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Ostholstein Ein Klo-Laster für die Polizei
Lokales Ostholstein Ein Klo-Laster für die Polizei
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08:00 30.01.2019
Seit 2016 verfügt die Bundespolizei über ein Toi-KW. Der Klo-Laster hatte einen langen Einsatz beim G-20-Gipfel in Hamburg. Quelle: Bundespolizei (HFR)
Eutin

Die offizielle Bezeichnung lautet Toi-KW, flapsig wird er auch als Klo-KW bezeichnet: Die Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung und für die Bereitschaftspolizei (PD AFB) auf der Eutiner Hubertushöhe bekommt endlich den ersehnten Toiletten-Lastwagen. Das Klo auf Rädern wird gebraucht, wenn Polizeibeamte stundenlang in Großeinsätzen wie bei Gipfeltreffen, Demonstrationen oder Castor-Transporten festsitzen. Wenn sie dann ein menschliches Rühren überkommt, haben sie ein Problem. Oft bleiben dann nur Kneipe, Tankstelle oder Gebüsch. Es soll Polizeibeamte geben, die vorsorglich möglichst wenig trinken.

Die erlösende Nachricht kam jetzt von Thomas Gründemann vom Landesvorstand der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Das Innenministerium in Kiel habe auf seine Nachfrage hin mitgeteilt, dass der Toilettenwagen Mitte Februar ausgeliefert werden solle. Nach Angaben des Innenministeriums gegenüber der GdP handele es sich bei der Basis des sogenannten Toi-KW um ein „MAN-TGM“-Fahrgestell mit einem speziellen Kofferaufbau. Anfang Dezember vergangenen Jahres seien laut Innenministerium technische Detailfragen direkt am soweit ausgebauten Fahrzeug von den Fachleuten aus der PD AFB und dem Landespolizeiamt geklärt worden.

Jetzt fehlt noch die Einweisung des Bedienpersonals, außerdem müsse das bei der PD AFB erarbeitete Nutzungs- und Betriebskonzept in Kraft gesetzt werden. Zudem sollen noch technische Fragen zur Reinigung, Entsorgung und Wartung geregelt werden, habe es aus dem Innenministerium geheißen.

Unangenehm und entwürdigend

Die GdP ist erleichtert. „Seit Jahren wartet die Polizei und insbesondere die Polizistinnen auf einen mobilen Toi-KW. Die oftmals unangenehmen, peinlichen und entwürdigenden Situationen in Einsätzen haben damit hoffentlich ein Ende“, kommentierte Thomas Mertin, Vorsitzender der GdP-Regionalgruppe AFB, die Nachricht aus dem Innenministerium.

Schon seit vielen Jahren fordert die GdP einen solchen Toilettenwagen für größere Einsatzlagen. Immer wieder hätten Polizistinnen vor allem bei und nach lange andauernden Großeinsätzen das Fehlen eines Toi-KW beklagt. Dabei würdigte Mertin, dass sich Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) der Problematik sofort angenommen habe. Beim Landesdelegiertentag der GdP in Bad Bramstedt hatte Grote im November 2017 die Beschaffung angekündigt.

„Die Hausspitze ist unmittelbar nach ihrem Amtsantritt von Personalvertretern und insbesondere -vertreterinnen darauf aufmerksam gemacht worden, dass ein solcher Toilettenwagen unter anderem für Einsätze der Hundertschaft fehlt“, teilte Ministeriumssprecher Dirk Hundertmark mit. Die Polizeikräfte seien Stunden und Tage beispielsweise bei der Begleitung von Demonstrationen abseits sanitärer Einrichtungen unterwegs. „Da muss es doch mindestens die Möglichkeit geben, in Ruhe seine Notdurft zu verrichten. Der Toilettenwagen leistet dazu einen weiteren Beitrag.“ Die Gesamtkosten für den Toi-KW liegen laut Ministerium und GdP bei rund 300 000 Euro.

2015 hatte sich das Land noch gegen die Anschaffung eines Toi-KW entschieden. „Die Landespolizei stellt sich auf die erkannten Bedürfnisse ein, in dem bei Einsätzen ein sogenannter Toilettenplan erstellt wird, in dem alle nutzbaren Toiletten (öffentlich, privat, angemietete) verzeichnet sind“, hatte damals ein Sprecher des Landespolizeiamtes mitgeteilt und darauf verwiesen, dass ein Klo-Laster etwa bei gewalttätigen Demonstrationen nur schwer dorthin zu bringen sei, wo er benötigt wird.

Auch die Bundespolizei-Abteilung der GdP hat jahrelang einen Toi-KW gefordert. Mögliche Nutzer sind etwa die Einsatzabteilung der Bundesbereitschaftspolizei in Ratzeburg, deren Beamte ebenso wie die der Landespolizei bei Großeinsätzen dabei sind. Mittlerweile verfügt die Bundespolizei über einen Toilettenwagen – einen für ganz Deutschland. Er steht in Bad Düben (Sachsen) und wurde 2016 angeschafft. Seinen letzten großen Einsatz hatte er beim G-20-Gipfel in Hamburg. Weitere Toi-KW für die Bundespolizei sollen folgen.

Die Bundespolizei hat bereits einen Klo-Laster. Er war unter anderem beim G-20-Gipfel im Einsatz.

Das drängende Problem der fehlenden Toiletten-Wagen hat 2011 zu einem kleinen Kunstskandal geführt. In einer Ausstellung der Hochschule für Bildende Künste Dresden stand – besser hockte – die „pinkelnde Petra“. Das ist die hyperrealistische, lebensgroße Figur einer Polizistin in voller Schutzausrüstung, die die Hose heruntergelassen hat und in eine Ecke des Raums uriniert. Schon damals hieß es, es werde ein Problem dargestellt, auf das die Polizei reagieren solle.

Susanne Peyronnet

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