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Ostholstein Ein Eimer voller Kröten - Sierhagen rettet Amphibien
Lokales Ostholstein Ein Eimer voller Kröten - Sierhagen rettet Amphibien
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22:52 05.05.2014
4153 Kröten, Frösche und Molche retteten die Helfer. Quelle: fotolia
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Sierhagen

31 Eimer, verteilt auf etwa 600 Meter, wurden für 4153 Amphibien zur Falle und zugleich zur Rettung. Erstmals wurde in diesem Jahr entlang der Straße Sandfeld zwischen Sierhagen und Hasselburg ein Schutzzaun für Kröten, Frösche und Molche aufgestellt. Initiatorin Gudrun Kaspareit aus Plunkau (Gemeinde Altenkrempe) wollte dem Sterben nicht mehr tatenlos zuschauen.

Immer wenn die Tiere sich auf den Weg zu einem angrenzenden Weiher machten, um dort zu laichen, drohte ihnen der Tod durch Überfahren.

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In diesem Jahr schafften es nur wenige der Tiere bis auf die Fahrbahn. Die meisten landeten in einem der vielen Plastikeimer, die Ende Februar am Fahrbahnrand im Erdreich platziert wurden. „Wir haben nur 199 tote Tiere gezählt“, berichtete gestern Gudrun Kaspareit. 2961 Erdkröten, 585 Teichmolche, 481 Grasfrösche, 103 Teichfrösche und 23 Kammmolche seien hingegen über die Straße getragen worden.

46 Tage lang haben Kaspareit und etwa zehn Helfer die Eimer nachts gegen 24 Uhr und morgens gegen sechs Uhr geleert.

„Wir haben die Tiere rausgeholt und kartiert“, so Gisela Dohm. Dass sie und ihr Mann Rainer bei der Aktion mitmachten, ist angesichts eines Jahre zurückliegenden Erlebnisses wenig überraschend. „Wir sind hier mal nachts lang gefahren. Da war es ganz extrem. Hier langen so viele totgefahrene Tiere“, erinnerte sie sich.

Dass das Projekt solch ein Erfolg werden würde, überraschte. So räumte Landbesitzer Carl- Christian Graf von Scheel-Plessen ein, dass er eine so schnelle Umsetzung kaum für möglich gehalten hätte.

Auch Altenkrempes Bürgermeister Peter Zink (ABA) konnte kaum glauben, dass das Land etwa 10 000 Euro an Fördergeldern locker machte. Und Martin Kollman, Betriebsleiter von Gut Sierhagen, hätte nie mit so vielen Amphibien gerechnet. Alle waren sich einig, dass der Einsatz und die Beharrlichkeit von Gudrun Kaspareit sich ausgezahlt habe und erklärten sich bereit, im nächsten Jahr wieder unterstützend mitzumachen.

Dann soll es aber eine Änderung geben. „Wir wollen auch auf der anderen Seite einen Zaun aufstellen. Einige der Tiere wandern schon zurück, wenn andere gerade erst ankommen“, so Kaspareit. ser

Sebastian Rosenkötter