ihre Unterstützer Roland Holstein (Wasser- und Bodenverband Schwartau) und Elke Bögelsack (Kreis Ostholstein) sowie Jens Rethwisch, Luca Dettmers und Victor Reinhold (v. l.) präsentieren den neuen Laufsteg für den Fischotter bei Groß Meinsdorf. Quelle: Dirk Schneider
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Groß Meinsdorf

Der Fischotter ist im Einzugsgebiet der Schwartau wieder heimisch geworden. Ein Laufsteg in dem Tunnel unter der K 55 zwischen Groß Meinsdorf und Gothendorf soll den neuen Lebensraum für den nachtaktiven Wassermarder etwas sicherer machen.

Hanna Kirschnick-Schmidt vom Verein Wasser-Otter-Mensch stellte bei einem Ortstermin den Hintergrund des etwas anderen Brückenbaus vor: „Die 39 Kilometer lange Schwartau hat sich in den vergangenen Jahren vom Dodauer See bis zur Trave wieder zu einer Wanderachse und einem Lebensraum für die Otter entwickelt.“ Als Problemzonen erwiesen sich dabei die Bereiche, in denen sich Straßen mit dem Fluss kreuzten. „Die Otter bewegen sich nicht nur im Wasser, sondern laufen auch gerne am Ufer entlang“, erklärt Kirschnick-Schmidt.

Tödliches Ausweichverhalten

Wenn sich diese Zone im Bereich von Straßenunterführungen in eine schmale Röhre verenge, würden die eigentlich wasserliebenden Tiere oft aus dem System aussteigen, um das Bauwerk zu umgehen. „Wir wissen nicht warum, aber die meisten Otter vermeiden es, durch Tunnel mit hohem Wasserstand zu schwimmen oder zu tauchen.“ Die buchstäbliche Umgehung des unheimlichen Hindernisses führt dann über die Straße, was für die Vierbeiner mit einer großen Gefahr verbunden ist. „In diesem Winterhalbjahr haben wir allein in Ostholstein bereits vier überfahrene Otter registriert“, sagt Kirschnick-Schmidt.

Otter sterben im Straßenverkehr

Landesweit seien 2018 insgesamt 21 Otter im Straßenverkehr getötet worden. „Und das sind nur die Tiere, die offiziell gemeldet wurden.“ Die Dunkelziffer sei vermutlich deutlich höher. Eine relativ einfache Möglichkeit, dieses tödliche Ausweichverhalten zu vermeiden, sei der Bau eines Otterstegs, sagt Kirschnick-Schmidt. An der Umsetzung dieses Projekts waren einige Institutionen beteiligt. So unterstützen der Wasser- und Bodenverband Schwartau und der Kreis Ostholstein den Einbau der Querungshilfe. Das Otterzentrum Hankensbüttel vermittelte neben zusätzlichem Fachwissen auch Fördermittel für die 1500 Euro teure Baumaßnahme, die von der Integrierten Station Holsteinische Schweiz und der Werkstatt für Arbeit, Landschaft und Kultur aus Dannau realisiert wurde. Hinzu kommen noch zahlreiche ehrenamtliche Arbeitsstunden.

Dirk Schneider